Zu den Naturerfolgen

Mitten im Ortszentrum von Schleißheim entsteht aus einer kargen Parkplatzfläche ein naturnaher Begegnungsraum für Mensch und Natur. Die rund 2.050 m² große Fläche liegt direkt bei Volksschule, Kindergarten, Dorfladenbox und Bücherzelle. Viele Menschen kommen hier täglich vorbei: Kinder, Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen, Kundinnen und Kunden des Nahversorgers, Spaziergängerinnen und Spaziergänger sowie Besucherinnen und Besucher des Ortszentrums.

Durch die Umgestaltung wird der Platz nicht nur geordnet und besser nutzbar, sondern auch ökologisch aufgewertet. Rund 1.300 m² Schotterrasen, 400 m² Blumenwiese, über 10 Bäume, Wildsträucherhecken, Totholzelemente, Insektennisthilfen, ein kleines Sumpfbeet, Sitzgelegenheiten und Infotafeln schaffen einen neuen Lern-, Natur- und Aufenthaltsraum. Zusätzlich werden zwei Verkehrsinseln und zehn Straßenausbuchtungen im Gemeindegebiet bepflanzt. So wird der Biodiversitätsgedanke über den eigentlichen Projektstandort hinaus sichtbar.

Das Projekt verbindet Klimaschutz, Artenvielfalt, Umweltbildung und Ortskernbelebung. Es zeigt, wie auch eine kleine Gemeinde aus einer funktionalen Fläche einen lebendigen Ort machen kann: zum Ankommen, Verweilen, Lernen, Spielen und Naturbeobachten.

Unsere Vision

Aus einer Parkplatzfläche wird ein grüner Ort, an dem Menschen einander begegnen und Kinder Natur im Alltag erleben. Wer zur Schule geht, im Dorfladen einkauft, auf die Kinder wartet oder kurz innehält, soll sehen, riechen und erleben können, wie vielfältig Natur auf kleiner Fläche sein kann. Wildblumen, heimische Gehölze, Schattenbäume, Totholz, Sand, Steine und Wasser schaffen unterschiedliche Lebensräume. Zugleich entsteht ein Ort, der das Miteinander im Dorf stärkt.

Unsere Vision ist ein klimafitter, lebendiger Ortsplatz, der ökologische Verantwortung und soziale Begegnung verbindet. Der Platz soll Kindern, Familien, älteren Menschen und allen Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürgern offenstehen. Er soll neugierig machen, Wissen vermitteln und Lust darauf wecken, auch im eigenen Garten, am Straßenrand oder auf kleinen Restflächen mehr Natur zuzulassen.

Konkrete Ziele im Projekt

Die bestehende Parkplatzfläche im Ortszentrum wird ökologisch aufgewertet und neu organisiert. Rund 1.300 m² Schotterrasen sorgen dafür, dass die Fläche weiterhin alltagstauglich ist und zugleich versickerungsfähig, und dabei grüner und klimafitter wird.

Bäume spenden Schatten, verbessern das Mikroklima und reduzieren die sommerliche Hitze auf der Fläche. Heimische Sträucher, Stauden und Wildsträucher schaffen zusätzliche Struktur und bieten Nahrung sowie Rückzugsräume für Tiere.

Auf rund 400 m² entsteht eine Naturblumenwiese auf der Böschung. Sie bietet Lebensraum und Nahrung für Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten. Totholzelemente, Insektennisthilfen, ein Sandarium, ein Käferkeller, Steinschlichtungen und ein kleines Sumpfbeet ergänzen die Fläche um wertvolle Naturgartenelemente.

Der Platz soll auch ein Lernort werden. Volksschule und Kindergarten werden bei der Umsetzung eingebunden, etwa beim Pflanzen, Beobachten und Pflegen einzelner Elemente. Infotafeln erklären ökologische Zusammenhänge und machen Biodiversität, Klimaschutz und naturnahe Gartengestaltung im Alltag sichtbar.

Zugleich wird die Aufenthaltsqualität verbessert. Sitzgelegenheiten, Schattenbereiche, naturnahe Spiel- und Bewegungselemente sowie eine sichere Wegeführung schaffen einen Platz, der Begegnung ermöglicht und den Schulweg aufwertet.

Motivation für das Projekt

Die Gemeinde Schleißheim möchte ihr Ortszentrum beleben und dabei bewusst auf Natur, Klimaresilienz und Gemeinschaft setzen. Der bestehende Parkplatz erfüllt zwar eine wichtige Funktion für Schule, Kindergarten, Dorfladen und Besucherinnen und Besucher des Ortszentrums. Gleichzeitig bietet er bisher weder Aufenthaltsqualität noch ökologischen Nutzen.

Aus der Bevölkerung kamen immer wieder Anregungen, den Platz stärker zu begrünen und aufzuwerten. Die zugesagte Fördersumme von „Blühendes Österreich“ bildete schließlich die Grundlage dafür, das Vorhaben auch im Rahmen der Leerstandsförderung weiterzuentwickeln und umzusetzen. Im Konzept zur Aktivierung von Leerstand bzw. Brachen sowie Entwicklung von Stadt- und Ortskernen wurde die Fläche als Schlüsselprojekt für Schleißheim definiert. Dort wurde bereits sichtbar: Der Platz kann mehr sein als ein Parkplatz. Er kann Ankunftsort, Treffpunkt, sicherer Schulweg, Aufenthaltsbereich und Naturraum zugleich werden.

Die Motivation liegt in einer einfachen Überzeugung: Auch kleine Gemeinden können wirksame Beiträge zu Natur- und Klimaschutz leisten, wenn sie diese sichtbar und alltagsnah umsetzen. Gerade weil der Platz täglich von Kindern und Erwachsenen genutzt wird, kann er Bewusstsein schaffen und Vorbildwirkung entfalten.

Wen unterstützt Blühendes Österreich?

Schleißheim ist eine kleine oberösterreichische Gemeinde im Bezirk Wels-Land mit rund 1.439 Einwohnerinnen und Einwohnern. Die Gemeinde liegt im Traunviertel und verfügt über ein aktives Dorfleben. 

Das Projekt wird von der Gemeinde Schleißheim getragen. Eingebunden werden Volksschule, Kindergarten, freiwillige Bürgerinnen und Bürger sowie die Mitarbeiter des Bauhofs.

Welche Herausforderungen werden gelöst?

Die Fläche erfüllt heute wichtige Funktionen, ist aber wenig einladend. Autos parken großzügig verteilt, die Oberfläche ist grob geschottert. Gleichzeitig liegen Dorfladenbox, Bücherzelle, Schulweg und Kindergarten in unmittelbarer Nähe. Der Platz wird also intensiv genutzt, kann diese Rolle aber bisher nur eingeschränkt erfüllen.

Das Projekt löst mehrere Herausforderungen gleichzeitig. Die Parkplatznutzung wird geordnet, eine Kiss-&-Ride-Zone verbessert die Schulwegsituation. Bäume und Grünstrukturen schaffen Schatten und verbessern das Mikroklima.

Zugleich wird aus einer artenarmen Fläche ein strukturreicher Lebensraum. Wildblumenwiesen, heimische Gehölze, Totholz, Sand, Steine und ein Feuchtbereich bieten Nahrung, Nistmöglichkeiten und Rückzugsorte für viele Tierarten. Die Infotafeln und die Einbindung von Volksschule und Kindergarten lösen eine weitere Herausforderung: Natur- und Klimaschutz werden nicht abstrakt erklärt, sondern vor Ort erfahrbar gemacht.

Was ist das Besondere am Projekt?

Das Besondere am Projekt ist die Verbindung von Alltagsnutzen und Naturbildung. Der Platz bleibt funktional: Er bietet Parkmöglichkeiten, eine sichere Bring- und Abholsituation, Zugang zum Dorfladen und einen naturnahen Spiel- und Aufenthaltsbereich, der Lernen und Begegnung ermöglicht.

Die Fläche wird nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil des Ortszentrums. Wer einkauft, Kinder bringt oder abholt, spazieren geht oder wartet, kommt mit dem Projekt in Kontakt. Dadurch entsteht eine hohe Sichtbarkeit. Biodiversität wird nicht an einen abgelegenen Randbereich ausgelagert, sondern in den Alltag der Gemeinde geholt.

Auch die Gestaltung ist besonders vielfältig. Der Parkplatz erhält Schotterrasen und bepflanzte Trennstreifen. In der Begegnungs- und Spielzone entstehen Schattenbereiche, eine Pergola, Sitzmöglichkeiten, eine Dorf-Linde, eine bespielbare Hecke, Totholzelemente, Sand- und Steinstrukturen sowie naturnahe Spiel- und Balanciermöglichkeiten. Der bestehende Schulweg wird als erlebbarer Weg weiterentwickelt. So entsteht ein Ort, der nicht nur angeschaut, sondern genutzt, bespielt und erforscht werden kann.

Zusätzlich setzt das Projekt ein Signal über die Hauptfläche hinaus: Zwei Verkehrsinseln und zehn Straßenausbuchtungen werden bepflanzt. Damit wird die Idee einer naturnahen, klimafitten Gemeinde im Ortsbild breiter sichtbar.

Welche wertvollen Lebensräume, Tiere und Pflanzen werden erhalten?

Auf der Projektfläche entstehen unterschiedliche Kleinlebensräume, die zusammen eine vielfältige Struktur bilden. Dazu gehören Schotterrasen, Wildblumenwiesen, Wildsträucherhecke, heimische Gehölze, Totholzbereiche, Sandarium, Käferkeller, Steinschlichtungen, Magerbeet, Sumpfbeet und bepflanzte Sickermulden.

Von diesen Lebensräumen profitieren vor allem Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge, Laufkäfer und andere Nützlinge. Singvögel finden Nahrung und Rückzugsorte in Bäumen, Wildhecken und Sträuchern. Igel profitieren von Totholz, Laub, dichterem Unterwuchs und naturnahen Randbereichen. Auch viele weitere Insektenarten finden durch das gestaffelte Blühangebot Nahrung über einen längeren Zeitraum.

Bei den Pflanzen stehen heimische und ökologisch wertvolle Arten im Vordergrund. Wildblumen, Blühstauden, Wildgräser, heimische Sträucher, Bäume und Sumpfpflanzen schaffen ein vielfältiges Angebot. 

So entsteht auf einer bisher artenarmen Fläche ein Mosaik aus Lebensräumen. Gerade im Siedlungsraum sind solche Flächen wertvoll, weil sie als Trittsteine für Tiere und Pflanzen wirken und Menschen unmittelbar vorzeigen, wie Biodiversität im Alltag aussehen kann.

Geografie der Projektregion

Schleißheim liegt im Bezirk Wels-Land in Oberösterreich und ist Teil einer landwirtschaftlich geprägten Kulturlandschaft im Traunviertel. Die Region ist durch sanfte Hügel, landwirtschaftliche Nutzflächen, kleinere Waldstücke sowie Siedlungsräume geprägt und weist typische Strukturen des oberösterreichischen Alpenvorlands auf.

Wie kannst du unseren Partner und das Projekt unterstützen?

Freiwillige Bürgerinnen und Bürger können bei der Umsetzung mithelfen, da viel Eigenleistung erbracht werden muss um mit dem Budget einer kleinen Gemeinde dieses Projekt zu stemmen. Spenden von Totholzstämmen und Gestaltungselementen wie z.B. (großen) Steinen sind ebenfalls willkommen.

Auch nach der Fertigstellung bleibt Mitwirkung wichtig. Für die Mahd der Naturwiese sind Freiwillige gesucht, die Freude daran haben, ein bis zwei Mal pro Jahr die Sense zu schwingen. Ferienaktionen für Kinder, Naturbeobachtungen, Berichte und/oder Fotos für die Gemeindezeitung sind herzlich willkommen. Kontakt: huber@schleissheim.at oder 07242 42420.

Zu den Naturerfolgen
Unterstützter Partner:
Gemeinde Schleißheim
Weitere Projektpartner:
Volksschule Schleißheim, Kindergarten Schleißheim, freiwillige Bürgerinnen und Bürger
Projekttitel:
„Renaturierung & Umgestaltung der Parkplatzfläche im Ortszentrum Schleißheim“
Region:
Oberösterreich, Voralpenland, Bezirk Wels-Land
Größe der verbesserten Fläche:
ca. 0,25 Hektar
Projektdauer:
2026-2027
Finanzierung von Blühendes Österreich:
15.000 €
Gesamtkosten Projekt:
60.000 € (inklusive Eigenleistungen)

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