Ist dein Obstgarten der Schönste?

Ehemalige Skirennläuferin und stolze Streuobstwiesenbesitzerin Michaela Dorfmeister

Michaela Dorfmeister, ehemalige Skirennläuferin und stolze Streuobstwiesenbesitzerin, freut sich Teil der Jury zu sein und auf deine Einreichung!

Gute Luise, Kronprinz Rudolf oder Maschanzker? Wir suchen die Vielfalt. Wir suchen die Obstschätze. Wir suchen die schönsten Obstgärten & Streuobstwiesen 2018 – jetzt bis 8. Juli 2018 einreichen! 

2.000 Obstsorten und 5.000 Tier- und Pflanzenarten, wie Zwergohreule und Steinkauz. Das gibt’s in unseren Streuobstwiesen ins unserem schönen Land! Österreichs Landschaften und seine Artenvielfalt sind maßgeblich von seinen Streuobstwiesen, ihren Hochstammbäumen und Sortenvielfalt, der traditionellen Bewirtschaftung und von der Liebe und Zuwendung unserer BäuerInnen sowie GärtnerInnen geprägt. Diese Vielfalt holen wir gemeinsam mit Euch und der ARGE Streuobst vor den Vorhang! Bist auch du stolze/r Besitzer/in einer Streuobstwiese, dann füll‘ das Formular aus und mit etwas Glück zählt deine Wiese zu den schönsten. Nebenbei gibt`s auch noch Preise im Wert von € 5.000 zu gewinnen!


Die GewinnerInnen werden am 18. September 2019 prämiert und am 19. September bekannt gegeben!


Streuobstwiese?

Der Streuobstbau umfasst nach dem in Österreich verbreiteten Verständnis den landschaftsprägenden extensiven Obstbau mit Hochstammkultur: Streuobstwiesen, Obstbäume in Weingärten, Obstbäume auf Ackerflächen, markante Einzelbäume und Grenzbäume, Obstbäume am Straßenrand, Obstalleen. In allen Fällen handelt es sich um großkronige Obstbäume, die extensiv gepflegt werden (d.h. ohne Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln und ohne Kunstdünger) und die das Landschaftsbild prägen.

Was suchen wir?

Es gibt zwei Kategorien. Wir suchen die schönsten, artenreichsten, buntesten Streuobstwiesen mit mehr als fünf Bäumen, aber auch die kleinen feinen Hausgärten mit zwei bis fünf Bäumen.

Wer kann einreichen?

Alle, die eine Streuobstwiese oder einen Hausgarten bewirtschaften oder im Eigentum haben.

Gibt’s auch Preise?

Die schönsten drei Streuobstwiesen und Hausgärten aus allen Bundesländern, sowie zwei Bundessieger werden prämiert. Die erstgereihten 100 Einreichungen bekommen 100 regionaltypische Obstbäume geschenkt. Der Bundessieger aus der Kategorie Streuobstwiese bekommt eine taufrische und neue Erntewundermaschine Obstraupe, der Hausgartengewinner eine Haus-/Hydropresse. Alle 54 Preisträger bekommen eine Plakette als Auszeichnung.

Wer wählt aus?

Eine unabhängige Jury bestehend aus Michaela Dorfmeister, ehemals Skirennläuferin und stolze Besitzerin einer Streuobstwiese im Mostviertel, Robert Nagele, Vorstandssprecher Billa AG und glühender Streuobstfan, sowie Katharina Varadi-Dianat, Obfrau ARGE Streuobst Österreich und Ronald Würflinger, Geschäftsführer von Blühendes Österreich wählen nach objektiven Kriterien aus.

Nach welchen Kriterien wird bewertet?

  • Intensität der Unternutzung der Wiese: Diese kann von intensiv bis „nicht vorliegend“ reichen. Wird die Wiese unter den Bäumen nicht gepflegt, kommt es zu Verfilzung und eventuell sogar zu einer schleichenden Verbuschung der Fläche. Im Gegensatz dazu schadet eine angemessene Nutzung durch Weidevieh oder Mahd dem Bestand nicht. Selbstverständlich wird die Wiese im Hausgarten öfter als in der Streuobstwiese gemäht: Hier wäre eine mittlere Nutzung als Hochrasenmahd mit einer mittleren Bewuchshöhe > 12cm anzusehen.
  • Kronenzustand: Ein naturgemäßer, regelmäßiger Pflegeschnitt (alle 3 bis 5 Jahre) hält den Baum länger in der Ertragsphase und gewährleistet eine gute Durchlüftung und Besonnung der Krone, was der Fruchtqualität zugutekommt. Auch Mistelbefall schwächt den Baum. Bei alten Bäumen sollte man sich mit Rücksicht auf die ökologische Wertigkeit auf das Entfernen von kranken Astpartien (Feuerbrand!) beschränken.
  • Tritt- und Verbissschäden durch Weidevieh: Hier ist vor allem der Zustand der Fläche unter den Obstbäumen ausschlaggebend. Geschälte Baumstämme und freigetretene Wurzeln sorgen für Ausfälle bei den Obstbäumen.
  • Vitalität der Obstbäume: Gut ausgebildete Blätter, ein regelmäßiger Zuwachs an jungen Trieben und zumindest jedes zweite Jahr eine ausreichende Ernte kennzeichnen einen gesunden Obstbaumbestand, der neben den Früchten für die Menschen, auch den dort lebenden Tieren ausreichend Schutz und Nahrung bietet. Dem gegenüber stehen vergreiste oder verbissene Bäume mit kaum ausgelichteten Kronen, die nur kleine und qualitativ oft unbefriedigende Früchte bringen.
  • Maßnahmen zur Sicherung des Streuobstgartens „Jungbaumpflege): Das fachgerechte Nachpflanzen von jungen Obstbäumen ist eine der wichtigsten Investitionen in die Zukunft des Landschaftsobstbaus. Vor allem in den ersten Jahren nach der Pflanzung muss der junge Baum  recht intensiv betreut werden. Dazu gehört der richtige Aufbau- und Erziehungsschnitt ebenso, wie ein ausreichender Einzelbaumschutz, ein Baumpfahl und eventuell eine gemulchte Baumscheibe.
  • Vielfalt an Obstarten und Obstsorten (Pomologischer Wert)
  • Anzahl der Obstarten: Je mehr verschiedene Obstarten ein Bestand hat, umso weniger anfällig ist der Bestand gegenüber Schädlingen und Krankheiten, die jeweils nur eine Obstart befallen.
  • Sortenreichtum: Egal, ob man eine „Weinbirne“ oder einen „Gravensteiner“-Apfel im Garten hat. Streuobstgärten sind die letzten Refugien für alte oder seltene Sorten. Auch in Kärnten stehen noch Bäume, deren Sorten niemand kennt, und die sich aber genau hier besonders bewährt haben. Denn einer härteren und konsequenteren „Sortentestung“ als in einem extensiv genützten Obstgarten, kann eine Obstsorte wohl kaum unterzogen werden. Sorten, die über 60, 80 oder sogar 100 Jahre an einem Standort ohne chemischen Pflanzenschutz und meist ohne Düngung „durchhalten“ (sowohl als Pflanze als auch in der Verwertung der Früchte), bieten nicht nur den Vorteil robust und langlebig zu sein. Sie sind auch ein lebendiges (genetisches) Erbe unserer Vorfahren.
  • Bestandesalter: Obstgärten mit Bäumen verschiedenen Alters garantieren eine lange Lebensdauer bei voller ökologischer und obstbaulicher Funktionalität eines Bestandes. Sind 1/5 -1/3 der vorhandenen Bäume jünger als 20 Jahre, kann der Obstgarten als gesichert angesehen werden. Ist der Anteil an Altbäumen (> als 60 Jahre) sehr hoch, steigt zwar der naturschutzfachliche Wert, die Bestandessicherheit sinkt jedoch. Ideal wären jeweils 1/3 Jungbäume (< 20 Jahre), 1/3 Bäume im Vollertrag  (< 60 Jahre) und 1/3 „Altbäume“ (> 60 Jahre).
  • Bestandeshöhe: Unterschiedliche Baumhöhen bieten mehr nutzbaren Lebensraum für Tiere und bremsen durch ihr „raues Relief“ Witterungseinflüsse, was wiederum für ein gemäßigtes Mikroklima im Bestand sorgt. Durchschnittlich sind Streuobstbäume ungefähr 8m hoch. Mostbirnen und Wildobstarten wie der Speierling können bis zu 12m hoch werden. Im Hausgarten sind die Baumhöhen niedriger anzusetzen.
  • Verhältnis zw. Fläche und Baumzahl: Um von einer „Streuobstfläche“ sprechen zu können, sind mindestens 30 Bäume/ha erforderlich. Diese Kenngröße gibt Auskunft, wie „lückig“ ein Bestand bereits geworden ist, oder ob umgekehrt zu viele Bäume auf einer Fläche stehen, so dass der extensive Nutzungscharakter nicht mehr vorliegt. Der Platzbedarf pro Baum ist in der Streuobstwiese natürlich größer als im Hausgarten. Im Streuobstbestand sind 60 – 120 m²/Baum ideal, im Hausgarten je nach Wüchsigkeit des Baumes zwischen 10 – 40 m².
  • Ökologische Wertigkeit (Naturschutzwert): Streuobstbestände sind zwar durch den Menschen entstanden, durch ihre Vielfalt bieten sie jedoch wichtige ökologische Nischen für zahleiche Tiere, vor allem Vögel und Insekten. Vergleichbar einer „Baumsteppe“ in Afrika bilden sie den Übergang zwischen der offenen Agrarlandschaft und dem Wald. Um die ökologische Wertigkeit zu beurteilen, gibt es eine Fülle von Parametern, von denen hier nur die wichtigsten herangezogen werden:
  • Lebensraumgerechte“ Bewirtschaftung: Das Vorhandensein von Nistkästen, Ansitzstangen für Greifvögel oder auch das Belassen von Reisig- und Steinhäufen als Unterschlupf für Marder und Wiesel, dient nicht nur dazu Tieren eine „Wohnmöglichkeit“ zu bieten. Auch der Mensch und der Obstbaum profitieren davon. Dazu gehört aber auch beispielsweise, das „schlagweise“ Mähen der Wiese unter den Obstbäumen. Diese Maßnahme ermöglicht Kleintieren den Rückzug in die ungemähte Fläche und verhindert bei zahlreichen Insekten den schlagartigen Verlust ihrer Nahrungsgrundlage.
  • Anbindung an andere Streuobstflächen: Als eigenständiger Lebensraum „funktionieren“ Streuobstbestände erst ab einer Baumzahl von ca. 200 Bäumen, das wären ca. 2,5 ha Fläche. Gerade in Kärnten sind so große zusammenhängende Streuobstwiesen allerdings selten. Die meisten in den Obstgärten lebenden Tiere sind allerdings mobil genug um 500 m Distanzen zu überwinden und so von einem Obstgarten zum nächsten zu wandern und so das Potenzial des Lebensraumes vollständig auszunutzen.
  • Anbindung an Nachbarstrukturen: Wie schon erwähnt, bilden Obstgärten oft eine Verbindung zu anderen Landschaftstrukturen und sind so wichtige „Trittsteine“ für Insekten und Vögel bei ihren Wanderungen zwischen den für sie geeigneten Habitaten. Liegen ähnliche Landschaftselemente (Windschutzgürtel, Hausgärten, etc.) in 500 m Radius zur Streuobstfläche, kann diese Funktion auch genutzt werden.
  • Existenz von Kleinstlebensräumen: Der hohe ökologische Wert von Streuobstbeständen besteht vor allem darin, dass sie einer Vielzahl an Klein- und Kleinstlebewesen Unterschlupf, Vermehrungsmöglichkeit und Nahrung bieten. Sowohl zu intensive, als auch ein Zuwenig an Baumpflege wirkt sich auf diese Lebensräume nachteilig aus. Auch hier bietet die traditionelle, extensive Baumpflege im Streuobstgarten einen idealen Kompromiss zwischen den ökonomischen und ökologischen Interessen.
    Wichtige Indikatoren sind:

    • Höhlenfähigkeit: Obstbäume bilden früher Baumhöhlen aus, als andere Baumarten. Dabei haben Apfelbäume, die größte Bedeutung, gefolgt von Birne und Walnuss. Das Potential zur Höhlenbildung steigt mit zunehmendem Alter an. So haben zum Beispiel Mostapfelbäume auf Sämlingsunterlage mit 50-60 Jahren ein sehr hohes Höhlenpotential.
    • Altholz/Totholzanteil: Hier wird bei der Beurteilung besonders auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen obstbaulicher Pflege (Auslichtung, Wundverschluss, Verjüngungsschnitt) und ökologischen Interessen geachtet. Ein Zuwenig an Pflege bewirkt ein Vergreisen des Baumes und eine geringe Fruchtqualität. Insbesondere vergreiste Bäume sterben früher ab und stehen dann als Lebensraum nicht zur Verfügung. Ebenso zerstören zu starke Pflegeeingriffe (z.B. Verschließen von bestehenden Baumhöhlen oder Rindensäuberung) die oben genannten Lebensräume.
    • Borkenstruktur: Je nach Obstart und Baumalter ist die Rinde des Obstbaumes anders strukturiert. Diese unterschiedlichen Borkenstrukturen bieten jeweils daran angepassten Spezialisten Lebensräume, die sie anderorts nicht finden können. Auch Moose und Flechten, die auf der Rinde siedeln bieten Kleinstlebewesen Unterschlupf. Bei der Beurteilung dieses Indikators kommt es also darauf an, ob ein Baumbestand möglichst viele verschiedene Borkenstrukturen aufweisen kann.
  • Gesamteindruck und Typisierung des Streuobstgartens: Hier geht es vor allem, um die Bewertung des Gesamteindruckes des Bestandes. Dieser ergibt sich aus den einzelnen oben beschriebenen Parametern, aber auch dem individuellen Eindruck der Juroren während der Begehung.

Die Parameter sind:

      • Typisierung nach Nutzungsintensität: hier wird wie folgt unterschieden:
        • Nutzungsintensiv: im Verhältnis intensiv genutzte und sehr gut gepflegte Bestände mit mehr als 30% Jungbaumanteil
        • Erhaltungstyp: Obstgärten mit mittlerer Pflegeintensität und einem Jungbaumanteil von < als 25%.
        • Nutzungsextensiv: Obstgärten mit geringer Pflegeintensität (kein planmäßiger Schnitt) und einem Jungbaumanteil von < als 10%
        • Aufgegebener Bestand: Obstgärten ohne Pflege und Nachpflanzungen, mit deutlichen Anzeichen von Verbuschung und Baumruinen
      • Bestandessicherheit: Die Erhaltung von Streuobstgärten ist nur in Verbindung mit einer regelmäßigen Nutzung und Pflege der Bäume und der Flächen darunter möglich. Daneben spielt auch die emotionale Komponente eine sehr wichtige Rolle. Ändern sich die Besitzverhältnisse (z.B. durch einen Generationswechsel) oder die Intentionen der Besitzer, ist die Zukunft eines Bestandes sehr schnell gefährdet. Das Erwirtschaften eines gewissen ökonomischen und/oder emotionalen „Wertes“ aus der Streuobstfläche ist daher für deren Fortbestand sehr wichtig. Diesem Faktor soll hier Rechnung getragen werden.
        • hoch: der Garten besitzt einen hohen – mittleren wirtschaftlichen oder emotionalen Wert für den Bewirtschafter (durch Direktvermarktung der Produkte, Doppelnutzung oder als „Liebhaberei“)
        • mittel: der Obstbaumbestand wird aus Tradition oder wegen der Förderungen „einstweilen“ belassen. Die Grünlandnutzung unter dem Obstbaumbestand wird als wichtiger angesehen, als der Bestand selbst
        • gering: aus der Streuobstfläche wird kein oder nur ein sehr geringer Nutzen gezogen. Die Aufrechterhaltung der Streuobstfläche wird als Belastung empfunden.
      • Soziokulturelle Funktionalität (Nutzung als Erholungsraum, Steigerung d. Lebensqualität f. die Nutzer): Dieser Parameter umfasst alle Aktivitäten und Bereiche mit ein, die einen unmittelbaren „gesamtgesellschaftlichen“ Nutzen darstellen. Dies kann zum Beispiel die Teilnahme an einem „Obstlehrpfad“ sein, oder das Anpflanzen bzw. Verjüngen von Bäumen mit alten Sorten. Ebenso können hier landschaftlich besonders schöne Ensembles (z.B. imposante einzeln stehende Bäume) mit Punkten versehen werden.
      • Besonderes: Hier können bis zu 5 Punkte durch die Jury „frei“ vergeben werden, um besonderen Aktivitäten, die unmittelbar mit dem Streuobstbestand zusammenhängen, Rechnung zu tragen. Beispiele dafür sind: Verstärkte Bemühungen zur Reaktivierung vergreister Obstbestände, das Vorhandensein eines Nutzungs- und Vermarktungskonzeptes für den Streuobstbestand und die daraus gewonnenen Produkte.
      • Gesamteindruck: Abschließend wird der individuelle Eindruck des Obstgartens in seiner Gesamtheit bewertet.

Mehr Informationen rund um das Thema Obstgarten&Streuobstwiese:

Presseinformation ARGE Streuobst und Blühendes Österreich suchen die schönsten Streuobstwiesen
SOS Streuobstwiese – 6 Gründe weshalb wir sie retten müssen
Obstbaumschnitt Streuobstwiese – So kommen Gärtner und Frucht auf einen grünen Zweig
Die Zwergohreule, der kleine Teufel im Obstbaum
Diese Obstraupe macht alle satt
Der wilde Imker – Interview mit dem Wildbienenzüchter Peter Fuchs
10 Käfer, die du kennen solltest


X