Über 4000 Schmetterlingsarten gibt es in Österreich, deshalb zählt unser wunderbar vielfältiges Land, mit seinen Bergen, Tälern, Feldern und Wäldern sowie heißen pannonischen Regionen als Schmetterlings-Hotspot in Europa. Alarmierende Zahlen zeigen jedoch, dass unsere bunten Insektenjuwelen zunehmend schwinden.

Derzeit gelten mehr als die Hälfte aller rund 200 Tagfalter Österreichs als gefährdet, 2 Prozent sind sogar bereits ausgestorben! Auch bei den für uns weniger auffälligen etwa 3800 Nachtfalterarten sind rund 40 Prozent gefährdet und bereits 4 Prozent ausgestorben. Diese Zahlen stellen jüngst erhobene Durchschnittswerte dar, welche auch die Bestände in Naturschutzgebieten und somit in eigentlich besonders schmetterlingstauglichen Landschaftsgebieten miteinbeziehen. In der vom Menschen stark geprägten Kulturlandschaft ist die Gefährdungssituation vieler Arten noch wesentlich dramatischer. Wenn die Ursachen der Gefährdung unserer Schmetterlinge nicht rasch und umfassend behoben werden, könnte es darauf hinauslaufen, dass man Schmetterlinge zukünftig nur mehr in geschützten Gebieten oder gar nur mehr im Museum finden wird. Der große Artenverlust betrifft vor allem den Osten des Landes – und damit insbesondere auch Niederösterreich. Die stetige Zunahme ausgeräumter Landschaften, Pestizideinsatz und die Auswirkungen des Klimawandels, wodurch der Lebensraum alpiner Schmetterlinge schwindet, machen unseren Schmetterlingen zu schaffen.

Männchen des Wiener Nachtpfauenauges mit den charakteristisch gefiederten Fühlern, den „Nasen“ der Art

Für unsere heimischen Nachtfalter gibt es aufgrund des Mangels an verfügbaren Daten sowie sich daraus ergebenden, dringend notwendigen Schutzmaßnahmen keine Gefährdungseinstufung (Rote Liste). Die Annahmen zur Gefährdung einzelner Arten innerhalb dieser Gruppe basieren im Wesentlichen auf Schätzungen. In Wien, der Steiermark und dem Burgenland gelten trotz beachtlicher Artenvielfalt über 60 Prozent der Falter als gefährdet. In Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich und Kärnten mit Anteilen an den Alpen sind derzeit auch außerhalb der Schutzgebiete großflächige naturnahe Lebensräume vorhanden. Die Ausarbeitung sowie Umsetzung effektiver Schutzmaßnahmen sind jedoch auch in diesen Bundesländern aufgrund fehlender Verbreitungsdaten sowie der daher nicht abschätzbare Gefährdungsstatus der jeweiligen Arten schwierig. Flächenversiegelung und Verbauung, intensive Forst- und Landwirtschaft, Pestizideinsatz und nicht zuletzt die Klimaerwärmung – gerade in Gebirgslagen – setzen den Faltern stark zu. Neben der Zerstörung von Lebensräumen ist vor allem die Lichtverschmutzung für die Nachtfalter ein nicht zu vernachlässigendes Problem. Die große Artenvielfalt dieser Gruppe ist für uns Menschen wenig augenscheinlich, da viele von ihnen im Verborgenen leben oder unscheinbar sind. Im Gegensatz zu den bunten Tagfaltern dominieren bei den Faltern der Nacht Braun- und Grautöne. Je nach Art reicht die Größe von wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern. Das Wiener Nachtpfauenauge, unser größter heimischer Falter, ist mit einer Flügelspannweite von bis zu 16 cm (Handgroß!) hingegen ein wahrer Riese. Wie der Name schon sagt, sind Nachtfalter hauptsächlich ab der Dämmerung unterwegs, bestäuben in der Nacht blühende Pflanzen und dienen den ebenso stark gefährdeten Fledermäusen als wichtige Nahrungsquelle. Daher spielen Nachtfalter in mehrerlei Hinsicht eine wesentliche Rolle im heimischen Artengefüge, denn ihre Gefährdung wirkt sich gleich eines Dominoeffekts auf viele weitere Tierarten aus.

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Erstfund im Burgenland durch Erika Kühnelt: Kleiner Wander-Bläuling

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Wir alle können dazu beitragen, dass unsere Umgebung Lebensraum für Schmetterlinge ist und bleibt, z. B. indem wir unsere Gärten und Grünräume ökologisch pflegen und naturnah gestalten. Zudem gibt es eine sehr nützliche App, mit der jede und jeder helfen kann, wichtige Daten rund um unsere Schmetterlinge zu sammeln. Durch die wissenschaftliche Auswertung dieser Daten erlangen wir mehr Kenntnis über Verbreitung, Vorkommen und Häufigkeit unserer Schmetterlinge. Dadurch können passende Schutzmaßnahmen für die jeweiligen Arten erarbeitet und umgesetzt werden. 2021 waren bereits über 22.000 Freiwillige im Zeichen der Tagfalterzählung mit der Schmetterlingsapp im Einsatz.

Viele gute Gründe also, um sich die Schmetterlingsapp noch heute kostenlos auf www.schmetterlingsapp.at herunterzuladen und loszulegen! Die App zum Citizen Science Projekt „Schmetterlinge Österreichs“ steht kostenlos in den App-Stores von Apple und Android zur Verfügung, außerdem gibt es auch eine Desktopversion.

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