Das Projekt „Naturwiese nach dem Vorbild der Zurndorfer Buhe“ transformiert gemeindeeigene Rasenflächen in einen artenreichen und wertvollen Lebensraum. Die "Buhe" – das bei den Zurndorfer:innen beliebte Europaschutzgebiet mit seinen Trockenrasenwiesen dient als Vorlage: Daran angelehnt entstehen auf rund 3.600 m² artenreiche Naturwiesen mit standortangepassten Pflanzen.
Die Umwandlung von intensiv gepflegten Rasenflächen in extensive Naturwiesen schafft nicht nur neuen Lebensraum für die heimische Tier- und Pflanzenwelt, sondern reduziert langfristig auch den Pflegeaufwand und die damit verbundenen Ressourcenkosten.
Die Rasenflächen werden mit zertifiziertem, regionalem REWISA-Saatgut in Naturwiesen umgewandelt. Dieses Gütesiegel garantiert, dass die Samen von heimischen Wildpflanzen aus österreichischer Herkunft stammen und lückenlos bis zur Ursprungsfläche zurückverfolgt werden können. Damit stellen wir sicher, dass genau jene Pflanzenarten zum Einsatz kommen, die an die pannonischen Bedingungen angepasst sind. Durch die Pflanzung von heimischen Gehölzen gestalten wir die Wiese artenreich.
Ein weiterer zentraler Bestandteil ist die Bewusstseinsbildung der Bevölkerung durch Informationsveranstaltungen, Mitmachaktionen und Workshops.
Durch das Projekt wird die biologische Vielfalt gefördert und das Verständnis für naturnahe Flächen in der Gemeinde gestärkt.
Unsere Vision
Mitten im Dorf blühen Naturwiesen nach dem Vorbild der "Buhe" – mit Trockenrasen-Pflanzen wie Salbei, Labkraut und Violette Königskerze.
Statt eintöniger Rasenflächen entsteht ein Netzwerk lebendiger Lebensräume.
Die Wiesen brauchen wenig Pflege – nur einige Mahden pro Jahr.
Gleichzeitig sind sie Orte der Begegnung – zum Spazieren, Verweilen und Naturbeobachten.
Schulklassen dokumentieren die Artenvielfalt mit iNaturalist, Zurndorfer:innen treffen sich beim Wiesenfest mit Sensenkurs.
Unsere Vision: Zurndorf wird artenreicher, klimafitter und lebenswerter – denn unsere Lebensqualität ist untrennbar mit der Natur verbunden.
Konkrete Ziele im Projekt
- Artenvielfalt fördern – durch die Ansiedlung von Wildpflanzenarten, die Insekten, Vögeln und anderen Kleintieren Nahrung und Deckung bieten.
- Gemeinschaft einbinden – mit Mitmachaktionen (z.B. gemeinsames Einpflanzen), einer Informationsveranstaltung, einem Fachvortrag von „Natur im Garten“ zum Thema "Naturwiese richtig anlegen und pflegen" sowie einem Wiesenfest 2027 mit Schmetterlingsworkshop für Kinder und Sensenkurs.
- Pflege optimieren – Umstellung von wöchentlichem Mulchen (ca. 25 Mähdurchgänge pro Jahr) auf zwei Mahden pro Jahr entlastet den Bauhof, spart Treibstoff und senkt langfristig die Kosten.
- Kühlung durch Naturwiesen - An heißen Sommertagen kühlt die Naturwiese durch ihre Verdunstung besser die Umgebung als kurzgemähter Rasen – ein wichtiger Beitrag gegen Überhitzung und Hitzeinseln im Dorf.
- Mähgut nutzen - Das Heu kann von Pferdebesitzern abgeholt werden, um es regional zu nutzen. Interessierte können sich gerne melden.
- Nachhaltigkeit sichern – Extensive Pflege mit Abtransport des Mähguts, begleitende naturschutzfachliche Betreuung und Monitoring dokumentieren die Entwicklung der Artenvielfalt langfristig.
Motivation für das Projekt
Zurndorf ist Teil des europaweiten Natura 2000-Schutzgebiets. Dieses beherbergt eine artenreiche Pflanzen- und Tierwelt. Doch diese Vielfalt ist bedroht: Das weltweite Artensterben macht auch vor unserer Gemeinde nicht Halt.
Mit diesem Projekt wollen wir dem Artensterben entgegenwirken und die Vielfalt für kommende Generationen bewahren.
Wen unterstützt Blühendes Österreich?
Die Sektion „Grüner Daumen“ des Vereins „Für mehr Lebensqualität in Zurndorf“ bündelt das Engagement für mehr Natur und Artenvielfalt in unserer Gemeinde. Alle Projekte und Aktivitäten werden gemeinsam mit der Gemeinde Zurndorf entwickelt.
Wir wollen den Erhalt der biologischen Artenvielfalt aktiv fördern – durch Gestaltung und Wiederherstellung naturnaher Lebensräume, von denen Flora, Fauna und Mensch gleichermaßen profitieren.
„Wir machen die Gemeinde klimafit!“ Mit Anpassungsmaßnahmen minimieren wir die negativen Folgen des Klimawandels: ökologische Umgestaltung von Flächen, kühlende Grüninseln, Förderung trockenheitsresistenter Pflanzen.
Unsere Stärke liegt in der Gemeinschaft. Wir binden die Bevölkerung überparteilich ein – bei Mitmachaktionen, Informationsveranstaltungen und praktischen Projekten.
Weitere Informationen: https://citiesapps.com/pages/gruner-daumen
Welche Herausforderungen werden gelöst?
Eine Abschätzung ergab: Im bebauten Ortsgebiet werden mehr als 6 Hektar Rasenflächen vom Bauhof der Gemeinde intensiv gemäht und gepflegt – mit hohem Maschinen- und Personaleinsatz.
Die Folge: hohe Kosten für Treibstoff und Arbeitszeit, aber wenig ökologischer Wert. Heimische Insekten finden auf kurzgeschorenen Rasenflächen weder Nahrung noch Schutz.
Viele Gemeinden in Österreich stehen vor der gleichen Herausforderung: Kosten sparen, Personal und Maschinen effizient einsetzen, gleichzeitig Klimaanpassung und Artenschutz gerecht werden.
Wir setzen hier an: Umwandlung von Rasenflächen in Naturwiesen – mit extensiver Pflege statt wöchentlichem Mulchmähen. Das senkt die laufenden Kosten und schafft wertvolle Trittsteinbiotope welche die neuen Naturwiesen mit dem angrenzenden Europaschutzgebiet verbinden.
So minimieren wir langfristig den Pflegeaufwand, schonen die Umwelt und schaffen mehr Lebensqualität in Zurndorf.
Was ist das Besondere am Projekt?
Das Einzigartige unserer Region ist die "Buhe" – ein Europaschutzgebiet mit pannonischen Trockenrasen direkt vor unserer Haustür. Diesen Schatz holen wir mitten ins Dorf: Die angelegte Naturwiese wird mit regionalem REWISA-Saatgut angesät.
Mit der App iNaturalist können Kinder und Erwachsene die neu entstehende Artenvielfalt dokumentieren. Ein Wiesenfest 2027 mit Schmetterlingsworkshop für Kinder und Sensenmähkurs macht das Projekt für alle erlebbar.
Welche wertvollen Lebensräume, Tiere und Pflanzen werden erhalten?
Charakteristische Wiesenpflanzen der Naturwiese (Auswahl):
Wiesen-Salbei, Echtes Labkraut, Aufrechte Trespe, Berg-Klee, Violette Königskerze, Kleines Mädesüß, Österreich-Salbei, Acker-Goldstern, Frühlings-Fingerkraut, Niederliegender Ehrenpreis, Ähriger Ehrenpreis, Aufrechter Ziest, Rau-Tragant, Österreich-Tragant, Fahnen-Tragant, Schlitzblättrige Braunelle, Furchen-Schwingel, Trübe Nachtviole, Zierliche Pyramiden-Kammschmiele.
Gemeinsam mit der naturschutzfachlichen Projektleitung gestalten wir die Blühaspekte als „Trachtenfließband“ – also eine lückenlose Blütenfolge von März bis Oktober. Von den ersten Frühblühern wie dem Acker-Goldstern bis zu den Spätblühern im Herbst bietet dies Wildbienen und anderen bestäubenden Insekten kontinuierlich Nahrung.
Geografie der Projektregion
Zurndorf liegt im nördlichen Burgenland, am Übergang der Parndorfer Platte zum Leithatal, in der pannonischen Tiefebene – einer der trockensten und sonnenreichsten Regionen Österreichs mit geringen Niederschlägen, heißen Sommern und kalten Wintern.
Diese besonderen klimatischen Bedingungen haben einen einzigartigen Lebensraum hervorgebracht: Trockenrasen und Eichen-Steppenwälder, wie sie im angrenzenden Europaschutzgebiet „Zurndorfer Eichenwald und Hutweide“ vorkommen. Die Pflanzenwelt ist perfekt an Trockenheit angepasst.
Die beiden Projektflächen (insgesamt 3.600 m² / 0,36 ha) liegen am Übergang zwischen Ortsgebiet und dem Europaschutzgebiet – ideal als Trittsteinbiotope, welche den Trockenrasen der „Buhe“ mit dem Siedlungsraum verbinden.
Wie kannst du unseren Partner und das Projekt unterstützen?
- Mitmachen bei Pflanzaktionen (heimische Gehölze)
- Wiesenfest 2027 – Hilfe bei Organisation und Durchführung, Anmeldungen zu Sensenworkshop und Schmetterlingsworkshop für Kinder
- Citizen Science mit iNaturalist – Artenvielfalt fotografieren, hochladen, sichtbar machen
- Für das Mähgut der Naturwiesen suchen wir noch Abnehmer – ideal für Pferdehalter oder andere Tierbesitzer.
- Informationen & Aktivitäten „Grüner Daumen Zurndorf“: https://citiesapps.com/pages/gruner-daumen/about