Die Stadtgemeinde Wolkersdorf im Weinviertel setzt mit dem Projekt „Wildes Wolkersdorf“ einen weiteren Schritt zur Förderung der biologischen Vielfalt im Gemeindegebiet. Aufbauend auf bereits erfolgreich umgesetzten Naturwiesen und Biodiversitätsmaßnahmen seit 2019 werden im Zeitraum von 2026 bis 2027 drei zusätzliche Naturwiesen in Wolkersdorf, Obersdorf und Münichsthal angelegt und bestehende Flächen ökologisch aufgewertet. Dabei werden insgesamt rund 1.300 m² neue Naturwiesen geschaffen und etwa ein Hektar bestehender Flächen weiterentwickelt. Im Zentrum des Projekts steht die gezielte Ansiedlung der seltenen Osterluzeipflanze als Lebensgrundlage für den gefährdeten Osterluzeifalter. Ergänzend werden Wildsträucher gepflanzt, Käferburgen aus Totholz errichtet und Informationsmaßnahmen für die Bevölkerung umgesetzt. Durch die Zusammenarbeit der Stadtgemeinde, des Bauhofs, freiwilliger Bürgerinnen und Bürger, des Vereins Citizen Forests Wolkersdorf sowie des Gymnasiums Wolkersdorf entsteht ein Netzwerk naturnaher Lebensräume im Siedlungsraum. Ziel des Projekts ist es, die Artenvielfalt zu fördern, bedrohten Arten neue Lebensräume zu schaffen, die Bevölkerung einzubinden und langfristig ein stabiles Netzwerk von Wildnisinseln im Gemeindegebiet aufzubauen.
Unsere Vision
Nach der Umsetzung des Projekts „Wildes Wolkersdorf“ ist im gesamten Gemeindegebiet ein vernetztes System naturnaher Lebensräume entstanden, das bedrohten Tier- und Pflanzenarten dauerhaft Lebensraum bietet. Die neu angelegten Naturwiesen, Wildsträucher und Käferburgen bilden ökologische Trittsteine, die es Insekten und anderen Tierarten ermöglichen, sich auszubreiten und stabile Populationen aufzubauen. Die Osterluzeipflanze hat sich auf mehreren Standorten etabliert und der Osterluzeifalter ist wieder regelmäßig im Gemeindegebiet zu beobachten. Die Bevölkerung nimmt die naturnahen Flächen bewusst wahr, versteht deren Bedeutung und beteiligt sich aktiv an deren Pflege und Weiterentwicklung. Wolkersdorf ist zu einem Vorbild für gelebten Naturschutz im Siedlungsraum geworden und zeigt, wie Gemeinden mit überschaubaren Maßnahmen langfristig zur Sicherung der biologischen Vielfalt beitragen können. Die Kulturlandschaft ist vielfältiger, lebendiger und widerstandsfähiger geworden, und Naturerlebnisse sind für die Menschen direkt vor der eigenen Haustür möglich.
Konkrete Ziele im Projekt
Das Projekt verfolgt das Ziel, die biologische Vielfalt im Gemeindegebiet nachhaltig zu erhöhen und bestehende Naturräume miteinander zu vernetzen. Dazu werden drei neue Naturwiesen mit einer Gesamtfläche von rund 1.300 Quadratmetern angelegt und mit heimischem Saatgut sowie Wildsträuchern bepflanzt. Gleichzeitig werden bestehende Flächen ökologisch aufgewertet und die Osterluzeipflanze auf insgesamt zehn Standorten etabliert. Ergänzend entstehen drei Käferburgen aus Totholz, die als Brut- und Überwinterungsstätten für Insekten dienen. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Anschaffung eines Balkenmähers, um eine biodiversitätsfördernde Pflege der Flächen langfristig sicherzustellen. Informations- und Bildungstafeln sowie Bildungsmaßnahmen mit Schulen und der Bevölkerung tragen zusätzlich zur Bewusstseinsbildung bei. Langfristig soll ein stabiles Netzwerk naturnaher Flächen entstehen, in dem sich bedrohte Arten dauerhaft etablieren können.
Motivation für das Projekt
Die Motivation für das Projekt entstand aus den positiven Erfahrungen der vergangenen Jahre, in denen bereits erste Naturwiesen angelegt und Biodiversitätsmaßnahmen umgesetzt wurden. Dabei zeigte sich deutlich, dass selbst kleine, gezielte Maßnahmen große Wirkung entfalten können, wenn sie langfristig gepflegt und gemeinsam umgesetzt werden. Die sichtbare Zunahme an Insekten und Pflanzenarten sowie das große Interesse der Bevölkerung bestätigten diesen Weg. Gleichzeitig wurde deutlich, dass viele gefährdete Arten wie der Osterluzeifalter nur noch über kleine, isolierte Lebensräume verfügen. Mit dem Projekt „Wildes Wolkersdorf“ soll diesen Arten konkret geholfen und gleichzeitig die Bevölkerung stärker in den Naturschutz eingebunden werden. Ziel ist es, die Gemeinde zu einem lebendigen Beispiel für praktischen Naturschutz im Alltag zu machen.
Wen unterstützt Blühendes Österreich?
Durch das Projekt werden in erster Linie gefährdete Tier- und Pflanzenarten unterstützt, die auf naturnahe Lebensräume angewiesen sind. Dazu zählen insbesondere der Osterluzeifalter, der Hirschkäfer, der Nashornkäfer sowie zahlreiche Wildbienen- und Insektenarten. Gleichzeitig profitieren auch heimische Pflanzenarten und strukturreiche Lebensräume von den Maßnahmen. Darüber hinaus unterstützt das Projekt die lokale Bevölkerung durch Umweltbildung und Beteiligungsmöglichkeiten sowie Schulen und Bildungseinrichtungen, die die Flächen für ökologische Bildungsarbeit nutzen können. Auch die Gemeinde selbst profitiert durch eine nachhaltige Entwicklung ihrer Grünflächen und eine erhöhte ökologische Qualität im Siedlungsraum.
Welche Herausforderungen werden gelöst?
Das Projekt reagiert auf den zunehmenden Verlust von Lebensräumen und den Rückgang der Artenvielfalt im Siedlungsraum. Viele Insektenarten finden heute kaum noch geeignete Nahrungsquellen oder Brutplätze, während spezialisierte Arten wie der Osterluzeifalter besonders stark gefährdet sind. Zudem sind vorhandene Lebensräume oft isoliert und ermöglichen keine Wanderung oder Ausbreitung der Arten. Durch die Anlage neuer Naturwiesen, die Schaffung von Totholzstrukturen und die Pflanzung von Wildsträuchern werden neue Lebensräume geschaffen und miteinander vernetzt. Gleichzeitig wird durch Informations- und Bildungsmaßnahmen das Bewusstsein für Biodiversität gestärkt und langfristig eine naturnahe Pflege der Flächen sichergestellt.
Was ist das Besondere am Projekt?
Das Projekt zeichnet sich besonders dadurch aus, dass es auf bestehenden Erfolgen aufbaut und ein bereits begonnenes Netzwerk naturnaher Flächen gezielt erweitert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der gezielten Förderung des Osterluzeifalters durch die Ansiedlung seiner einzigen Futterpflanze. Gleichzeitig werden durch Käferburgen gezielt Lebensräume für seltene Käferarten geschaffen. Das Projekt verbindet Naturschutzmaßnahmen mit Bildungsarbeit und Bürgerbeteiligung und schafft dadurch langfristige Strukturen. Die enge Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Bauhof, Schulen, Vereinen und freiwilligen Bürgerinnen und Bürgern macht das Projekt zu einem nachhaltigen und breit getragenen Vorhaben.
Welche wertvollen Lebensräume, Tiere und Pflanzen werden erhalten?
Durch das Projekt werden artenreiche Naturwiesen, Wildstrauchhecken und Totholzstrukturen geschaffen und erhalten. Diese Lebensräume bieten Nahrung, Rückzugsorte und Brutplätze für zahlreiche Tierarten. Besonders profitieren die Gemeine Osterluzei als seltene Pflanzenart sowie der Osterluzeifalter, der auf diese Pflanze angewiesen ist. Zusätzlich werden Lebensräume für Hirschkäfer, Nashornkäfer sowie zahlreiche Wildbienen, Schmetterlinge und weitere Insektenarten geschaffen. Durch die Vernetzung der Flächen entstehen langfristig stabile Lebensräume im gesamten Gemeindegebiet.
Geografie der Projektregion
Das Projekt wird in der Stadtgemeinde Wolkersdorf im Weinviertel in Niederösterreich umgesetzt. Die Maßnahmen konzentrieren sich auf die Ortsteile Wolkersdorf, Obersdorf und Münichsthal. Die Region ist geprägt von einer vielfältigen Kulturlandschaft mit Weinbergen, Siedlungsflächen und landwirtschaftlich genutzten Bereichen. Besonders in den Weinbergen bestehen bereits einzelne Vorkommen der Osterluzeipflanze und des Osterluzeifalters, die durch das Projekt erweitert und miteinander vernetzt werden sollen. Durch die Verteilung der neuen Naturwiesen über das Gemeindegebiet entsteht ein Netzwerk naturnaher Flächen, das die ökologische Qualität der gesamten Region stärkt.
Wie kannst du unseren Partner und das Projekt unterstützen?
Citizen Science: mit der Schmetterlings-App (https://www.schmetterlingsapp.at) oder der App Naturkalender (https://www.naturkalender.at) oder der App inaturalist (https://inaturalist.org) kannst du Naturbeobachtungen auf den Flächen einmelden und mehr über die Artenvielfalt und den Klimawandel erfahren.