Die „Wemeteigenalm“ ist eine der letzten Almen in der Region Kitzbühel, die durch eine extensive, biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung mit Mutterkuh- Haltung und Ziegen offengehalten wird. Im westlichen Teil sind rund 10 ha Almfläche nicht mit einem Weg erschlossen. Um Tiere dort zu betreuen, braucht es einen jeweils einstündigen Fußmarsch hin und zurück – unter den heutigen wirtschaftlichen Bedingungen ist das nicht machbar. Diese Flächen sind daher seit 30 Jahren unbeweidet. Durch die fehlende Beweidung sind typische Arten des Kalkrasens beinahe verschwunden. Die entstandene Altgrasschicht erhöht zudem die Lawinengefahr und wird mittelfristig zu Verkarstung führen.
Erschwerend kommt hinzu, dass sich direkt unterhalb der Weidefläche ein teilweise ausgesetzter Durchgang gebildet hat. Dieser wird wegen fehlender Alternativen intensiv von Kletterern zu den über 400 Kletterrouten in der „Steinplatte“ oberhalb der Alm genutzt. Der neu zu schaffende Weg ist für die Kletterer eine echte Alternative um gefährliche Situationen mit Weidetieren, Steinschlag und Absturzgefahr aus dem Weg zu gehen. Da es an geregelten Wegen fehlt, haben sich zudem viele Trampelpfade durch die Alm und den Wald gebildet was die Gämsen in den darunter liegenden Schutzwald abdrängt, und zu Verbissschäden führt.
Seit Jahren verfolge ich die Idee, diesen Teil der Alm wieder zu beweiden, um die ökologisch wertvollen Flächen zu erhalten bzw. wiederherzustellen.
Das Projekt „Eine alte Alm blüht auf" wird im Rahmen von Werkstatt Innovation Natur WIN #landwirtschaft unterstützt und begleitet. WIN ist ein Gemeinschaftsprojekt von Blühendes Österreich, Impact Hub Vienna und BirdLife Österreich. Mit WIN werden zwischen 2026 und 2029 österreichweit Projekte zu Landwirtschaft und Naturschutz zur Verfügung gestellt. Blühendes Österreich stellt dafür € 1 Mio. zur Verfügung. Die Begleitung wird mit Unterstützung von Bund, Ländern und Europäischer Union umgesetzt und über das Programm "Biodiversität jetzt!" kofinanziert. Die Projektfinanzierung von Blühendes Österreich wird durch Pfandspenden von BILLA Kund:innen ermöglicht.
Unsere Vision
Wir möchten blühende Almen mit Baum-Strukturen als Biodiversitäts-Hotspots langfristig sichern.
Konkrete Ziele im Projekt
Die Schaffung einer nachhaltigen Erreichbarkeit der Flächen zum Zwecke der Offenhaltung durch eine extensive Ziegenbeweidung. Vernetzte Mosaikartige Strukturen schaffen mit möglichst vielen Wasserstellen, um die Biodiversität zu erhöhen.
Motivation für das Projekt
Durch Klimaveränderung und Veränderungen in der Landwirtschaft zu größeren und spezialisierten Betrieben können die ursprünglichen kleinbäuerlichen Almen die neuen Herausforderungen kaum mehr erfüllen. Eine Aufgabe von weiteren ca. 10 Hektar Weidefläche wäre in dieser Region eine Sünde.
Wen unterstützt Blühendes Österreich?
Wir sind eine Restflächen Landwirtschaft. Restflächen Bauer bedeutet, die Flächen, die aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr genutzt werden, wenigstens als Biodiversitätsflächen weiter zu verwenden. Die gelebte Praxis ist derzeit so, dass ein Großteil der Bauern ihre Alm landwirtschaftlich nicht mehr benötigen. Selbst wenn schlagreifes Holz vorhanden ist, ist die Bringung so teuer, dass kein Ertrag übrigbleibt. Nicht mitgerechnet ist die Weideschaffung, die aber noch aufwendiger ist als die eigentliche Holzbringung und Schlägerung. Die Almfreihaltung ist also immer ein dickes Minusgeschäft. Wer dies dann auch nicht für die eigenen Tiere nutzen kann, wird sich diese Arbeit noch weniger antuen.
Was finanziert Blühendes Österreich
Blühendes Österreich finanziert die Erreichbarkeit und Wasserversorgung des Gebietes, dadurch wird die ortsgerechte Bewirtschaftung erst ermöglicht.
Welche Herausforderungen werden gelöst
Die Beteiligung aller Almbesitzer zur Wiederaufnahme von extensiver Beweidung und Erhaltung von Offenflächen.
Was ist das Besondere am Projekt
Das Projekt legt offen auf welche Schwierigkeiten man heute stößt, wenn man eine uralte Identitätsbildende Kulturlandschaft erhalten will.
Welche wertvollen Lebensräume, Tiere und Pflanzen werden erhalten?
Es wird verhindert, dass das Ökosystem Alm außerhalb von Schigebieten gänzlich verschwindet.
Geografie der Projektregion
Das Projekt liegt an der Tiroler-Salzburger Grenze in Waidring, unterhalb der Steinplatte in einem Landschaftsschutzgebiet im Bezirk Kitzbühel.