Jobs Kugelspinne

Microdipoena jobi

Gruppe: Spinnen

So erkennst du die Jobs Kugelspinne:

  • deutlich höher als lang
  • braun-grau mit weißen Flecken am Hinterleib
  • Kiefertaster der Männchen zu Fortpflanzungsorgan umgewandelt

Beschreibung

Um auf Jobs Kugelspinne aufmerksam zu werden, muss man genau wissen, wo man sucht. Und selbst dann muss man sehr genau hinsehen, denn sie ist ein echter Winzling. Selbst die – größeren – Weibchen erreichen nur eine Gesamtlänge von 1 mm, Männchen sind mit 0,8 mm sogar noch kleiner. Der Körper der Spinne ist oliv- bis dunkelbraun, der Hinterkörper ist schwarzgrau und hat eine fleckige weiße Zeichnung. Sie wirkt insgesamt sehr kurz und hoch. Die Kiefertaster der Männchen sind stark verdickt und zu einem Begattungsorgan umgewandelt.

Jobs Kugelspinne c Walter Pfliegler

Jobs Kugelspinne c Walter Pfliegler

Verbreitung

Von dieser generell seltenen Spinnenart gibt es aus Österreich erst drei Funde: im Burgenland, in Oberösterreich und der neueste Fund stammt aus Niederösterreich. Offenbar kommt sie nur in den tiefen Lagen des Alpenvorlandes, bis zu einer Seehöhe von etwa 500 m vor.

Lebensraum

Jobs Kugelspinne liebt es warm und eher trocken, typische Lebensräume sind vor allem Trockenrasen und Ruderalflächen.

Gefährdung

Um eine fundierte Aussage über ihre Verbreitung und Gefährdung in Österreich treffen zu können reichen die Daten nicht aus, hier besteht noch Forschungsbedarf.

Besonderheiten

Bei den Männchen der Webspinnen, zu denen auch die Jobs Kugelspinne zählt, ist der Kiefertaster zu einem komplexen Fortpflanzungsorgan umgewandelt. Bei der Paarung wird ein spezialisierter Teil dieses sogenannten Bulbus in die Geschlechtsöffnung der Weibchen eingeführt. Damit dies funktioniert, muss der Bulbus genau auf das weibliche Geschlechtsorgan, abgestimmt sein, man spricht hier von einem Schlüssel-Schloss-Prinzip.

Fakten:

  • Größe: Männchen 0,8 mm, Weibchen 1 mm
  • Gefährdung: unbekannt
  • Vorkommen: Trockenrasen
  • Verbreitung: bisher in Österreich nur 3 Funde, jeweils einer im Burgenland, in Oberösterreich und in Niederösterreich
  • Auftreten: bisher nur im Sommer nachgewiesen.
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