Zu den Naturerfolgen

Historisch gab es im Wiener Becken zahlreiche großflächige Feuchtwiesen. Mit der Aufgabe der Viehhaltung in den 1950er/60er Jahren fielen sie der landwirtschaftlichen Intensivierung durch Drainagierung und Ackerbau zum Opfer. Zur Rettung einer der allerletzten Feuchtwiesen in der Region hat die Stadtgemeinde Bad Vöslau die Schweizerwiese durch Ankauf gesichert. Sie wurde seit mehr als 20 Jahren nicht mehr gemäht und ist aktuell stark verbuscht. In fachlicher Kooperation mit dem Landschaftspflegeverein Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken und dem Biologen Rupert Stingl wird die Wiese im Rahmen des Brennnessel-Projektes mit maschinellen Maßnahmen und gemeinsam mit Freiwilligen aus der Bevölkerung und den PfadfinderInnen-Gruppen Bad Vösau und Gainfarn wiederhergestellt und ihre überaus seltene Tier- und Pflanzenvielfalt erhalten.

Unsere Vision

Die Schweizerwiese - eine der allerletzten in der Thermenregion im Wiener Becken übrig gebliebenen Feuchtwiesen - erblüht wieder in ihrer ursprünglichen Pracht und viele seltene Tier- und Pflanzen der Feuchtwiesen werden so erhalten. Der Erfolg trägt zur breiten Wahrnehmung dieses wunderbaren Lebensraums bei und motiviert auch andere Akteure zu Erhalt und Wiederherstellung weiterer Feuchtwiesenflächen im Gebiet.

Konkrete Ziele im Projekt

Die Feuchtwiese Schweizerwiese wurde rund 20 Jahre nicht mehr gemäht und ist stark verbuscht. Mit umfangreichen Maßnahmen wird die Wiese im Projekt wiederhergestellt, sodass sie wieder jährlich von einem Landwirt gemäht werden kann. In den Randbereichen werden die Gehölze maschinell entfernt. Eine schützende breite Hecke zu den Nachbarflächen bleibt bestehen. Im zentralen Bereich werden die Gehölze gemeinsam mit den PfadfinderInnen-Gruppen Gainfarn und Bad Vöslau sowie Freiwilligen schonend händisch geschnitten. Im Umkreis sporadisch vorkommende Goldruten-Gruppen werden ausgehackt und so nachhaltig entfernt.

Motivation für das Projekt 

Die Stadtgemeinde Bad Vöslau engagiert sich bereits seit vielen Jahren für die Erhaltung wertvoller Natur- und Kulturlandschaftsflächen im Gemeindegebiet. Ein wichtiger fachlicher Partner und Motivator ist dabei seit langer Zeit der Bad Vöslauer Biologe Rupert Stingl, der auch den Wert der Schweizerwiese und ihre Gefährdung erkannte und auf notwendige Maßnahmen hinwies. 2019 hat die Stadtgemeinde die Fläche nun angekauft, um sie gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverein Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken zu sichern und wieder regelmäßig zu pflegen. So können wir für die Region bereits überaus seltene Tier- und Pflanzen-Raritäten erhalten.

Wen unterstützt Blühendes Österreich?

Der Stadtgemeinde Bad Vöslau ist die Erhaltung ihrer Natur- und Kulturlandschaft ein wichtiges Anliegen. Nach der Sicherung eines großen Anteils am Gemeindewald durch Ankauf und nachhaltige Bewirtschaftung richtete sich der Fokus auf die besonders wertvollen Trockenrasen und Feuchtwiesen. Über viele Jahre werden die Trockenrasen nun schon unter Einbindung von Bevölkerung und Schulen gepflegt – viele Jahre mit fachlicher Unterstützung des Biosphärenpark Wienerwald Managements, seit 2018 gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverein Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken. Auch die PfadfinderInnengruppen Bad Vöslau und Gainfarn sind seit einigen Jahren wichtige Partner bei der Erhaltung der Naturschätze in der Gemeinde.

Welche Herausforderungen werden gelöst?

Historisch gab es am Hangfuß der gesamten Thermenlinie am Übergang der Wienerwald-Abhänge zum Wiener Becken zahlreiche Wiesen, darunter viele und großflächige Feuchtwiesen. Der Großteil der Feuchtwiesen fiel mit der Aufgabe der Viehhaltung in den 1950er/60er Jahren der landwirtschaftlichen Intensivierung durch Drainagierung und Ackerbau zum Opfer. Teile wurden verbaut. Heute sind nur mehr einzelne Restflächen der Feuchtwiesen übrig – in ganz Bad Vöslau gerade einmal 2,5 Hektar, die für die Region extrem große Raritäten an Feuchtwiesen-Arten wie die Feuchtwiesen-Prachtnelke und die Breitstirnige Plumpschrecke beherbergen. Die wenigen noch vorhandenen Flächen gilt es heute dringend zu erhalten, um das Aussterben der Feuchtwiesen-Arten in der Region zu verhindern.

Was ist das Besondere am Projekt?

Die Stadtgemeinde Bad Vöslau investierte einen namhaften Betrag, um die Schweizerwiese, als eine der allerletzten Feuchtwiesen der Region, durch Ankauf zu sichern. Im Projekt wird die Wiese unter Einbindung der Bevölkerung mit Freiwilligen und den PfadfinderInnengruppen Bad Vöslau und Gainfarn wiederhergestellt und so gleichzeitig Bewusstsein für den wertvollen Lebensraum gestärkt. Mit Prof. Rupert Stingl und den BiologInnen des Landschaftspflegevereins wird unser Projekt von Profis begleitet, sodass alle Maßnahmen, Bildungs- und Kommunikationsaktivitäten mit hoher fachlicher Qualität umgesetzt werden können.

Welche wertvollen Lebensräume, Tiere und Pflanzen werden erhalten? 

Auf Grund der Seltenheit des Lebensraums sind auch die Tier- und Pflanzenarten der Feuchtwiesen im Wiener Becken sehr selten und vom Verschwinden bedroht. Mit unserem Projekt wird der Lebensraum für Botanische Raritäten wie Feuchtwiesen-Prachtnelke, Kurzknollige Pannonische Platterbse, Kanten-Lauch, Sand-Schachtelhalm und die seltene Breitstirnige Plumpschrecke erhalten.

Geografie der Projektregion

Das Wiener Becken war einst reich an Feuchtwiesen, die jedoch in der Vergangenheit nach Aufgabe der Viehhaltung in der Region großteils für die Ackernutzung trockengelegt wurden. Unser Projekt beschäftigt sich mit einer der allerletzten Flächen, die noch vorhanden sind. Sie liegt in unmittelbarer Nähe zu einem Feuchtwiesen-Naturdenkmal in der Nachbargemeinde bzw. einer ökologischen Ausgleichsfläche im Eigentum des Landes Niederösterreich und könnte mit dem aktuellen Projekt folgenden Maßnahmen auch mit diesen verbunden werden, um einen größeren Feuchtwiesen-Komplex zu bilden.

Klimatische Besonderheiten der Projektregion

Das Wiener Becken am Rande des Wienerwaldes (Thermenlinie/Thermenregion) ist von pannonischem Klima und geringen Niederschlägen mit einem Jahresdurchschnitt von ca. 600 mm geprägt. Die Feuchtwiesen kommen durch einen zumindest in Teilen des Jahres hochstehenden Grundwasserspiegel zu Stande.

Wie kannst du unseren Partner und das Projekt unterstützen?

Wenn Du das Projekt unterstützen möchtest, dann hilf bei den Pflegeterminen zur Wiederherstellung der Schweizerwiese mit! Die Termine findest Du auf der Website des Landschaftspflegevereins Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken.

 

Zu den Naturerfolgen
Unterstützter Partner:
Stadtgemeinde Bad Vöslau
Weitere Projektpartner:
Landschaftspflegeverein Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken, PfadfinderInnen-Gruppen Bad Vöslau und Gainfarn, Freiwillige aus der Bevölkerung
Projekttitel:
Wiederherstellung der Feuchtwiese Schweizerwiese
Region:
Wiener Becken - Thermenregion, Niederösterreich
Größe der verbesserten Fläche:
0,95 Hektar
Geschützter Biotoptyp:
Feuchtwiese bzw. wechselfeuchte Wiese, artenreiche Laubgehölze
Geschützte Tierarten:
Breitstirnige Plumpschrecke
Geschützte Pflanzenarten:
Feuchtwiesen-Prachtnelke, Kanten-Lauch, Kiel-Lauch, Grau-
Kratzdistel, Sand-Schachtelhalm, Knollen-Mädesüß, Nordisches Labkraut, Wirtgen-Labkraut, Kurzknollige Pannonische Platterbse, Salz-Wegerich, Wiesensilge, Großes Flohkraut, u.v.m.
Projektdauer:
2020 - 2022
Finanzierung von Blühendes Österreich:
€ 14.166
Gesamtsumme Projekt:
€ 23.610

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Für die Anreise zu unseren Veranstaltungen empfehlen wir öffentliche Verkehrsmittel. Alternativ kann im Sommerhalbjahr das Gesäuse Sammeltaxi (+43 3613 21000 99) genutzt werden.

Interessen und Intensität der Halb- oder Ganztagestour werden individuell angepasst.

Unsere Führungen und Angebote stehen allen Menschen offen. Sollte für eine barrierefreie Teilnahme eine besondere Form der Unterstützung erforderlich sein, wird um frühzeitige Kontaktaufnahme gebeten.

Für Personen mit eingeschränkter Mobilität wird für diese Veranstaltung ein Rollstuhl mit Zuggerät (Swiss Trac) kostenlos zur Verfügung gestellt (Voranmeldung erforderlich).

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Die Buchungsabwicklung und Bezahlung erfolgen über das Infobüro des Nationalparks Gesäuse in Admont.

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