Ziel und Inhalt dieses Projekts ist, mit Hilfe naturschutzgerechter Beweidung das aus der historischen Landwirtschaft und dem Kalkabbau entstandene kleinräumige Mosaik aus vielfältigen Trocken-Lebensräumen samt ihren wertbestimmenden Tier- und Pflanzen-Arten wiederherzustellen und zu erhalten. Besonderheiten am Waschberg, der den südlichsten Ausläufer des Europaschutzgebietes Weinviertler Klippenzone darstellt, sind etwa Frauenschuh, Schlingnatter oder Hecken-Wollafter, die alle in der FFH-Richtlinie gelistet sind. Alle Maßnahmen erfolgen am Grundstück der Gemeinde, die dieses vollumfänglich und langfristig für den Naturschutz zur Verfügung stellt.
Die Finanzierung von „Die Esel sind los“ wird durch die Pfandspenden der BILLA Kund:innen ermöglicht.
Unsere Vision
Unsere Vision ist, durch die Beweidung mit den charismatischen Eseln und Schafen Ziele des Naturschutzes, der Regionalentwicklung und der Bewusstseinsbildung zu vereinen.
Konkrete Ziele im Projekt
Die wichtigsten messbaren Ziele sind folgende:
- Beweidung von insgesamt 7 Hektar Fläche (summiert auf 3 Jahre: teils jährlich dieselben, teils jährlich unterschiedliche, da nicht auf allen Flächen jedes Jahr beweidet werden muss)
- Projekt-Kickoff
- 1 jährlicher großer Freiwilligen-Einsatz (mind. 15 TN) zur Weidepflege am Ende der Beweidungssaison
- Mind. 1x öffentlicher Weidespaziergang (mind. 10 TN) mit dem Tierhalter
- Zwischenbericht
- Endbericht
Motivation für das Projekt
Die Gemeinde startete Maßnahmen zur Wiederherstellung und Erhaltung der damals stark verbuschten Halbtrockenrasen am Waschberg bereits 2019. Nun ist es erstmals in größerem Umfang möglich, die wertvollen Flächen durch Beweidung zu erhalten bzw. zu verbessern. Die Bevölkerung ist sehr interessiert und nimmt an regelmäßigen Freiwilligeneinsätzen teil.
Wen unterstützt Blühendes Österreich?
- Projektträger: Gemeinde Leitzersdorf, Mag. Sabine Hopf und Team: Eigenleistungen und ehrenamtliche Tätigkeiten
- Beweidung: Tierhalter-Team des Vereins Wilde Weiden, Leiser Berge
- Fachliche Projektbetreuung und Öffentlichkeitsarbeit: Ingenieurbüro Dr. Julia Kelemen-Finan, Stockerau
Was finanziert Blühendes Österreich?
Arbeitspaket 1: Pflege-Detailplanung zur Ausweisung der Weideflächen (wird erst für 2028 verrechnet, davor über LEADER Projekt/ Co-Finanzierung abgedeckt)
Arbeitspaket 2: Maßnahmen auf der Fläche (= finanziell größter Baustein des Projekts):
2a: Beweidung in jährlich mehreren kleinen Koppeln (je 0,4-0,8 Hektar) (vom Verein Wilde Weiden -Leiser Berge- durchgeführt)
2b: Weidepflege inkl. großer Freiwilligen-Einsatz (Abwicklung durch naturschutzfachliche Betreuung)
Arbeitspaket 3: Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung, inkl. Weidespaziergang, Besucherinfo, laufende Berichterstattung in den Medien, etc.
Arbeitspaket 4 Projektmanagement und -abwicklung, inkl. Vorbegehung mit Tierhalter, laufende naturschutzfachliche Begleitung und Kontrolle, Koordination u Kommunikation, Zwischen- und Endbericht
Welche Herausforderungen werden gelöst?
Das Projektgebiet ist sehr kleinteilig und kaum durch Infrastruktur erschlossen. Das macht ihn naturräumlich sehr wertvoll, aber schwierig und aufwändig zu bewirtschaften bzw. zu pflegen. Mit dem Verein Wilde Weiden besteht eine sehr gute Kooperation, durch deren Bereitschaft, die kleinen, nicht zusammenhängenden naturräumlichen Einheiten als einzelne Koppeln zu beweiden inkl. täglicher Kontrolle. Bei der anschließenden Weidepflege helfen viele Ehrenamtliche mit.
Was ist das Besondere am Projekt?
Eine Besonderheit ist der große Umfang der Eigenleistungen der Gemeinde sowie der Ehrenamtlichen Helfer, wodurch die Projektkosten beinahe halbiert werden:
- Mobilisierung und Mitarbeit bei jährlichen Freiwilligen-Einsätzen
- Bauhof: Werkzeug und Materialien für Einsätze bereitstellen und warten, Materialtransport, Beschilderung usw.
- Verköstigung der Freiwilligen
- Gemeindeverwaltung und Bürgermeisterin: Mitarbeit bei Organisation, Dokumentation, Abrechnung, Öffentlichkeitsarbeit
Auch auf die gute Zusammenarbeit mit und Unterstützung seitens Stakeholder wie Jagd und Landwirtschaft sind wir sehr stolz.
Welche wertvollen Lebensräume, Tiere und Pflanzen werden erhalten?
In den Vorgängerprojekten zwischen 2019 und 2025 wurden am relevanten Gemeindegrundstück (=Projektfläche) bereits 1117 Tier- und Pflanzenarten erfasst (223 Pflanzen- und 894 Tierarten), darunter eine große Anzahl gefährdeter Arten (FFH-Richtlinie, Rote Listen Österreichs). Zumindest 74 für Halbtrockenrasen charakteristische und gefährdete Arten von Pflanzen, Schnecken, Reptilien, Nachtfaltern, Tagfaltern, Heuschrecken, Wildbienen Dungkäfern und Zikaden (insg. 74 „Zielarten“) profitieren vom Projekt.
Geografie der Projektregion
Der Waschberg im Gemeindegebiet von Leitzersdorf (Bezirk Korneuburg) beherbergt „Halbtrockenrasen von nationaler Bedeutung“ (Holzner 1986): es handelt sich um „einen der wenigen großflächigen Trockenrasen im Weinviertel“. Der Lebensraumtyp entspricht weitgehend den Naturnahen Kalk-Halbtrockenrasen und deren Verbuschungsstadien (Festuco-Brometalia, FFH-Lebensraumtyp Code 6210). Die wertvollen Flächen liegen konzentriert auf einem insgesamt etwa 24 Hektar großen Grundstück (Grst. 540/1, KG Wollmannsberg), das sich im Besitz der Gemeinde Leitzersdorf befindet, davon ca. 20 Hektar zusammenhängende Flächen (ohne Forststraßen). Darin sollen kleine Koppeln ausgewiesen und beweidet werden. Das Grundstück liegt zur Gänze im Europaschutzgebiet Weinviertler Klippenzone (Natura 2000 Gebiet nach der FFH-Richtline).
Wie kannst du unseren Partner und das Projekt unterstützen?
Durch die Bereitstellung der Fördermittel, damit die anfallenden Kosten gedeckt und die Beweidung stattfinden können.
- Land NÖ – Naturschutzabteilung: Mitfinanzierung im LEADER-Projekt und fachliches Interesse an Beweidung
- gemeinnütziger Verein naturschutzakademie.at: als zusätzliche Kommunikations-Plattform für Medienarbeit (Homepage, facebook, newsletter)
- Beweider: Verein Wilde Weiden, Leiser Berge
- Fachliche Projektbetreuung: Ingenieurbüro Dr. Julia Kelemen-Finan, Stockerau