Bei dem Wort „Schmetterling“ denken die meisten Menschen sogleich an Schmetterlingsarten wie das Tagpfauenauge, den Zitronenfalter oder den Admiral, also in der Regel an Tagfalter. Österreich zählt mit einer Schmetterlingsvielfalt von über 4.000 Schmetterlingsarten zu den artenreichsten Ländern Europas. Von dieser Vielzahl an Arten zählen jedoch „nur“ etwas mehr als 200 zur Gruppe der Tagfalter (das ist im internationalen Vergleich viel). Die beinahe 3.900 Nachtfalterarten werden zwar von uns Menschen meist weniger wahrgenommen, stellen aber mit 95 % den eigentlichen Löwenanteil der heimischen Artenvielfalt. Genau genommen entspricht die Einteilung in Tag- und Nachtfalter keiner wissenschaftlichen Einteilung, sondern stellt eine in der Praxis gängige Hilfestellung zur Orientierung für Laien dar.

Basics: Tagfalter oder Nachtfalter? 

Tagfalter sind hierzulande, außer sie werden aufgeschreckt, tagaktiv. Sie haben eine kugelförmige Verdickung am Fühlerende und klappen ihre Flügel, mit Ausnahme der Dickkopffalter, in Ruheposition nach oben mit den Flügeloberseiten zueinander zusammen. Bei weitem nicht alle Nachtfalter sind jedoch nachtaktiv - das vielen bekannte Taubenschwänzchen ist z.B. tagaktiv. Die Fühler können bei Nachtfaltern vielgestaltig – z.B. fadenförmig, bewimpert, gezähnt oder gefiedert – sein, sind jedoch am Fühlerende nie kugelförmig verdickt wie bei den Tagfaltern. In der Ruheposition falten Nachtfalter ihre Flügel, mit wenigen Ausnahmen, dachförmig nach hinten über den Körper oder spreizen sie flach gegen den Untergrund. In diesem Blogbeitrag flattern wir nun in die, den meisten Menschen wahrscheinlich bekanntere, Welt der Tagfalter.  

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Falter mit Rüssel im Anflug zu einer Blume

Die Familien der Tagfalter 

Innerhalb der Familie der Ritterfalter finden sich besonders auffällige, prächtige und große Arten. Der durch Palmölproduktion akut vom Aussterben bedrohte papuanische Königin-Alexandra-Vogelfalter hat mit bis zu 28 cm die größte Flügelspannweite aller Schmetterlinge weltweit. Von den über 550 Arten sind lediglich 15 in Europa und davon nur 6 in Österreich heimisch: Gewöhnlicher Schwalbenschwanz, Gewöhnlicher Segelfalter, die drei Apollo-Arten und der Osterluzeifalter – sie alle sind gefährdet, die Apollos und der Osterluzeifalter sogar hochgradig. Bis auf die Segelfalter (Rosengewächse) werden von den Arten der Familie recht ungewöhnliche Raupenfutterpflanzen gewählt: Doldenblütler, Aralien- und Rautengewächse, Dickblatt- und Steinbrechgewächse, Osterluzeigewächse. Bis auf den nur mittelgroßen Osterluzeifalter gehören die heimischen Arten zu den großen Tagfaltern. Raupen von Schwalbenschwanz und Segelfalter sind regelmäßig in Gärten zu finden. Während diese beiden Arten neue Lebensräume erschließen können, sind die anderen standorttreu.  

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Falter auf Herbstaster

Dickkopffalter sind eher unauffällige kleine Tagfalter. Ihr Kopf ist meist breiter als der Rest des Körpers und die Vorderflügel werden in Ruheposition häufig über den Hinterflügeln gehalten, wobei sie vorne im spitzen Winkel aufeinandertreffen und sonst deutlich Platz zwischen ihnen ist. Von den 50 europäischen Arten kommen 23 in Österreich vor. Ihre Raupen leben Großteiles an Malvengewächsen, Sonnenröschen, Ziest und krautigen Rosengewächsen (Unterfamilie Würfelfalter) sowie Hartgräsern (übrige Unterfamilien). Einige Arten der Würfelfalter leben als Raupen gelegentlich in Gärten. Weltweit gibt es mehr als 4.125 Arten.

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Braunkolbiger Braun-Dickkopffalter

Von den weltweit etwa 1.000 Arten der Weißlinge kommen 64 in Europa und 21 in Österreich vor. Innerhalb der Familie gibt es Arten mit weißer (Weißlinge) und gelber Grundfarbe (Gelblinge). Raupenfutterpflanzen sind Kreuzblütler (Eigentliche Weißlinge), Schmetterlingsblütler (Tintenfleckweißlinge, Eigentliche Gelblinge/ Heufalter), Kreuzdorngewächse (Zitronenfalter) oder Kernobstgewächse (Baumweißling). Zwar gehören mit Kleinem Kohlweißling, Aurora- und Zitronenfalter auch häufige Arten in diese Familie, doch viele Arten sind (teils hochgradig) gefährdet. Raupen fast aller Arten sind auch in Gärten und Ersatzlebensräumen zu finden.  

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Aurorafalter

Die Bläulinge gehören zu den kleinen Tagfaltern. Etwa 5.200 Arten gibt es weltweit, 144 in Europa und 51 plus 3 Gelegenheitsgäste in Österreich. Typische Bläulinge sind blau oder braun, es gibt aber auch eine Gruppe orangeroter Arten (Feuerfalter) sowie die Zipfelfalter mit schwalbenschwanzähnlichen Fortsätzen der Hinterflügel. Die Raupen der Feuerfalter leben an Ampfer oder Knöterich, Zipfelfalter an unterschiedlichen Gehölzen. Typische Bläulinge nutzen je nach Art sehr unterschiedliche Pflanzen zur Eiablage, viele Arten aber mögen Schmetterlingsblütler. Die Mehrzahl der Arten ist standorttreu. So auch der Schmetterling des Jahres 2026 - der Himmelblaue Bläuling.    

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Ein blauer Falter sitzt auf einer weißen Blume

Orangerot mit dunkler Zeichnung präsentieren sich unsere 17 mittelgroßen bis großen Perlmuttfalter, darunter der vielen bekannte Kaisermantel, dessen Raupen Großteiles Stiefmütterchen und Veilchen fressen, manche aber krautige Rosengewächse oder Brombeeren.  

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Kaisermantel

Die den Perlmuttfaltern zeichnungsmäßig ähnelnden, aber einen höheren Schwarz- bzw. Braunanteil aufweisenden 15 kleinen Scheckenfalter-Arten benötigen sehr unterschiedliche Nahrungspflanzen. Einige Arten fressen zwar als größere Raupe recht unterschiedliche Pflanzen, sind aber zur Eiablage und als Jungraupen an ganz bestimmte Pflanzenarten gebunden und können nicht einmal auf nächstverwandte Arten ausweichen. Eine weitere Art aus einer exotischen Unterfamilie ist in Ostösterreich ein Neozoon, also eine gebietsfremde Tierart. Viele Edelfalter wandern weit umher, vor allem aber die kleineren Arten sind teils standorttreu. 

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Wachtelweizen-Scheckenfalter

Die fünf Eisvögel und Trauerfalter leben je nach Art an unterschiedlichen Pflanzen: Zitter-Pappeln, Heckenkirschen und Geißblättern, ostösterreichischen Arten an Waldgeißbart und Spiersträuchern oder Frühlings- und Schwarzwerdender Platterbse. Es sind große Falter von schwarzbrauner Grundfarbe, die Eisvögel blau schillernd und die Trauerfalter im Osten Österreichs mit weißen Flecken oder Streifen.  

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Blauschwarzer Eisvogel

Die beiden ebenfalls großen Schillerfalter sind wieder an Pappeln und Weiden gebunden, die Männchen blauschillernd, die Weibchen braun, mit weißen Flecken, mitunter rostrot überlaufen.  

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schmetterligszaelung

Unter den 25 Fleckenfaltern finden sich bekannte und farbenprächtige Arten, wie Admiral, Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Distelfalter oder Trauermantel. Sie kommen gerne in unsere Gärten, wenn wir ihnen über das ganze Jahr Blüten anbieten und auf chemisch-synthetische Pestizide und Kunstdünger verzichten. Raupenfutter für „Brennnesselfalter“ wie z.B. Admiral, Tagpfauenauge oder Kleiner Fuchs findet sich leicht, wenn wir der Brennnessel einen Platz im Garten gönnen. Andere Fleckenfalter bevorzugen wiederum diverse Korbblütler und Gehölze (auch Obstbäume), wobei die an Bäumen lebenden Arten als stärker gefährdet gelten.

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Ein Braunroter Schmetterling auf einer lila Blume

Um die Welt der heimischen Tagfalter noch weiter im Detail zu erkunden, ist die Schmetterlings-App von Blühendes Österreich genau das Richtige: www.schmetterlingsapp.at. Viele Möglichkeiten, wie du deinen Garten als Schmetterlingsparadies gestalten kannst, findest unter www.naturimgarten.at/schmetterlinge.       

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