Zu den Naturerfolgen

Die verbrachte Obstkultur in Deutsch Kaltenbrunn liegt mitten im Brutgebiet der gefährdeten Zwergohreulen-Population im Südburgenland. Aufgrund des stark verbrachten Zustandes ist das Gebiet für die kleine Eulenart nicht besiedelbar. Ihr Rufe werden seit Jahren rund um die verbrachte Fläche registriert, diese stellt aber im derzeitigen Zustand eine Barriere dar. Durch die Auslichtung des Bestandes und die Entfernung von Gebüschen und Pioniergehölzen soll die Fläche für die Zwergohreule optimal gestaltet werden.

Das Projekt „Von der verbrachten Obstkultur zur Streuobstwiese" wird im Rahmen von Werkstatt Innovation Natur WIN #landwirtschaft unterstützt und begleitet. WIN ist ein Gemeinschaftsprojekt von Blühendes Österreich, Impact Hub Vienna und BirdLife Österreich. Mit WIN werden zwischen 2026 und 2029 österreichweit Projekte zu Landwirtschaft und Naturschutz zur Verfügung gestellt. Blühendes Österreich stellt dafür € 1 Mio. zur Verfügung. Die Begleitung wird mit Unterstützung von Bund, Ländern und Europäischer Union umgesetzt und über das Programm "Biodiversität jetzt!" kofinanziert. Die Projektfinanzierung von Blühendes Österreich wird durch Pfandspenden von BILLA Kund:innen ermöglicht.

Unsere Vision

Die Fläche wird zu einem möglichst vielfältigen Lebensraum, der insbesondere der seltenen Zwergohreule als Nahrungs- und Brutbiotop dient.

Konkrete Ziele im Projekt

Auslichten des Bestandes, Schaffung von lockeren Obstbaumbeständen mit genutzter Wiesenfläche drunter. Gestaltung möglichst vielfältiger Biotope auf der Fläche.

Motivation für das Projekt

Mit Daniel Leopoldsberger haben wir einen der wichtigsten Ornithologen des Burgenlandes vor Ort. Er kennt die Lebensraumansprüche und die Bedürfnisse der gefährdeten Zwergohreulen. Die Besitzerinnen sind zwar Natur interessiert, hätten aber alleine nie die notwendigen Mittl zur Umwandlung der Fläche und zur Rekultivierung aufgebracht. Der Verein Wieseninitiative ist ein erfahrener Projektträger und will hier unterstützend tätig werden.

Wen unterstützt Blühendes Österreich?

Die Besitzerinnen der ehemaligen Obstkultur Sandra Mertens und ihre Mutter freuen sich sehr, dass ihre alte Obstkultur in eine strukturreiche Streuobstwiese verwandelt werden soll. BirdLife Burgenland freut sich über eine für die Zwergohreule optimierte Fläche. Der Verein Wieseninitiative freut sich über eine weitere Streuostwiese in D. Kaltenbrunn.

Was finanziert Blühendes Österreich

Blühendes Österreich finanziert die Rodung eines Teiles der Obstkultur und die Entfernung von Verbuschungen. Die verbliebenen Bäume werden geschnitten und Freiflächen neu eingesät und mit jungen Streuobstbäumen nachgepflanzt.

Welche Herausforderungen werden gelöst?

Die Herausforderung besteht darin, die Fläche nicht völlig zu roden, sondern einen Teil der vorhandenen Obstbäume – wenn noch soweit vital – in Streuobstbäume umzuwandeln. Die ehemalige Obstkultur (Nieder- bis Mittelstammkultur) war offenbar auf starkwüchsigen Unterlagen aufveredelt worden. Dadurch sind die Bäume zum Teil immer noch vital. Etwa ein Viertel der Bäume soll daher belassen und geschnitten werden, damit sie die Fläche strukturieren und der Zwergohreule rasch als Jagdwarten und eventuell sogar als Brutplätze dienen.

Was ist das Besondere am Projekt?

Der Versuch, die alten Obstkulturbäume zum Teil zu erhalten und durch Schnitt in Richtung Streuobstbäume zu entwickeln, ist neu. Möglich ist dies nur, weil die Anlage auf starkwüchsigen Unterlagspflanzen aufveredelt wurde. Dadurch haben sich die seit Jahren nicht mehr betreuten Obstbäume bis heute erhalten. Aufgrund des Lichtmangels sind sie hochgeschossen und bei Entfernung von ca. ¾ der Bäume ist ein starker Rückschnitt notwendig, damit diese standfest bleiben. Es wird spannend, wie sich diese Bäume danach entwickeln werden. Mit Ausfällen muss zwar gerechnet werden, aber (hoffentlich) ein Großteil könnte diese Eingriffe auch überleben und so die notwendigen Strukturen für die Zwergohreule darstellen.

Welche wertvollen Lebensräume, Tiere und Pflanzen werden erhalten? 

Das Projekt dient dazu, der gefährdeten Zwergohreule neue Lebensräume zu schaffen. Lauf Aussagen von Daniel Leopoldsberger stellt die verwildere Obstkultur derzeit eine Barriere dar, die von der kleinen Eule nicht genutzt werden kann. Im nahmen Umfeld hingegen ist sie regelmäßig anzutreffen.

Streuobstwiesen selbst gehören zu den artenreichsten und wertvollsten Lebensräumen in unserer Kulturlandschaft.

Geografie der Projektregion

Die Projektfläche liegt mitten im Zwergohreulengebiet im Südburgenland. Birdlife betreut hier ein Nistkastenprojekt und es wurde ein eigenes Öpul-Nautschutzprogramm entwickelt und umgesetzt um Strukturen und Futterflächen für die Zwergohreule zu schaffen. Die Projektfläche in der Größe von 1,8ha könnte nach entsprechender Rekultivierung und Auflichtung ein weiterer wichtiger Lebensraum für die Zwergohreule sein.

Wie kannst du unseren Partner und das Projekt unterstützen?

Nach den groben Rekultivierungsarbeiten wir es viel Handarbeit bedürfen, um die Fläche vom Restholz zu säubern, die Zäune freizuschneiden, Saatgut händisch aufzubringen und neue Bäume zu pflanzen. Dabei ist Hilfe gerne willkommen. 

 

Zu den Naturerfolgen
Unterstützter Partner:
Verein Wieseninitiative
Weitere Projektpartner:
Familie Mertens, BirdLife Österreich
Projekttitel:
Von der verbrachten Obstkultur zur Streuobstwiese
Region:
Gemeinde Deutsch Kaltenbrunn
Größe der verbesserten Fläche:
1,8 ha
Geschützter Biotoptyp:
Streuobstwiese
Geschützte Tierart:
Zwergohreule
Projektdauer:
2026-2027
Finanzierung von Blühendes Österreich:
19.936,80.- €
Gesamtkosten Projekt:
30.000,00.- €

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