Zu den Naturerfolgen

Die Thermenlinie und das südliche Wiener Becken sind ein herausragender Hot spot der biologischen Vielfalt in Europa. Bunt blühende Steppen (Trocken- und Halbtrockenrasen) und Feuchtwiesen kommen hier vor und beherbergen eine Vielzahl seltener und geschützter Tier-, Pilz-, Flechten- und Pflanzenarten. Doch sie sind für ihr Überleben dringend auf engagierte Menschen angewiesen, die sich um ihre Erhaltung bemühen! Alle Naturbegeisterten können gemeinsam mit den BiologInnen des Landschaftspflegevereins Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken dafür aktiv sein. Landschafts-Pflegetermine und Natur-Bildungsprogramme für Schulen und Erwachsene in Kooperation mit den Gemeinden, regionalen Landwirten, Vereinen, Privatpersonen, Schulen und Unternehmen gibt es mittlerweile in 18 Gemeinden der Region. Mach mit!


Vision des „Landschaftspflegevereins Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken“

Die Menschen, die in der Region Thermenlinie-Wiener Becken leben, kennen, schätzen und lieben die europaweit herausragende biologische Vielfalt ihrer Region. Sie engagieren sich mit vielfältigen persönlichen Fähigkeiten und Aktivitäten erfolgreich für die Erhaltung und Wiederherstellung konkreter Biodiversitäts-Flächen mit ihren besonderen Arten. So gelingt es gemeinsam, ein regionales Netz der biologischen Vielfalt großräumig auch für die Zukunft und folgende Generationen zu sichern.

Über unseren Partner „Landschaftspflegeverein Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken“

Der Landschaftspflegeverein Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken wurde im Jahr 2017 von einer Gruppe engagierter BiologInnen gegründet. Sie möchten ihre Begeisterung für die herausragende biologische Vielfalt ihrer Region an die hier lebenden Menschen – jung und alt - weitergeben und sie gewinnen, für die Erhaltung und Wiederherstellung der Naturbesonderheiten gemeinsam anzupacken. Mittlerweile werden mehr als 85 Hektar in 18 Gemeinden in Kooperation mit Naturinteressierten, Schulen, regionalen Landwirten, Vereinen, Unternehmen und den Gemeinden gepflegt.

Warum ist es wichtig, dass Landwirte als Partner mit dabei sind?

Die heutigen Trocken- und Halbtrockenrasen entwickelten sich aus den Kältesteppen der letzten Eiszeit vor 13.000 Jahren. Seit damals wurden nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen immer 40% der mitteleuropäischen Landschaft zuerst durch große weidende Wildtierherden wie Auerochsen, Wisent und Wildpferd und später durch die Viehherden der Menschen offengehalten. Ohne Weidenutzung werden (Halb)Trockenrasen unter den heutigen klimatischen Bedingungen und durch die starke Düngewirkung der menschengemachten, stickstoffhaltigen Luftschadstoffe zu Wald und die besondere Tier- und Pflanzengemeinschaft geht für immer verloren. Eine extensive, nach naturschutzfachlichen Kriterien durchgeführte Beweidung ist deshalb Voraussetzung für die Erhaltung der (Halb)Trockenrasen. Familie Frank mit ihren Krainer Steinschafen ist somit für uns ein wichtiger Partner, damit Große Kuhschelle, Ziesel und Schmetterlingshaft auch weiterhin eine Heimat haben.

Warum ist gerade die Region Thermenlinie und das Wiener Becken so wertvoll und schützenswert?

Die Region Thermenlinie-Wiener Becken ist eines der artenreichsten Gebiete Europas mit vielen besonderen Schätzen der Tier- und Pflanzenwelt. Durch das Zusammentreffen der Alpen von Westen und der Pannonischen Tiefebene von Osten leben hier bei Wien und südlich davon ganz besonders viele Arten aus beiden Großräumen. Auch so manche Art aus dem Mittelmeerraum und aus den nahe gelegenen Karpaten fühlt sich hier wohl.

(Halb)Trockenrasen und Feuchtwiesen gehören heute zu den am stärksten gefährdeten Lebensräumen. In unserer Region sind – trotz starkem Rückgang – im Vergleich zu anderen Gebieten noch viele besondere Flächen vorhanden. Einige seltene Tier- und Pflanzenarten kommen in Österreich nur mehr hier vor.

Welche Herausforderungen versucht der Landschaftspflegeverein Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken zu lösen

Auf Grund des großen Ballungsraums rund um Wien herrscht ein starker Druck auf die biologische Vielfalt der Region durch die historische Aufgabe der extensiven Landwirtschaft (Weidenutzung, Feuchtwiesennutzung), durch die heutige intensive Landwirtschaft (Ackerbau, Weinbau), starke Siedlungsentwicklung, große, nach wie vor wachsende Gewerbegebiete und stark genutzte Verkehrsachsen. Trotz dieses Drucks sind nach wie vor in vielen Gemeinden herausragende Naturgebiete vorhanden, die jedoch häufig - weil der regionalen Bevölkerung großteils in ihrer Besonderheit unbekannt -  nicht die notwendige Beachtung und Pflege finden und deren Zustand dadurch gefährdet ist. Das möchten wir vom Landschaftspflegeverein gemeinsam mit den Menschen vor Ort – mit Dir - ändern.

An welchen Lösungen arbeitet der Landschaftspflegeverein Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken

Bewusstsein und Begeisterung vor Ort schaffen! Wir sensibilisieren Grundeigentümer wertvoller Flächen – häufig Gemeinden, auch Privatpersonen oder Unternehmen für den Wert ihrer Flächen und unterstützen sie bezüglich Erhaltungs- und Verbesserungsmaßnahmen. Im Rahmen unserer Bildungsaktivitäten möchten wir ganz besonders die Kinder und Jugendlichen mit Exkursionen für „ihre“ Natur begeistern und mit Stolz erfüllen. Mehr als 100 Schulführungen zum Entdecken und Natur-Erforschen waren es bereits im Frühjahr 2019.

Doch es bleibt nicht beim Staunen und Entdecken. Anpacken ist angesagt! Im Rahmen von Trockenrasen-Pflegeterminen oder der Anlage von Blüh-Streifen lernen die Kinder und Jugendlichen Engagement, Teamarbeit, Selbstvertrauen und leisten einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt ihrer Gemeinde.

Für umfangreichere Landschaftspflegearbeiten organisieren wir zahlreiche Pflegeeinsätze mit Freiwilligen, die neben der Arbeit in der Natur vor allem den Austausch mit anderen Naturinteressierten und die zahlreichen Entdeckungen und Führungen mit unseren BiologInnen schätzen.

Wie unterstützt Blühendes Österreich den Landschaftspflegeverein?

Blühendes Österreich unterstützt unsere Aktivitäten mit Flächen-Prämien für insgesamt 85 Hektar an ökologisch hochwertigen, artenreichen Flächen, die von uns und unseren Partnern durch eine ökologisch angepasste Bewirtschaftung bzw. Landschaftspflegeaktivitäten mit zahlreichen Freiwilligen, Vereinen und Schulen erhalten werden. Gleichzeitig begleitet uns Blühendes Österreich mit einem Mentoring-Programm mit der weltweit aktiven Organisation Ashoka („Everyone a Changemaker!“) und ermöglicht uns so den Zugang zu wichtigen Kontakten und Werkzeugen für den Aufbau einer langfristig zukunftsfähigen Organisation mit einem vielfältigen Team.

Geografie

Die Thermenlinie oder Thermenregion liegt an den östlichen Ausläufern der Alpen und umfasst auch Teile des Wiener Beckens. Sie beherbergt gemeinsam mit dem Steinfeld die größten natürlichen Steppengebiete Österreichs und zahlreiche kleinere Trockenrasen-Inseln. Im Nordosten angrenzend liegt im Wiener Becken die Feuchte Ebene mit einigen wenigen noch erhaltenen, jedoch herausragenden Feuchtgebieten.

Klimatische Besonderheiten

Die Thermenregion ist stark vom pannonischen Klima beeinflusst und durch die westwärts ansteigenden Alpen vor Westwetterlagen abgeschirmt. Kurzum ist sie durch trocken-heiße Sommer und schneearme, kalte Winter geprägt.

Welche wertvollen Lebensräume, Tiere und Pflanzen werden erhalten?

Der Großteil der Flächen, für die wir uns aktuell engagieren, sind bunt blühende Trocken- und Halbtrockenrasen. Ihr Pflanzen- und Blütenreichtum von Frühling bis Herbst mit Großer Kuhschelle, Frühlings-Adonis, Diptam, Regensburger Geißklee, Steinröserl, Purpur-Schwarzwurzel, Gelb-Lein, Kantabrischer Winde, Feld-Mannstreu, Goldschopfaster und vielen mehr ist Lebensgrundlage für eine unglaubliche Vielfalt vor allem an Insekten wie Flockenblumen-Grünwidderchen, Herbstspinner, Steppen-Gelbling, Segelfalter, Schmetterlingshaft und Sägeschrecke. Weil (Halb)Trockenrasen zu den insektenreichsten Lebensräumen gehören ist ihre Erhaltung gleichzeitig ein wichtiger Beitrag gegen das Insektensterben.

Ein kleinerer Anteil der Flächen sind Feuchtwiesen-Flächen, die ehemals im Wiener Becken sehr weit ausgedehnt waren und heute durch Trockenlegung und Ackerbau bis auf sehr wenige Flächen fast vollständig verschwunden sind. Hier gibt es viele Pflanzen- und Tierraritäten, die stark bedroht oder sogar vom Aussterben bedroht sind. Besondere Arten sind z.B. Sumpf-Ständelwurz und das Moor-Wiesenvögelchen.

Wie kann man den Landschaftspflegeverein unterstützen?

Mach aktiv mit, die biologische Vielfalt der Region Thermenlinie-Wiener Becken zu erhalten! Du kannst dabei viele Deiner Fähigkeiten einsetzen!

Wir suchen eine Vielzahl an Menschen, die bei der Landschaftspflege mithelfen, denn 85 Hektar sind eine große Fläche und es gibt noch viel mehr Flächen, die eine Pflege bräuchten. Bei den Arbeiten handelt es sich vor allem um das Schwenden also Entbuschen der Trockenrasen sowie das Mähen von Feuchtwiesen. Schon ein Halbtag Mitarbeit im Jahr ist ein wichtiger Beitrag.

Die Möglichkeiten gehen aber weit über die Pflegearbeiten hinaus: Auch Programmieren von Websites, Schreiben von Pressetexten, Fotografieren, organisatorische Mithilfe, Kochen und Backen für Veranstaltungen, Nähen und Basteln von Bildungsmaterialien, Betreuung von Infoständen und Kinderprogrammen bei Veranstaltungen u.v.m. sind wichtige Beiträge. Melde Dich einfach bei uns!

Zu den Naturerfolgen
Bundesland:
Niederösterreich
Region:
Thermenlinie und südliches Wiener Becken (Steinfeld, Feuchte Ebene)
Größe der geschützten Fläche:
85 Hektar
FLORA Partner:
Landschaftspflegeverein Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken
Biotoptypen:
(Halb)Trockenrasen, Magerweiden, Lösshohlweg, ehemalige Abbaustellen (Steinbrüche, Schottergrube), Feuchtwiesen, Flachmoore, Hecken und Feldgehölze
Geschütze Pflanzenarten:
Große Kuhschelle, Frühlings-Adonis, Bienen-Ragwurz, Hummel-Ragwurz, Brand-Knabenkraut, Adria-Riemenzunge, Diptam, Goldschopf-Aster, Gelb-Lauch, Gelb-Lein, Dalmatien-Lotwurz, Sand-Lotwurz, Sibirische Schwertlilie, Dickwurzeliges Löffelkraut u.v.m.
Geschütze Tierarten:
Ziesel, Smaragdeidechse, Schlingnatter, Neuntöter, Heidelerche, Österreichische Heideschnecke, Steirischer Fanghaft, Östlicher Schmetterlingshaft, Große Sägeschrecke, Schwarzfleckiger Grashüpfer, Zwerg-Grashüpfer, Rotleibiger Grashüpfer, Wiener Nachtpfauenauge, Kleines Nachtpfauenauge, Moor-Wiesenvögelchen, Matter Pillenwälzer, Pellenes nigromaculatus, Rote Röhrenspinne u.v.m.
Finanzierungsanteil Blühendes Österreich:
46.800 € (jährlich, Stand 2018)

Verwandte Naturerlebnisse

Rotwild

Majestätisches Rotwild hautnah erleben

27. Jan. Ab 13:00 |
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Ebene Reichenau 117
Ebene Reichenau 9565
Österreich

Ebene Reichenau, 9565

Veranstalter: Biosphärenpark Nockberge

Nach einer kurzen Winterwanderung inklusive Spurenlesen gelangen Sie mit einem Biosphärenpark-Ranger und dem Jagdaufseher zur urigen Jagdhütte, wo Sie bei wärmenden Getränken gespannt auf das Rotwild warten, wie sich das Wild langsam aus der Deckung traut und zum Fütterungsplatz schreitet. Ausgerüstet mit hochwertigen Ferngläsern beobachten Sie die majestätischen Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum. So nah an den Wildtieren läst sich sogar das Alter der Tiere bestimmen und mit etwas Glück können halbwüchsige Junge aus nächster Nähe betrachtet werden. Bei Glühwein und Kletzenbrot lassen wir den Ausflug gemütlich ausklingen, bevor es wieder ins Tal zurückgeht.

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Im Waldkammergut

27. Jan. Ab 23:00 |
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Reindlmühl 1
Neukirchen 4814
Österreich

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Veranstalter: Naturpark Attersee-Traunsee

IM WALDKAMMERGUT®
Auf verschiedenen Routen mit Förster Poidl Putz unterwegs im Aurachtal

Poidl teilt mit uns sein Wissen über die Funktionen des Waldes, Pflege, Schutz und vielfältige Nutzung der Bäume; über Jagd und Wild, Vogel- und Naturschutz, sowie Tiere, Pflanzen und Kräuter im Naturpark Attersee-Traunsee. Auch gehen wir der Frage nach, wie der Wald in der Blütezeit der Salzgewinnung genutzt wurde und wie heute und welche aktuellen Veränderungen besonderen Einfluss auf den Wald haben. Die Führungen bieten durch die jeweilige Anpassung an aktuelle Forstarbeiten, Jahreszeit und Witterung besonders viel Abwechslung.

Eine Führung im Rahmen von Naturschauspiel.

 

Diese Führung kann ab 7 Personen individuell gebucht werden.

 

Anfrage: Leopold Putz, Mobil: 0664-5456516, Email: leopold.putz@bundesforste.at

Kosten: Kinder 5 €, Erwachsene 10 €

Im Waldkammergut
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Kräuterfrau steht in der Wiese und erzählt über die Wildkräuter im Naturpark Attersee-Traunsee

Kräuterzauber im Jahreskreis

27. Jan. Ab 23:00 |
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Tannachweg 27
Altmünster 4813
Österreich

Altmünster, 4813

Veranstalter: Naturpark Attersee-Traunsee

Traditionelles Köcheln und Werken im Naturpark Attersee-Traunsee 

Begleitet von der Kräuterfrau vom Gmundnerberg sammeln wir saisonale Wildkräuter. Das wertvolle Wissen unserer Ahnen zur Verwendung der Pflanzensäfte und -kräfte kommt uns dabei zugute. Wir verarbeiten die gefundenen Kräuterköstlichkeiten im wildromantischen Ruinengarten. Vom frischen Blütensirup und Oma's „Kräutl-Schmia“ im Frühjahr über die „Kräuterbuschen zu Johannis“ bis zur individuellen Räuchermischung aus Kräutern, Harz und Zunderschwamm.

Bei den Herbstführungen gibt die Kräuterexpertin Elisabeth Strauß Ihr umfassendes und wertvolles Wissen über die Kräuterpflanzen in ihrem prachtvollen Kräutergarten am Gmundnerberg und in freier Natur auf besonders anschauliche Art und Weise weiter. Ihre Leidenschaft für jede Kräuterpflanze, aber auch die Natur an sich, ist so ansteckend, dass dagegen "kein Unkraut gewachsen ist".

Ein köstlich, kreativ schöpferisches Naturschauspiel das Sie nicht versäumen sollten zu folgenden Themen:

Im Rausch der Waldpurgisnacht
Was brodelt da im Salbentopf
Der Johanniskräuterbuschen
Kräutl, Harz und Zunderschwamm
Der Frauendreißiger Kräuterkranz
Zurück zu den Wurzeln


Individuelle Termine für Gruppen ab 7 Personen möglich!

Treffpunkt:
Parkplatz Tannachweg 27, Altmünster

Mitzubringen:
Festes Schuhwerk, witterungsgerechte Bekleidung

Kosten:
Kinder 15 € , Erwachsene 20 €

Teilnehmer:
mind. 7 bis max. 10 Personen

Leitung:
Elisabeth Strauß (Kräuterpädagogin)

VERBINDLICHE Anmeldung erforderlich:
Elisabeth Strauß, Mobil: 0664/8662861, E-Mail: estrauss@aon.at

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