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Peter Huemer
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Schmetterling Distelfalter

Peter Huemer

Position:

Kustos der Naturwissenschaftlichen Sammlungen

Organisation:

Tiroler Landesmuseen

Warum setzt du dich für ein Blühendes Österreich ein?

Wissenschaftler neigen dazu, ihre Ergebnisse mit Fachkollegen zu teilen, erreichen aber selten ein größeres Zielpublikum. Hier bietet Blühendes Österreich die einzigartige Möglichkeit endlich mit scheinbaren Nischenthemen sehr viele Menschen sensibilisieren zu können und letztlich dazu zu bewegen mit kleinen oder größeren Schritten etwas zu bewegen. Das ist mit und Dank Blühendes Österreich gerade für die Schmetterlinge, mein ganz persönliche Steckenpferd, bereits in erstaunlichem Ausmaß gelungen. So werden die an zwei Händen zu zählenden professionellen Lepidopterologen (Schmetterlingsforscher) heute durch 13.000 Nutzer der Schmetterlings-App entscheidend unterstützt. Diese Begeisterten sind ein entscheidender Schritt zum Schutz der Falterwelt.

Was hast du bereits für Blühendes Österreich umgesetzt, worauf du richtig stolz bist?

Stolz ist sicher eine Übertreibung, aber ich freue mich sehr darüber, dass wir gemeinsam mit Blühendes Österreich und Global 2000 sowie einigen MitkämpferInnen gleich drei Broschüren des Reports zum Zustand der Schmetterlinge in Österreich (Ausgeflattert I-III) veröffentlichen konnten, die eine völlig unerwartetes öffentliches Interesse bewirkt haben. Das ist auch bitter nötig, denn die Reports haben schon vor der heute brandaktuellen Diskussion zum Insektensterben, das Problem des Arten- und Populationsrückganges deutlich belegt. Eine weitere Broschüre zur möglichen Trendwende ist in Vorbereitung. Und ja, dann wäre noch das erste Tagfaltermonitoring in Tirol, auch wenn wir da nur mit Expertise helfen.

Welches heimische Tier wärst du, wenn du eines wärst? Und warum?

Eine schwierige und fast philosophische Frage. Aber wenn ich meinen unsteten Geist betrachte, dann wohl ein Distelfalter. Diese faszinierende Art wandert nicht nur tausende Kilometer von der Sahelzone bis nach Nordeuropa, sondern auch in die umgekehrte Richtung. Das entspricht in etwa dem Treiben eines Forschers, immer unterwegs auf der Suche nach etwas neuem und ohne Garantie, das auch zu finden. Und ja, die Heimat ist nicht so ganz festzulegen, am besten dort wo man sich gerade aufhält.