8 Tipps bei Trockenheit im Garten

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Die enorme Hitze und die Trockenheit halten uns auf Trab. Das Jahr 2018 ist auf dem Weg zum wärmsten Jahr in der Messgeschichte! So liegt auch der Juli mit der aktuell letzten heißen und trockenen Woche 1,3 °C über dem Durchschnitt. Nicht nur Mensch und Tier japsen und hecheln unter der brütenden Hitze, auch die pflanzlichen Gartenbewohner werden auf eine Bewährungsprobe gestellt.

Heiße Sommer und häufigere Wetterextreme verändern die Flora und Fauna Österreichs. Blühendes Österreich zeigt acht Tipps, wie du deine verwurzelten Schützlinge gut über Trockenperioden bringst:

1 Die richtigen Pflanzen im Garten

Bevorzuge beim Pflanzenkauf heimische Pflanzen, die an den Standort sowie die klimatischen Bedingungen angepasst sind. „Aber auch immer die Bodenbedingungen bei der Pflanzenauswahl mitberücksichtigen“, rät Irene Drozdowski von Blühendes Österreich und fügt hinzu: „Ein lehmiger Boden hält länger die Feuchtigkeit als ein sandiger Boden. Im Osten von Österreich gibt es zudem viele trockenheitsangepasste Arten, die geeignet und im Handel erhältlich sind. Bei Kulturpflanzen kommen zunehmend Sorten aus dem Mittelmeerraum, die mit Hitze und Trockenheit zurechtkommen, infrage (z. B. Paradeiser, Feigen etc.).“

Verzichte hingegen auf Zierpflanzen in Stauden- oder Blumenbeeten sowie Kulturpflanzen, die auf eine intensive Wasserversorgung angewiesen sind. Tabu sind auch Thujen oder Koniferen, die weder mit der Hitze können, noch einen Lebensraum für die summende, zwitschernde und flatternde Fauna bieten.

Trockenheitsresistente Pflanzen sind z. B.:

Bäume: Feldahorn, Zwetschke & Kriecherl, Spänling, in warmen Lagen Mandel, Weingartenpfirsich, Feige

Sträucher: Wildrose, Steinweichsel, Blasenstrauch, Bitterorange (Poncirus), Ginster

Stauden: Mannstreu, Kugeldisteln, Österreichischer Lein, Brandkraut

Kräuter und Blumen: Salbei-Arten, Thymian-Arten, Sonnenröschen-Arten, Lauch-Arten, Alant-Arten

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(c) pixabay.com

2 Pflanzen richtig gießen

Die Pflanzen im Garten sollten frühmorgens ausgiebig gegossen werden, und das nur alle drei Tage, am besten direkt zum Wurzelbereich hin. So bekommt die Pflanze ohne nassen Streuverlust das, was sie braucht, und dazu wird das Wurzelwachstum gefördert.

Das abendliche Gießen hingegen kann Schnecken anlocken sowie Pilzerkrankungen begünstigen. Tagsüber kann das Wasser einerseits verdunsten, andererseits können die Wassertropfen auf den Blättern wie mit einer Lupe zu Blattverbrennungen führen.

wasser sammeln

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3 Sammle Regenwasser mit der richtigen Technik:

Weiches, kalkfreies Regenwasser löscht den Durst der Pflanzen am besten. Die Gefäße mit dem Regenwasser sollten über Nacht stehen gelassen werden, um dann in der Früh zum Gießen verwendet zu werden. Immer einen Stock in das Gefäß stellen, damit durstige Tiere, die hineinfallen, wieder herausklettern können.

Aber auch ehemalige, gereinigte und dafür genehmigte Senkgruben können zum Wassersammeln verwendet werden. Wassertanks zum Vergraben gibt es ebenfalls serienmäßig mit Filter, Pumpe etc. in vielen Größen im Handel. Regenrinnen vom Dachabfluss, die direkt in größere Gartenteiche führen, eignen sich zudem zum Wassersammeln.

hacken Gartenarbeit

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4 Hacken und Mulchen

„Einmal Hacken spart zweimal Gießen“, besagt eine Gärtnerregel. Auf einem lockeren, feinkrümeligen Boden verdunstet wesentlich weniger Wasser. Auch eine locker aufgebrachte Mulchschicht (z. B. aus Rasenschnitt) beugt der Wasserverdunstung vor, schließlich darf der Boden nie „nackig“ herausragen!

tropfen bewaesserung

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5 Es tröpfelt im Gemüsegarten

Im Gemüsegarten bewähren sich installierte Tropfbewässerungen, die Wasser gezielt zur Pflanze transportieren. Auch ein „Schwitzschlauch“, also ein Schlauch mit vielen Poren (im Handel z. B. als „Perl-Regner“ oder „Wasser sparender Schlauch-Regner“ bekannt), spart viel Wasser, weil die oberflächliche Verdunstung an heißen Tagen verhindert wird.

Heckenpflanze einsetzen

(c) Blühendes Österreich / Alex Papis

6 Gut verwurzelt Wasser sparen

Gehölze wie z. B. Heckensträucher oder Obstbäume sollten im Herbst nicht zu groß gepflanzt werden, sodass sie über den Winter bereits ein gutes Wurzelsystem ausbilden können. So muss man nur in extrem trockenen Jahren im Frühling und Sommer mit Gießen nachhelfen. Welche Gehölze am besten in deinen Garten passen, erfährst du am Heckentag.

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7 Fauxpas für NaturfreundInnen: Rasen bewässern

Rasenbewässerung hat nichts mit einem naturnahen, Ressourcen sparenden Garten zu tun. Am besten nur jenen Bereich, den man häufig betritt, kurz mähen. Den Rest als bunte Blumenwiese mit Kräutern und Gräsern, die an Trockenheit angepasst sind, wachsen lassen und nur ein- bis zweimal im Jahr mähen. Heimische Samenmischungen, die an den Standort angepasst ausgewählt werden, erhält man über REWISA (z. B. bei Voitsauer Blumensamen).

8 Mit Humus durch den Klimawandel

„Das Um und Auf ist der Humusaufbau, um den Garten Klimawandel-fit zu machen“, erklärt uns Andrea vom „Natur im Garten“-Telefon. Für den Humusaufbau ist das Mulchen mit Rasenschnitt die effizienteste Methode und die beste Investition für einen zukunftsfähigen, an den Klimawandel angepassten Garten. Ein gesunder und aktiver Boden ist schließlich die Grundlage dafür.

Die Mulchschicht aus dem Wiesenschnitt sollte jedoch nicht höher als fünf Zentimeter sein, da sonst eine Vielzahl an Schnecken zu Besuch kommt.

Tipp: Um den Humusgehalt der Erde im Garten zu messen, kannst du Bodenproben in ein Labor schicken und testen lassen.

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