Zu den Naturerfolgen

Die Region Seewinkel Waasen-Hansag im Burgenland ist im Biodiversitätsbereich als auch für die nationale Lebensmittelproduktion von herausragender Bedeutung. Die Region ist das größte Anbaugebiet für Gemüse in Österreich und ist zugleich verzahnt mit dem Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel. Klimakrise und daraus resultierende Bedrohungen wie Versteppungsgefahr, sinkender Grundwasserspiegel und Extremwetterereignisse sowie fehlende Landschaftsstrukturen und Intensivierung der Landwirtschaft stellen massive Herausforderungen für die Gemüseproduktion dar. Die Arbeitsgemeinschaft bestehend aus Blühendes Österreich – BILLA gemeinnützige Privatstiftung, die Erzeugerorganisation LGV-Sonnengemüse und der Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel haben sich mit IBIS das Ziel gesetzt, gemeinsam an innovativen Lösungen zu landwirtschaftlichen und naturschutzfachlichen Herausforderungen zu arbeiten und in Folge innovative Maßnahmen in der Region in die Umsetzung zu bringen.

Die landwirtschaftliche Nutzung und vor allem die Gemüseproduktion in der Region kann nicht losgelöst vom fragilen Ökosystem und umgekehrt betrachtet werden. Entscheidend ist der Wille, dass gemeinsam an der naturschutzfachlichen Aufwertung der Region gearbeitet wird und die Erkenntnisse gegeben ist, dass ein stabileres Ökosystem maßgeblich die landwirtschaftliche Produktion sichert und die Ökosystemleistungen stärkt. Zentral ist der innovative Zugang, dass erstmals ein Nationalpark und ein professionelles Schutzgebietsmanagement mit einer Erzeugerorganisation aus dem Gemüsebereich und eine Akteurin aus dem Lebensmittelhandel gemeinsam an einer Lösung arbeiten. IBIS schafft unter Einbindung eines regionalen Begleitgremiums einen innovativen Begegnungsraum mit Projektentwicklungsziel zwischen Erzeugerorganisation, Bäuerinnen und Bauern – Mitglieder und Produzent:innen von LGV-Sonnengemüse, Schutzgebietsmanagement und Naturschutzexperten sowie Akteur:innen aus dem Lebensmittelhandel. IBIS überwindet die bisher bestehende Kommunikationsbarriere zwischen Landwirtschaft und Naturschutz in der Region. 

Unsere Vision

Die Arbeitsgemeinschaft bestehend aus Blühendes Österreich – BILLA gemeinnützige Privatstiftung, die Erzeugerorganisation LGV-Sonnengemüse und der Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel hat sich mit IBIS das Ziel gesetzt, gemeinsam an innovativen Lösungen zu landwirtschaftlichen und naturschutzfachlichen Herausforderungen zu arbeiten und in Folge innovative Maßnahmen in der Region in die Umsetzung zu bringen.

Konkrete Ziele im Projekt

Die Arbeitsgemeinschaft bestehend aus Blühendes Österreich – BILLA gemeinnützige Privatstiftung, die Erzeugerorganisation LGV-Sonnengemüse und der Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel hat sich mit IBIS das Ziel gesetzt, gemeinsam an innovativen Lösungen zu landwirtschaftlichen und naturschutzfachlichen Herausforderungen zu arbeiten und in Folge innovative Maßnahmen in der Region in die Umsetzung zu bringen.

Motivation für das Projekt

Die Sicherung der Gemüseproduktion bei Erhöhung der Biodiversität in der Region sind die Triebfeder und Motivationsträger für Innovation Biodiversität Seewinkel

Wen unterstützt Blühendes Österreich?

Die Arbeitsgemeinschaft Innovation Biodiversität Seewinkel besteht aus den Mitgliedern Blühendes Österreich – BILLA gemeinnützige Privatstiftung, die Erzeugerorganisation LGV-Sonnengemüse und der Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel. Die Steuerungsgruppe besteht aus Johannes Ehrenfeldner, Gerald Kern, Josef Peck, Franz Trautner, Markus Magyar und Ronald Würflinger. 

Was finanziert Blühendes Österreich

Der mehrmonatige regionale Innovationsprozess für Innovation Biodiversität Seewinkel wird über die Projektförderung „Ländliches Innovationsnetzwerk“ im Rahmen des Europäischen Programms für Ländliche Entwicklung finanziert. Blühendes Österreich hat das Projekt initiiert und ist Lead-Partner der Arbeitsgemeinschaft. Das Projekt wird von Europäischer Union, Bund und Land Burgenland mit € 25.000 finanziert. Die Firma blattfisch aus Oberösterreich hat eine Potentialanalyse zu Wasser und Landwirtschaft erarbeitet. Unterstützt haben der Biodiversitätsexperte Dr. Klaus Schrefler und das regionale Begleitgremium. Die Prozessbegleitung und die Moderation leiteten Michael Proschek-Hauptmann und Alexander Kesselring.

Welche Herausforderungen werden gelöst

Die langfristige Sicherung der Wasserversorgung entwickelt sich zu einer zentralen Standortfrage für den Gemüsebau in der Region und ist von entscheidender Bedeutung für Lebensmittelsouveränität unseres Landes. Die relevanten Stakeholder verfügen über hohes Knowhow zu Einzelthemen wie Wasserwirtschaft, Naturschutz oder Pflanzenschutz. Die Potentialanalyse aus Phase I LIP hat dies aufgezeigt. In der praktischen Umsetzung dominieren jedoch Zielkonflikte, sektorale Logiken und fragmentierte Aktvitäten. Integrierte, gemeinsam getragene Ansätze zu Landwirtschaft, Regionalentwicklung, Naturschutz- und Wassermanagement sind unterentwickelt. IBIS lebt von der sozialen Innovation durch Kooperation zwischen Landwirtschaft, Lebensmittelhandel, Privatwirtschaft, Naturschutz- und Schutzgebietsmanagement, NGOs, kommunaler und regionaler Verwaltung, Interessensvertretungen sowie Verwaltung insbesondere Wasserbau und Landwirtschaft. IBIS verfolgt einen holistischen Ansatz. Es werden lösungsorientiert Zielkonflikte und Umsetzungsbarrieren abgebaut und fehlende Kommunikations- und Begegnungsräume geschaffen. Unterschiedliche Perspektiven, Interessen und fachliche Kompetenzen werden mit dem Ziel tragfähige, gemeinsam verantwortete Lösungen für eine resiliente Landwirtschaft, stabile Ökosysteme und eine naturschutzfachlich aufgewertete Kulturlandschaft zu ermöglichen, gezielt zusammengeführt. 

Was ist das Besondere am Projekt

Zentral ist der innovative Zugang, dass erstmals ein Nationalpark und ein professionelles Schutzgebietsmanagement mit einer Erzeugerorganisation aus dem Gemüsebereich und eine Akteurin aus dem Lebensmittelhandel gemeinsam an einer Lösung arbeiten.

Welche wertvollen Lebensräume, Tiere und Pflanzen werden erhalten? 

Ein Mosaik aus Trocken- und Halbtrockenrasen, Mähwiese, Weide und Waldsteppe machen den Gipfelberg zu einem Hotspot der Biodiversität, von europaweit geschützten Arten wie Große Kuhschelle, Hirschkäfer oder Nachtkerzenschwärmer bis hin zu Lebensraumspezialisten und regionalen Seltenheiten wie Herbst-Drehwurz, Steppen-Sattelschrecke, Östliche Smaragdeidechse oder Wiener Nachtpfauenauge. Besondere Aufmerksamkeit wird bei diesem Projekt den Tag- und Nachtfaltern geschenkt: über 600 Arten wurden hier bereits gefunden. 

Geografie der Projektregion

Die Region ist das größte Anbaugebiet für Gemüse in Österreich und ist zugleich verzahnt mit dem Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel. Die Genossenschaft Sonnengemüse eGen mit Sitz in Wallern produziert regional über 60 Mitglieder/Produzent:innen beinahe zu 100 Prozent konventionell auf 245 Hektar ca. 20.000 Tonnen Gemüse (209 ha Freiland, 36 ha geschützt). Mit rund 2.000 Stunden pro Jahr ist der Seewinkel die sonnenscheinreichste Region Österreichs. Die Klimakrise führte in den letzten Jahren zu einer erhöhten mittleren Temperatur, einem fallenden Grundwasserspiegel als auch zu einem Verlust wertvoller Feuchtflächen/Lacken. Der fallende Grundwasserspiegel und der Verlust der Salzlacken sind derzeit zentrale Inhalte des mehrjährigen LIFE Projekts „Life Pannonic Salt“. Während im Nationalpark die Grundeigentümer:innen Entschädigungen für das Einbringen und die extensive Nutzung der Flächen bekommen, sind die Gemüseproduzent:innen in Biodiversitäts- und Naturschutzbelangen auf sich gestellt. Die Gemüseproduzent:innen und die Erzeugergemeinschaft stehen dadurch vor großen Herausforderungen. 

Wie kannst du unseren Partner und das Projekt unterstützen?

Der Konsum hochwertiger österreichischer Gemüse- und Feldfrüchte stärk maßgeblich die österreichische Landwirtschaft. Privatkonsument:innen und Gastronomie können durch regionalen Einkauf bzw. Beschaffung wesentlich zur Sicherung der österreichischen Gemüseproduktion beitragen. 

Image
LE Förderlogo Burgenland
Zu den Naturerfolgen
Projektpartnerinnen:
LGV-Sonnengemüse e.Gen, Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel
Projektdauer:
Dezember 2025 bis Juni 2026. Ein Folgeprojekt wird vorbereitet und soll folgen.
Gesamtkosten Projekt:
30.000 €, 25.000 € werden über das Programm Ländliche Innovationssysteme, 77-03, im Rahmen des Programms Ländliche Entwicklung von Europäischer Union, Bund und Land Burgenland finanziert.
Webseite Projektpartnerinnen
https://lgv.at/
https://www.nationalparkneusiedlersee.at/

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