Im ehemaligen Klostergarten in Schwarzau am Steinfeld entwickelt der Verein Erdenraum auf rund 1 Hektar Fläche einen biodiversitätsreichen Lebensraum weiter. Die Fläche, die einst von den Schwestern der Salvatorianerinnen bewirtschaftet wurde, wird heute achtsam in eine neue Form überführt, die an ihre Geschichte anknüpft und gleichzeitig den Anforderungen der Gegenwart entspricht.
Im Zentrum stehen die Wiederbelebung einer Streuobstwiese durch die Pflanzung und Veredelung alter Sorten, die Anlage von 150–200 heimischen Heckensträuchern, die ökologische Aufwertung von rund 3.500 m² Wiesenfläche sowie die Schaffung zusätzlicher Lebensräume durch Totholzstrukturen. Durch Pflegeeinsätze, Workshops und aktive Mitwirkung entsteht ein Ort, an dem Menschen wieder in Beziehung zur Natur treten und Verantwortung übernehmen können.
Der Verein hat die Aufgabe übernommen, diesen besonderen Garten langfristig für interessierte Menschen aus der Umgebung zur Verfügung zu stellen. Das Projekt wird überwiegend ehrenamtlich getragen und verbindet konkrete Naturschutzmaßnahmen mit gemeinschaftlichem Engagement. Dieser einst durch die Bewirtschaftung der Schwestern lebendig gehaltene Raum wandelt sich nun in einen neuen Ort in dem Biodiversität und Naturverbindung gelebt werden.
Unsere Vision
Unsere Vision ist, die Qualität des Ortes zu erforschen, ihn zu bewahren und achtsam weiter zu entwickeln. Wir als Verein dürfen nun die Verantwortung für diese wertvolle Fläche übernehmen um sie, gemäß den Herausforderungen der neuen Zeit, wieder zu beleben. Der Ort entfaltet seine ursprüngliche Kraft neu, als bewusster Raum für Natur, Mensch und Gemeinschaft.
Konkrete Ziele im Projekt
Ziel ist es, einen Ort zu schaffen, an dem sich Altes und Neues sinnvoll verbinden: naturnahe Wiesenpflege mit der Sense trifft auf unterstützende maschinelle Mahd, alte Obstbäume werden veredelt und mit neuen Hochstämmen zu der Vielfalt ergänzt die einst das Bild des Gartens bestimmt hat, heimische Heckensträucher werden gepflegt und zugleich um klimaangepasste Pflanzen erweitert. So entsteht Schritt für Schritt wieder ein lebendiger, vielfältiger Garten, der sowohl den heutigen Rahmenbedingungen als auch dem ursprünglichen Potenzial der Fläche entspricht.
Konkrete Ziele:
- Pflanzung von ca. 15 Hochstamm-Obstbäumen aus alten, regionaltypischen Sorten
- Durchführung von mindestens 10 Veredelungen bestehender Altbäume zur Sortenerhaltung
- Anlage einer heimischen Heckenstruktur mit ca. 150–200 Sträuchern entlang der Grundstücksgrenzen
- Ökologische Aufwertung einer bestehenden Wiesenfläche von rund 3.500 m² durch gezielte Artenanreicherung
- Einbringung von mindestens 10 zusätzlichen standortgerechten, heimischen Blühpflanzenarten
- Anlage von mindestens zwei strukturreichen Totholzbereichen als Lebensraum für Insekten und Kleintiere
- Durchführung von mindestens 4 Pflegeeinsätzen pro Jahr, vorwiegend mit der Sense
- Einbindung von mindestens 8 aktiv mitwirkenden Vereinsmitgliedern sowie weitere Mitglieder, die punktuell mithelfen
- Dokumentation und Sichtbarmachung des Projekts durch mindestens 4 Beiträge in regionalen Medien und Vereinskanälen
Motivation für das Projekt
Viele historisch gewachsene Orte tragen besondere Qualitäten in sich. Diese sind durch jahrzehntelange Pflege, Nutzung und Hingabe entstanden. Wenn diese Orte wirtschaftlich nicht mehr tragfähig sind, verlieren sie sehr häufig ihre ursprüngliche Bestimmung und damit auch ihre gewachsene Essenz. So hätte es auch dem ehemaligen Klostergarten ergehen können.
Es braucht dieses Projekt um einen wertvollen Raum bewusst in eine neue Zeit zu führen. Qualitäten, die über viele Jahre entstanden sind brauchen Aufmerksamkeit, Pflege und ein neues Verständnis, um weiter bestehen zu können. Ohne diesen Einsatz verschwinden sie und wären (wenn überhaupt) nur schwer wieder herzustellen.
Die Maßnahmen die umgesetzt werden sind eine bewusste Antwort auf die Entwicklungen der letzten Jahre. Sie sichern die Grundlage dafür, die Biodiversität in der Region zu erhalten und langfristig zu stärken. Durch kontinuierliche Pflege, fachlich fundierte Entscheidungen und gemeinschaftliches Engagement kann hier nachhaltige Wirkung entstehen.
So entsteht ein Raum, der sowohl ökologisch als auch sozial lebendig ist und dessen besondere Qualitäten auch in Zukunft erfahrbar und erlebbar bleiben.
Wen unterstützt Blühendes Österreich?
Blühendes Österreich unterstützt mit diesem Projekt den Verein Erdenraum, der sich der Erforschung, Bewahrung und Weiterentwicklung bewusster Orte und Lebensräume widmet.
Im Zentrum der Arbeit steht die Frage, wie Orte so gestaltet und gepflegt werden können, dass sie sowohl für die Natur als auch für die Menschen wieder lebendig werden. Der Verein versteht Landschaft nicht nur als Fläche, sondern als Raum, in dem Beziehung entsteht: zwischen Mensch, Natur und dem, was ein Ort über die Zeit hinweg in sich trägt.
Zurzeit hat der Verein 30 Mitglieder, davon ca. 6 die sich regelmäßig aktiv im ehemaligen Klostergarten einbringen. Die Mitglieder werden in ihrer Potenzialentfaltung unterstützt und gefördert. Der Verein ermöglicht das Zusammenspiel zwischen Mensch und Ort: Ideen werden Wirklichkeit.
Die Projekte von Erdenraum entstehen aus der Praxis heraus: durch gemeinsames Tun, durch das Wiederentdecken gewachsener Qualitäten und durch das bewusste Weiterentwickeln von Lebensräumen. Dabei wird Wissen (z.B. in Form von Workshops) geteilt, Erfahrungen werden gesammelt und Menschen werden eingeladen, sich einzubringen und Teil dieser Entwicklung zu werden.
Welche Herausforderungen werden gelöst?
- Fehlende Nutzung und Verantwortung für die Fläche
→ Aufbau einer klaren, langfristig tragfähigen Nutzung mit kontinuierlicher Betreuung - Qualitätsverlust durch mangelnde oder falsche Pflege
→ Einführung eines naturnahen, regelmäßigen Pflegekonzepts - Rückgang strukturreicher Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleinsäuger wie Hecken, Blühwiesen und Streuobstbestände
→ Ergänzung und Neuanlage vielfältiger Strukturen wie Hecken, Streuobst und Totholz - Verlust alter, regional angepasster Obstsorten
→ Erhalt durch Veredelung bestehender Bäume und gezielte Neupflanzungen - Geringe Einbindung von Menschen in Pflege und Entwicklung
→ Aktivierung durch gemeinschaftliche Arbeitseinsätze und freiwilliges Engagement - Rückgang der Beziehung zwischen Mensch und Natur, die aktiv zur Erhaltung der Natur beiträgt
→ Einladung im Garten zu wirken, mittels Workshops, Projekte, Mitgestaltung, sowie absichtslosem Verweilen an einem naturverbundenen Ort
Was ist das Besondere am Projekt?
Das Projekt knüpft unmittelbar an die Geschichte des Ortes an: Einst wurde der Klostergarten von den Schwestern bewirtschaftet, heute wird er durch das Wirken des Vereins Erdenraum in eine neue Form überführt. Ein Teil des Gartens wird weiterhin von einer Schwester genutzt und bleibt so lebendig in seiner ursprünglichen Bestimmung verankert.
Das Projekt zeigt beispielhaft, wie ein historisch gewachsener Raum seine Identität bewahren und gleichzeitig in eine langfristig tragfähige, zeitgemäße Nutzung überführt werden kann.
Besonders hervorzuheben sind:
- die achtsame Weiterentwicklung des ehemaligen Klostergartens unter Erhalt seiner bestehenden Qualitäten
- die gezielte Vermehrung alter Obstsorten zur Sicherung genetischer Ressourcen
- die Nutzung der Ernte für das Pflegeheim, die Schwesterngemeinschaft und die Mitglieder vor Ort
- die Anwendung traditioneller Pflegeformen wie die Mahd mit der Sense
Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Verbindung von ökologischer Aufwertung und gemeinschaftlicher Nutzung. Der Garten wird nicht nur als Naturschutzfläche verstanden, sondern als Raum, in dem Menschen wieder tätig werden können. Durch einfache, nachvollziehbare und weitgehend handwerkliche Pflege entsteht ein direkter Bezug zur Fläche und ein neues Verantwortungsgefühl.
Dabei wird an frühere Formen des Wirkens angeknüpft: Was früher aus Notwendigkeit geschah, wird heute zu einer bewussten Entscheidung. Der Ort zieht Menschen an, die sich einbringen, lernen und ihre Fähigkeiten entfalten möchten. Unterschiedliche Erfahrungen und Wissensbereiche kommen zusammen und werden im praktischen Tun miteinander verbunden. Der Garten wird so wieder zu einem Ort des Austauschs, der Gemeinschaft und des sinnstiftenden Tätigseins in der Natur. Er ist eingebettet in sein Umfeld, steht in Verbindung mit dem Pflegeheim und der Schwesterngemeinschaft und wird zunehmend wieder als Teil des lokalen Lebensraums wahrgenommen.
So entsteht ein Wirkraum, in dem sich die Qualitäten des Ortes auf vielfältige Weise entfalten können. Diesen Garten betritt man nicht mit den Füßen sondern mit dem Herzen.
Welche wertvollen Lebensräume, Tiere und Pflanzen werden erhalten?
Durch die Maßnahmen werden mehrere ökologisch wertvolle Lebensräume gesichert und weiterentwickelt:
- Streuobstwiese mit alten Obstsorten
- artenreiche, extensiv gepflegte Wiesenflächen
- heimische Heckenstrukturen als Rückzugs- und Vernetzungsräume
- Totholzbereiche als spezialisierte Lebensräume
Davon profitieren unter anderem folgende Tierarten:
- Hirschkäfer
- Grünspecht
- verschiedene Fledermausarten
- Siebenschläfer
- spezialisierte Wildbienen- und Schmetterlingsarten
- Eichhörnchen, Rehe, Dachs und Fuchs
Besondere Pflanzen vor Ort:
- heimische Wiesen- und Blühpflanzen
- Osterluzei
- Orchideenarten wie die Hummelragwurz, das große Zweiblatt und das Knabenkraut
- standortgerechte Heckenpflanzen wie Schlehe, Weißdorn oder Liguster
Die Fläche entwickelt sich dadurch zu einem vielfältigen Lebensraum mit hoher ökologischer Qualität.
Geografie der Projektregion
Ein ökologisch wertvoller Standort mit Potenzial als regionaler Biodiversitäts-Hotspot: Das Projekt wird im ehemaligen Klostergarten in Schwarzau am Steinfeld in Niederösterreich umgesetzt. Der Fläche dienst als Trittsteinbiotop für die Gemeinden Bad Erlach, Schwarzau am Steinfeld und Pitten.
Wie kannst du unseren Partner und das Projekt unterstützen?
Das Projekt bietet verschiedene Möglichkeiten zur Mitwirkung:
- Vereinsmitglied werden
- Teilnahme an praktischen Arbeitseinsätzen (z. B. Pflanzungen, Mahd, Pflege)
- Unterstützung bei der Entwicklung und Pflege der Wiesenflächen
- Mitwirkung bei gemeinschaftlichen Aktivitäten rund um den Garten
- Verbreitung des Projekts über persönliche Netzwerke
- Sach- und Geldspenden an den Verein
- MäzenInnen, die den Vereinszweck langfristig fördern möchten und damit die Möglichkeit für die Entwicklung weitere Projekte dieser Art schaffen
Das Projekt lebt von den Menschen die sich aktiv einbringen.