Zu den Naturerfolgen

Die Europäische Wildkatze, lange Zeit in Österreich ausgestorben, hat erst kürzlich wieder das Lafnitztal besiedelt, ja sogar ein Nachwuchs von vier Jungkatzen konnte im Jahr 2024 bestätigt werden. Jedoch ist die Wildkatze durch den Straßenverkehr im Lafnitztal besonders gefährdet. Wanderkorridore bestehend aus Hecken und Wiesen, welche die Wildkatze zu entsprechend gefahrlosen Querungsmöglichkeiten lenken, könnten das Risiko stark reduzieren.

In diesem Projekt schaffen wir, der Verein „JGH – Jägerschaft Heiligenkreuz“, durch die Anlage von rund 500 Laufmeter and Hecken, Blühwiesen und Strukturelementen sichere Wander- und Jagdrouten für die Wildkatze. Durch die Vernetzung von bestehenden Insel- und Trittsteinbiotopen zu einem funktionalen Biotopverbund unterstützen wir nicht nur die Wildkatze, sondern auch viele weitere gefährdete Arten wie Rebhuhn, Bekassine, Braunkehlchen oder Kiebitz. Durch die Kooperation mit Blühendes Österreich soll ein schönes und nachhaltiges, für die Bevölkerung greifbares Projekt in unserer Gemeinde entstehen.

Unsere Vision

Durch die Verdichtung des Lebensraumnetzes entstehen sichere, stabile Wander- und Jagdrouten für die Wildkatze. Gleichzeitig profitieren zahlreiche weitere gefährdete Arten von der Schaffung neuer Lebensraumelemente und deren Vernetzung. Das Projekt zeigt, dass lokale Akteure durch gezielte Maßnahmen einen bedeutenden Beitrag zur Biodiversität leisten können, und motiviert weitere Organisationen zur Umsetzung ähnlicher Projekte.

Konkrete Ziele im Projekt

  • Schaffung und Adaptierung von Hecken- und Blühwiesenstreifen im Ausmaß von ca. 500 lfm zur Vernetzung von Solitärbiotopen in einen zusammenhängenden Biotopverbund, um die Bewegungslinien der Wildkatze und anderen Wildtieren entlang von Hecken, Wasserläufen und Straßenquerungen (Schnellstraße S7!) zu verbinden bzw. zu erweitern.

  • Anlegen zusätzlicher Lebensraumelemente zur Steigerung der Biodiversität und Nutzung von Randlinien- und Synergieeffekten (Benjeshecken, Totholzhaufen, Strauchinseln (150–200 Sträucher), Steinhaufen, ca. 60 Streuobstbäume und Beetlebanks).

  • Entwicklung eines Wegelenksystems für Freizeitnutzer und Sensibilisierung durch Infoplakate an Rastplätzen.

Motivation für das Projekt

Vor der Gründung unseres Vereins mussten wir, Jäger und Gemeindebürger, passiv den Verlust von Lebensraum und Artenvielfalt durch Baumaßnahmen (Wirtschaftspark, Straßen, ...) sowie eine Intensivierung der Landwirtschaft (Monokulturen, „Vermaisung“) frustriert hinnehmen. Mit der Gründung unseres Vereins „JGH – Jägerschaft Heiligenkreuz“ war es für uns an der Zeit Verantwortung zu übernehmen und aktiv zu werden. Seither hat sich die aktive Schaffung und Gestaltung von Lebensraum in unserer Gemeinde im Rahmen unserer Vereinstätigkeit über die Jahre zu einer Leidenschaft entwickelt. Das Vorkommen von gefährdeten Arten wie Bekassine, Braunkehlchen, Rebhuhn, Kiebitz, Feldlerche, Braunkehlchen und Wiedehopf auf unseren Flächen ist ein deutlicher Indikator für den Erfolg unserer Maßnahmen und motiviert uns diesen Weg weiter zu gehen. Mit der Rückkehr der Wildkatze und einer erfolgreichen Reproduktion (vier Welpen im Jahr 2024 bestätigt) bietet sich für uns mit diesem Projekt eine großartige Möglichkeit unser Revier nachhaltig zu bereichern.

Eine weitere Motivation für uns ist die positive Resonanz in der Gemeinde. Viele Gemeindebürger verpachten uns gerne Ihre Grundstücke, weil ihnen unsere Wirtschaftsweise und Erfolge so gut gefallen. Wir kennen alle Leute in unserem Ort und glauben, dass genau dieser Kontakt zwischen Akteuren wie uns, Bevölkerung und Gemeindevertretern essenziell für erfolgreiche Projekte ist.

Schließlich erhoffen wir uns Medienpräsenz und Vorbildwirkung über die Plattform "blühendes Österreich" als Ideengeber für weitere, erfolgreiche Projekte. Da man bei der Pfandgutrückgabe bei Billa Blühendes Österreich mit einem Knopfdruck unterstützen kann es wäre schön, dass die lokale Bevölkerung im örtlichen Billa sehen kann, was mit ihrer Pfandspende alles gemacht werden kann. So könnten wir einen unmittelbaren Bezug zum Projekt herstellen, in vertrauter Umgebung und mit bekannten jungen Gesichtern.

Wen unterstützt Blühendes Österreich?

Unser Verein „JGH – Jägerschaft Heiligenkreuz“ wurde 2014 nicht lediglich zur Ausübung der Jagd gegründet, sondern vor allem mit der Absicht als „landwirtschaftlicher Betrieb“ durch die Pachtung, Anlage und Bewirtschaftung von Wiesen und Heckenstreifen aktiv Lebensraum für Wildtiere zu schaffen. Derzeit bewirtschaften wir ca. 35ha Fläche im Gemeindegebiet Heiligenkreuz und sind der lokale Ansprechpartner in den Bereichen Wildtier- und Lebensraummanagement.

Das gestalten von Lebensraum hat sich zu unserer Leidenschaft entwickelt und trägt großartige Früchte: so gibt es bei uns z.B. noch/wieder natürliche Vorkommen von Braunkehlchen, Bekassine, Rebhuhn und Wachtel, bis zu Habichtskauz und Uhu. Seit letztem Jahr wurde auch der Nachweis von Wildkatzen mit Nachwuchs bei uns bestätigt - ein Erfolg, der uns beflügeln weitere Projekte zur Erhaltung der Artenvielfalt umzusetzen.

Welche Herausforderungen werden gelöst?

Unser Projekt setzt genau dort an, wo im Lafnitztal die größten ökologischen Bruchstellen entstanden sind. Die intensiv genutzte Agrarlandschaft hat viele der früher vorhandenen Hecken, Feuchtwiesen und Kleinstrukturen verschwinden lassen. Dadurch fehlen heute Deckung, Nahrung und sichere Wanderwege für Arten, die auf vielfältige Lebensräume angewiesen sind. Gleichzeitig zerschneiden Straßen und Wege – allen voran die S7 – die Landschaft zusätzlich und erschweren Wanderbewegungen von Wildtieren wie der Wildkatze.

Mit der Anlage neuer Hecken, Blühwiesen und Strukturelemente schließen wir genau diese Lücken: wir schaffen wieder Verbindungslinien, die isolierte Lebensräume miteinander zu einem funktionierenden Biotopverbund verknüpfen und die ökologische Durchlässigkeit des Lafnitztals erhöhen. Gleichzeitig profitieren Leitarten wie Rebhuhn, Braunkehlchen, Bekassine oder Wiedehopf von neuen Brut- und Rückzugsräumen, die in der ausgeräumten Agrarlandschaft kaum mehr vorhanden sind. Nicht zuletzt stärken wir das Bewusstsein in der Bevölkerung dafür, dass Naturschutz vor der eigenen Haustür beginnt – sichtbar, greifbar und mit unmittelbarem Nutzen für die Region.

Was ist das Besondere am Projekt?

Die einstmals in Österreich ausgestorbene Wildkatze wurde erst kürzlich wieder in unserer Region, ja sogar direkt in unserer Gemeinde bestätigt! In diesem Projekt haben wir die Chance, der Wildkatze sichere Jagd- und Wanderrouten zu schaffen, um eine stabile Basis für ihre zukünftige Population zu sichern. Durch die Außerdienststellung und entsprechende Adaptierung von landwirtschaftlichen Nutzflächen soll daher eine Vernetzung mehrerer isolierter Lebensräume und Trittsteinbiotope südlich der Ortschaft Heiligenkreuz erfolgen. Die Anlage von Heckenstreifen und Blühwiesen mit unterschiedlichen Expositionen (z.B.: Beetlebanks) und Strukturelementen führt zu einem feinen Netzwerk von Flora und Fauna, welches nicht nur für die Wildkatze, sondern auch für viele andere (gefährdete) Arten essentiell ist.

Welche wertvollen Lebensräume, Tiere und Pflanzen werden erhalten?

Artenreiche Flächen sind die tragenden Säulen einer lebendigen Kulturlandschaft – sie bieten nicht nur Lebensraum für unzählige Arten, sondern halten ganze ökologische Netzwerke zusammen und funktionsfähig. Wildkatze, Rebhuhn, Braunkehlchen, Bekassine, Kiebitz oder Wiedehopf sind Leitarten in unserer Gemeinde, welche stellvertretend für ganze Lebensgemeinschaften stehen. Ihr Vorkommen zeigt, dass der bestehende Lebensraum funktioniert. Maßnahmen, von welchen sie profitieren begünstigen automatisch hunderte weitere Arten im ökologischen Netzwerk.

Daher liegen uns diese Leitarten am Herzen – weil sie für etwas Größeres stehen! Für eine Landschaft, die noch funktioniert, für Natur, die wir sehen, hören und erleben können. Das Rebhuhn erinnert an traditionelle Kulturlandschaften, die Bekassine ist ein Symbol für intakte Feuchtwiesen und die Lebendigkeit der Lafnitz, und die Wildkatze symbolisiert die Rückkehr einer lange verschwundenen heimischen Art und damit die Hoffnung für eine besser werdende Zukunft. Wenn wir ihre Lebensräume erhalten, schützen wir nicht nur einzelne Tiere, sondern bewahren ein Stück Identität unserer Region und sichern gleichzeitig die ökologische Grundlage unseres eigenen Lebensraumes.

Geografie der Projektregion

Die Lafnitz als Lebensader prägt die Landschaft des unteren Lafnitztals durch die Überreste ihrer naturnahen Mäandrierung, Auwaldreste, Feuchtwiesen, Altgrasstreifen und strukturreicher Übergangszonen. Diese Vielfalt schafft Lebensräume für zahlreiche gefährdete Arten – von Bekassine, Wachtel und Braunkehlchen bis zu Reptilien, Amphibien und Insekten. Gleichzeitig bildet die Lafnitz eine natürliche Leitachse zwischen Alpenostrand und pannonischem Raum, die für wandernde Wildtiere von großer Bedeutung ist.

Durch die Regulierung der Lafnitz und die intensive landwirtschaftliche Nutzung im unteren Lafnitztal ist die Landschaft jedoch stark ausgeräumt, wodurch großräumige Wanderbewegungen zunehmend erschwert werden. Die kürzlich Eröffnete Schnellstraße S7, welche das Tal durchschneidet, verschärft die Lage zusätzlich. Für Arten wie die Wildkatze stellt das Tal heute ein schwer überwindbares Hindernis dar, wenn sie zwischen den nördlich gelegenen Waldgebieten (Pinkatal, Raum Güssing) Richtung Raabtal, Neuhauser Hügelland und Slowenien wandern will. Gerade deshalb kommt der gezielten Vernetzung von Hecken, Wiesen und Trittsteinbiotopen eine zentrale Rolle zu, um die ökologische Durchlässigkeit des Lafnitztals wiederherzustellen und langfristig zu sichern.

Wie kannst du unseren Partner und das Projekt unterstützen?

  • Durch das zur Verfügung stellen von Pachtflächen zur Anlage von weiteren Blüh- oder Streuobstwiesen.
  • Durch Mithilfe bei Pflanzaktionen oder Pflegemaßnahmen (Heckenschnitt, Mahd, etc.)
  • Durch Sponsoring von Streuobstbäumen, Sträuchern, Wiesensaatgut oder Materialien für Strukturelemente
Zu den Naturerfolgen
Unterstützter Partner:
Verein „JGH – Jägerschaft Heiligenkreuz“
Weitere Projektpartner:
Volksschulen, JVJ (Jagdverein Jennersdorf) Bezirksorganisation, Naturschutzbund, BirdLife und Gemeinde
Projekttitel:
„Catswerk = Netzwerk“
Region:
Südburgenland/Lafnitztal
Größe der verbesserten Fläche:
etwa 1 Hektar an Fläche, welche im Biotopverbund einen Einflussbereich von etwa 100 Hektar aufwerten
geschützter Biotoptyp:
Hecken, Blühwiesen
Geschütze Tierarten:
Wildkatze, Rebhuhn, Feldlerche, Wachtel, Braunkehlchen, Kiebitz, Äskulap- und Ringelnatter, Eidechsen, Hirschkäfer
Geschütze Pflanzenarten:
Blassgelber Klee, Weiße Braunelle, Fünfzählige Weißmiere, Phönizische Königskerze, Kleines Knabenkraut, …
Projektdauer:
2026-2027
Finanzierung von Blühendes Österreich:
€ 16.443,--
Gesamtsumme Projekt:
€ 27.343,--

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Buch dir deinen Guide – Privat-Tour mit einem/r Nationalpark Ranger:in

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23. März |
Steiermark
Veranstalter: Nationalpark Gesäuse GmbH

€ 320,- (Pauschalbetrag Ganztag), € 220,- (Pauschalbetrag halbtags)

Gibt es Beispiele für derartige Touren?
Ja, Sie können sich gerne hier (Link zu Buch dir deinen Guide auf der Website) einen Überblick über unsere Standard-Touren verschaffen. Sie können sich aber auch gerne einfach thematische Schwerpunkte, Routen oder Aktivitäten wünschen und wir organisieren eine:n genau für Ihre Bedürfnisse passende:n Ranger:in.

Ich möchte auch gerne eine:n Bergwanderführer:in oder eine:n Bergführer:in buchen – wo ist das möglich?
Bei schwierigen Wanderungen in alpine Gipfelregionen, Klettertouren oder Schitouren sollten Sie sich von Bergführer:innen oder Bergwanderführer:innen begleiten lassen. Die Kosten liegen bei Bergwanderführer:innen bei € 320,- pro Tag und bei Bergführer:innen ab € 480,- pro Tag, je nach genauer Anforderung. Wenden Sie sich gerne an uns, wir vermitteln Sie weiter.

Öffentliche Verkehrsmittel

Österreiche Bundesbahn: www.oebb.at
Verbundlinie Auskunft: www.verbundlinie.at

Reisen Sie zu unseren Veranstaltungen, wenn möglich, mit öffentlichen Verkehrsmitteln an oder benützen Sie im Sommerhalbjahr das Gesäuse Sammeltaxi (+43 3613 21000 99). Die Parkplätze im Nationalpark Gesäuse sind kostenpflichtig (Tagesticket € 6,00). Nähere Informationen zu den Parkplätzen finden Sie hier. Allgemeine Informationen zur Anreise in den Nationalpark Gesäuse finden Sie hier.

 

Wieso sieht der Wald hier so wild aus? Und was genau macht diesen kleinen blauen Käfer besonders? Unsere Ranger:innen gehen bei einer exklusiven Führung auf Ihre Fragen ein und vermitteln dabei das Herzensanliegen unseres Nationalparks: die Werte der Wildnis. Unsere Ranger:innen stimmen ihre Führungen individuell auf Ihre Wünsche, Vorstellungen und Interessen ab.

Wenden Sie sich an das Informationsbüro in Admont und wir vermitteln Ihnen gerne eine:n erfahrene:n und bestens geeignete:n Nationalpark Ranger:in. Anfragen unter der Tel: +43(0)3613/21160-20; info@nationalpark-gesaeuse.at, oder Sie nutzen die direkte Buchung: einfach Datum auswählen, Halb- oder Ganztag und los geht´s. Alles andere übernehmen wir für Sie.

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