Markus Hengstschläger ist Genetiker, in der Bioethikkommission, Berater des aktuellen Finanzministers und Autor zahlreicher Bücher. Im Rahmen der Nachhaltigkeitswochen der REWE International AG (von 5. bis 17. September) spricht er über Vielfalt und Nachhaltigkeit.

Portait von Markus Hengstschläger

Was bedeutet für Sie Vielfalt?

Ich bin Genetiker und Vielfalt ist für mich ein Konzept der Evolution: Man ist in der Gegenwart auf die Fragen von morgen vorbereitet, um zu überleben. Je verschiedener wir sind, desto besser können wir hinsichtlich einer schnelllebigen, sich stets verändernden Zukunft agieren – deshalb müssen wir in der Gegenwart auf Vielfalt bauen.

Wie erhalten wir Vielfalt?

Wir kennen heute schon einige Fragen von morgen – betrachten Sie die Ökologie oder das Thema Industrie 4.0. Darauf können wir uns mit Fokus vorbereiten. Die Welt ist aber einem immer schnelleren Veränderungsgrad ausgesetzt und es gibt heute viel mehr Fragen als gestern. Auf manche Fragen müssen wir einfach reagieren.

In welchen Bereichen ist Vielfalt wichtig?

Auf jeden Fall in der Innovation, in der Natur, aber auch immens in der Talentförderung. In ein paar Jahren wird es Jobs geben, die wir heute noch nicht kennen und von denen wir noch gar nicht wissen, dass wir sie brauchen, andere Jobs werden sich verändern und neu erfinden. Vor allem im Ideenfinden ist Vielfalt eklatant. Österreich ist da leider ein Innovationfollower und kein Innovationleader. Das ist traurig für ein Land, das auf nichts anderes bauen kann. Wir haben keine Rohstoffe, wir sind auch kein Billiglohnland, um auf Massenproduktion zu setzen, so wir das wollten. Wir sind da von den Grundvoraussetzungen mit der Schweiz vergleichbar, doch die ist uns in Sachen Innovation weit voraus. Die Schweiz ist ein Innovationsleader.

"Man muss sich bei seinen Entscheidungen bewusst sein: Kann ich sie, sollten sie dem Menschen zum Nachteil gereichen, wieder rückgängig machen?"

Sie sind Humangenetiker und auch stellvertretender Vorsitzender der Bioethikkommission – inwieweit darf der Mensch zum Erhalt der Vielfalt eingreifen?

Man muss sich bewusst sein, dass der Mensch Teil eines großen Systems ist und seinen Beitrag dazu leistet. Er muss den Veränderungsgrad, den er auslöst, berücksichtigen und bedenken: Was, wenn ich jetzt einen Fehler mache? Und ich denke, wir haben schon einige Fehler gemacht. Man muss sich bei seinen Entscheidungen bewusst sein: Kann ich sie, sollten sie dem Menschen zum Nachteil gereichen, wirklich wieder rückgängig machen? Ich nenne das den Asbestfaktor. Asbest ist widerstandsfähig und langlebig, aber auch krebserregend und aufwändig in der Entsorgung. Bei manchen Entscheidungen wissen wir einfach gar nicht, welche Auswirkungen sie haben. Es gibt dazu keine Langzeitstudien und -erkenntnisse. Das werden erst die Generationen nach uns erfahren.

Inwiefern braucht Vielfalt Nachhaltigkeit?

Die Entscheidung, die wir heute treffen, ist eine Entscheidung für morgen. Man kann Entscheidungen treffen, die lange halten, aber ich sage: Man muss Traditionen permanent überprüfen. Bewährtes kann man bewahren, indem man es sich stets ansieht und überdenkt. Deshalb brauchen wir eine Vielfalt an Menschen, die neue Wege denken und gehen können. Als Mitglied der Bioethikkommission stelle ich natürlich auch die Frage: Dürfen wir alles, was wir können?

"Der Mensch kann sich anpassen. Ob das die Natur kann, ist die Frage."

In einem Interview sagen Sie, Dinosaurier waren keine nachhaltigen Tiere. Sie haben lange gelebt, sind aber dennoch ausgestorben. Werden wir Menschen zum Dinosaurier?

Der Mensch ist ein sehr wandelbares, reagierendes Wesen. Sehen Sie sich nur an, wie er sich in 1.000 Jahren verändert hat. Zum Teil durch eigene Entscheidungen, zum Teil durch das, was um ihn herum passiert ist. Wir waren nicht immer Herr der Situation. Aber der Mensch kann sich anpassen und verändern. Ob das die Natur auch kann, das ist die Frage. Wie viel Dinosaurier steckt in der Natur und wie rasch kann sie sich neuen Gegebenheiten anpassen? Die Generationen Y und X denken darüber viel schärfer nach als noch meine Generation. Ich bin 48 und als ich 18 wurde, wollte jeder ein Auto. Davon sind wir heute weit entfernt. Es geht vielmehr um Themen wie Sharing – sowohl im Wohnen als auch in der Mobilität –, oder um die Wiederverwendbarkeit von Dingen. Ich habe die Hoffnung, dass die Jungen aus unseren Fehler lernen und es besser machen.

"Etwas in den Köpfen der Menschen zu verändern, das ist langfristig wirklich nachhaltig."

Inwiefern integrieren Sie Nachhaltigkeit in Ihr Leben?

Die ökologischen Aspekte sind eine Selbstverständlichkeit – Mülltrennen, erneuerbare Energie, bedachte Mobilität. Beim Konsum ist ein wesentlicher Punkt: Die Entscheidung liegt bei uns, nicht beim Angebot! Letztendlich liegt im Supermarktregal das, was der Konsument will. Und bei dieser Entscheidung habe ich – etwa als Lebensmittelkonzern – einen Hebel für die Nachhaltigkeit: Wenn ich Produkte, die meinen nachhaltigen Kriterien nicht entsprechen, aus dem Repertoire nehme, habe ich etwas beigetragen.

Blühendes Österreich schützt, mit Hilfe von Konsumenten und Landwirten, wichtigen Naturraum. Braucht Österreich mehr von solchen Initiativen?

Es braucht jede einzige solcher Initiativen. Sie haben zwei Effekte: Sie sind messbar und sie leisten auch Erziehungsarbeit. Etwas in den Köpfen der Menschen zu bewegen und zu verändern, das ist langfristig wirklich nachhaltig. Das Gespräch führte Maria Schoiswohl. Mehr zu den Nachhaltigkeitsaktivitäten der REWE International AG finden Sie hier.

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Naturkundliche Wanderung

Naturkundliche Wanderung

30. Aug. |
Steiermark
Veranstalter: Nationalpark Gesäuse GmbH

Die Parkplätze im Nationalpark Gesäuse sind kostenpflichtig (Tagesticket € 7,00). Nähere Informationen zu den Parkplätzen sind hier zu finden. Allgemeine Informationen zur Anreise in den Nationalpark Gesäuse stehen hier zur Verfügung.

Für die Anreise zu unseren Veranstaltungen empfehlen wir öffentliche Verkehrsmittel. Alternativ kann im Sommerhalbjahr das Gesäuse Sammeltaxi (+43 3613 21000 99) genutzt werden.

Österreichische Bundesbahn: www.oebb.at
BusBahnBim - Auskunft: www.busbahnbim.at

Haltestelle:

  • Gesäuse Haindlkar (RegioBus 912)

Teilnahme kostenlos

 

Leichte bis mittelschwere Wanderung
Gehdistanz: 5,0 km (hin und retour)
Höhenmeter: 500 hm
Reine Gehzeit: 1,5 Stunden (Aufstieg)

 

Diese geführte Tour mit Nationalpark Ranger:in führt zur Haindlkarhütte und vermittelt Wissenswertes über Natur, Tiere und Pflanzen.

Eine leichte Wanderung führt zur Haindlkarhütte, die zu Füßen der imposanten Hochtorgruppe liegt. Unser:e Nationalpark Ranger:in erzählt von der Alpingeschichte der Region und gibt einen Überblick über die Geologie und die Naturräume des Nationalparks.

Leitung: Nationalpark Ranger:innen


 

Erwachsene, Jugendliche
Familien, Erwachsene mit Kindern
Kinder und JugendlicheWetterfeste Kleidung, feste Schuhe; Getränk und Jause nach eigenem Bedarf

Haltestelle/ Parkplatz Haindlkarhütte
Dauer: 09:00 Uhr - 16:30 Uhr

Für Kurzentschlossene ist keine Anmeldung erforderlich

Findet diese Veranstaltung bei jedem Wetter statt?
Ja, denn wir finden, unser Nationalpark Gesäuse ist bei jedem Wetter ein Erlebnis! Sollte das Wetter eine Wanderung ins Haindlkar nicht erlauben, findet eine Wanderung im Talbereich statt.

Darf ich meinen vierbeinigen Freund mitbringen?
Die Mitnahme von Hunden ist nicht erlaubt.

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Der Fährte folgen
Besucher:innenprogramm Erlebniszentrum Weidendom

Besucher:innenprogramm Erlebniszentrum Weidendom

30. Aug. |
Steiermark
Veranstalter: Nationalpark Gesäuse GmbH

Infohütte, Erlebniszentrum Weidendom

Unsere Führungen und Angebote stehen allen Menschen offen. Sollte für eine barrierefreie Teilnahme eine besondere Form der Unterstützung erforderlich sein, wird um frühzeitige Kontaktaufnahme gebeten.

Für Personen mit eingeschränkter Mobilität wird für diese Veranstaltung ein Rollstuhl mit Zuggerät (Swiss Trac) kostenlos zur Verfügung gestellt (Voranmeldung erforderlich).

Am Veranstaltungsort befindet sich ein rollstuhlgerechtes WC.

Kosten für Forschungsprogramme (11:00, 14:00 und 16:00 Uhr):

Erwachsene: € 7,00
Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre: € 5,00
Familienkarte (max. 4 Personen): € 12,00

Sondertermine sowie spezielle Programme für (Bus-)Gruppen und Schulen werden im Infobüro Admont organisiert. Unsere Gruppenangebote finden Sie hier.

Wir sind Partner der Steiermark-Card, Bonuspartner der Schladming-Dachstein Card und ZWEI UND MEHR Vorteilsbetrieb.

Forschungsprogramm 1: Die Reise in den Mikrokosmos "Wasser" 

Tauchen Sie in die spanndende Welt der Wasserlebewesen ein. Eine selbst genommene Wasserprobe kann beim Mikroskopieren "unter die Lupe" genommen werden. Dabei entdeckt man Kleinstlebewesen, die man in dieser Größe noch nie gesehen hat.

 Forschungsprogramm 2: Wildnis erforschen im Auwald

Gehen Sie auf die Suche nach Wildnis in der Aulandschaft um den Weidendom und erfahren, welche Bäume gerne nasse Füße haben und welche seltene Vogelart ganz in der Nähe brütet.

Forschungsprogramm3: Abenteuer Wilde Wiese 

Ein:e Nationalpark Ranger:in zeigt Ihnen wie Sie in einer wilden Wiese auf Entdeckungsreise gehen können und neben schillernden Käfern und Bienen auf Nektarsuche auch Russischen Bären oder eine rotflügelige Schnarrschrecke aufspüren.


Die Gruppe entscheidet, welches der drei Programme stattfindet.

Erwachsene, Jugendliche
Familien, Erwachsene mit Kindern
Kinder und Jugendliche

Findet diese Veranstaltung bei jedem Wetter statt?
Ja, denn wir finden, unser Nationalpark Gesäuse ist bei jedem Wetter ein Erlebnis!

Darf ich meinen vierbeinigen Freund mitbringen?
Die Mitnahme von Hunden ist nicht erlaubt.


 

  • Öffnungszeiten: (der Weidendom ist ganzjährig frei betretbar, betreutes Besucherprogramm zu folgenden Zeiten)

    01.05.2026 - 30.06.2026: Samstag, Sonntag, Feiertage, jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr
    01.07.2026 - 13.09.2026 : täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr
    14.09.2026 - 30.09.2026: Samstag, Sonntag, jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr

Die Forschungsprogramme finden während der Öffnungszeiten immer um 11:00 Uhr, 14:00 Uhr und 16:00 Uhr statt.

Sondertermine außerhalb der Öffnungszeiten, sowie spezielle Programme für Gruppen, Busgruppen und Schulen werden im Informationsbüro in Admont organisiert, Tel. +43(0)3613/21160-20, info@nationalpark-gesaeuse.at

Unter fachkundiger Anleitung tauchen kleine und große Besucher:innen in die wilde Seite des Nationalparks ein.

Drei unterschiedliche Programme ermöglichen Besucher:innen einen spannenden Einblick in die Tier- und Pflanzenwelt des Nationalparks zu bekommen: „Die Reise in den Mikrokosmos Wasser“, „Abenteuer Wilde Wiese“ oder „Wildnis erforschen im Auwald“.

Keine Anmeldung erforderlich

Die Parkplätze im Nationalpark Gesäuse sind kostenpflichtig (Tagesticket € 7,00). Nähere Informationen zu den Parkplätzen sind hier zu finden. Allgemeine Informationen zur Anreise in den Nationalpark Gesäuse stehen hier zur Verfügung.

Anfahrt: Das Erlebniszentrum liegt an der Bundesstraße B146 direkt an der Abzweigung nach Johnsbach, gleich gegenüber vom Gasthof zur Bachbrücke.

Für Navi-Nutzer: Der Weidendom hat keine eigene Adresse. Am besten ist die Eingabe der Adresse des Gasthofes zur Bachbrücke: Krumau 97, 8911 Admont.

Für die Anreise zu unseren Veranstaltungen empfehlen wir öffentliche Verkehrsmittel. Alternativ kann im Sommerhalbjahr das Gesäuse Sammeltaxi (+43 3613 21000 99) genutzt werden.

Österreichische Bundesbahn: www.oebb.at
BusBahnBim - Auskunft: www.busbahnbim.at

Haltestelle:

  • Gesäuse Bachbrücke/Weidendom (RegioBus 912)
  • Johnsbach im Nationalpark Bahnhof (ÖBB)
Besucher:innenprogramm Erlebniszentrum Weidendom
Der Fährte folgen