Städte sind ein Hort an Artenvielfalt. Oft im Gegensatz zu ländlichen Gebieten. Umfangreicher Lebensraum auf kleiner Fläche und Neophytenzuwachs fördern die urbane Biodiversität.

„Je mehr Lebensräume es gibt, desto mehr Organismen leben dort“, sagt Peter Pilsl, Leiter der Salzburger Botanischen Arbeitsgemeinschaft, kurz Sabotag. Weist der ländliche, bewirtschaftete Raum oft auf mehreren Hektaren monokulturelle Züge auf – in Form von Wiesen, Feldern und Wäldern mit bis zu 40 verschiedenen Pflanzenarten –, zeigt sich auf der gleichen Fläche im urbanen Gebiet kleinstrukturierte Vielfalt: Gehölz, Gewässer, Kleingärten, Gemüsebeete, Baustellen.

„Lebensraumvielfalt bedeutet Artenvielfalt“, sagt Pilsl, der sich seit 1979 mit der Botanik beschäftigt. Allein in der Stadt Salzburg hat Sabotag vor ein paar Jahren an die 700 neue Neophyten, ursprünglich nicht heimische Pflanzen, gefunden. „Neue Bürger, also Neophyten, haben einen großen Anteil an der Biodiversität einer Stadt“, erklärt Pilsl. „Das Samenmaterial kommt durch den Verkehr, durch Verwilderung oder auch durch einen weggeworfenen Apfelputz, dessen Kerne zu keimen beginnen, in die Stadt.“ Insgesamt weist Salzburg rund 2000 Pflanzenarten auf. Manche Pflanzen tauchen in zehn Jahren ein- bis zweimal auf, andere etablieren sich, wie etwa das Springkraut.

Landwirtschaftliche Gratwanderung

Der wachsenden Lebensraumvielfalt in der Stadt, steht die sinkende Biodiversität am Land gegenüber. Grund ist unter anderem die intensive Landwirtschaft. „Entweder wir bewirtschaften intensiv, oder gar nicht. Wenn wir gar nicht bewirtschaften, schwinden Lebensräume und der Wald übernimmt“, sagt Pilsl.

Es ist eine Gratwanderung für heimische Bauern – sie stehen im harten, wirtschaftlichen Wettbewerb. Durch starke Düngung ihrer Wiesen etwa verlieren kleine Kräuter ihren Lebensraum. „Margeritenwiesen mit Glockenblumen gab es in meiner Kindheit. Heute sind sie fast verschwunden“, erinnert sich Pilsl. Doch auch der Naturschutz muss sich an der Nase nehmen: Magerwiesen sind Sekundärlebensräume, die es erst seit ein paar 100 Jahren gibt. „Der Naturschutz muss sich fragen: Welchen Lebensraum will man erhalten? Was ist das Ziel? Wie weit will man zurückgehen? 10, 100, 300 Jahre? Biodiversität ist zum Teil menschengemacht.“

Unkraut fördert Vielfalt

Um der Stadtnatur ihren Raum zu geben, müsse man vor allem dem Unkraut seinen Platz lassen. „Die artenreichsten Stellen einer Stadt sind Schotterstreifen am Straßenrand. Unkraut war vor 100 Jahren ein Problem, als es Nutzpflanzen bedrohte. Heute ist es ein Trend der Zeit, der Biodiversität“, sagt Pilsl. Gerade ungepflegte Stätten sind Vielfaltsparadiese. Auf Bahnanlagen zeigt sich gar eine mediterrane Flora, die man sonst nur aus Griechenland oder Italien kennt. Und das auch mitten in Salzburg.

Hintergrund
Peter Pilsl studiert Anfang der 80er Jahre Biologie auf Lehramt. Seit seinem Beginn an der Universitätsbibliothek der Salzburger Uni ist die Botanik sein Hobby. Aktuell erarbeitet er mit der Salzburger Botanischen Arbeitsgemeinschaft einen Verbreitungsatlas von Gefäßpflanzen im Land Salzburg.

Zur Biodiversität in Städten hat ein Schweizer Forschungsteam der Universität Bern 2014 eine umfangreiche Studie herausgebracht. Die Biologinnen Tabea Turrini und Eva Knop vom Institut für Ökologie und Evolution untersuchten anhand von Tiergruppen auf Birken die Artenvielfalt in sechs Schweizer Städten. Ergebnis: Entscheidend für die Artenvielfalt auf den Bäumen ist die urbane Umgebungslandschaft.

Autorin: Maria Schoiswohl

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Besucher:innenprogramm Erlebniszentrum Weidendom

Besucher:innenprogramm Erlebniszentrum Weidendom

23. Juli |
Steiermark
Veranstalter: Nationalpark Gesäuse GmbH

Infohütte, Erlebniszentrum Weidendom

Unsere Führungen und Angebote stehen allen Menschen offen. Sollte für eine barrierefreie Teilnahme eine besondere Form der Unterstützung erforderlich sein, wird um frühzeitige Kontaktaufnahme gebeten.

Für Personen mit eingeschränkter Mobilität wird für diese Veranstaltung ein Rollstuhl mit Zuggerät (Swiss Trac) kostenlos zur Verfügung gestellt (Voranmeldung erforderlich).

Am Veranstaltungsort befindet sich ein rollstuhlgerechtes WC.

Kosten für Forschungsprogramme (11:00, 14:00 und 16:00 Uhr):

Erwachsene: € 7,00
Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre: € 5,00
Familienkarte (max. 4 Personen): € 12,00

Sondertermine sowie spezielle Programme für (Bus-)Gruppen und Schulen werden im Infobüro Admont organisiert. Unsere Gruppenangebote finden Sie hier.

Wir sind Partner der Steiermark-Card, Bonuspartner der Schladming-Dachstein Card und ZWEI UND MEHR Vorteilsbetrieb.

Forschungsprogramm 1: Die Reise in den Mikrokosmos "Wasser" 

Tauchen Sie in die spanndende Welt der Wasserlebewesen ein. Eine selbst genommene Wasserprobe kann beim Mikroskopieren "unter die Lupe" genommen werden. Dabei entdeckt man Kleinstlebewesen, die man in dieser Größe noch nie gesehen hat.

 Forschungsprogramm 2: Wildnis erforschen im Auwald

Gehen Sie auf die Suche nach Wildnis in der Aulandschaft um den Weidendom und erfahren, welche Bäume gerne nasse Füße haben und welche seltene Vogelart ganz in der Nähe brütet.

Forschungsprogramm3: Abenteuer Wilde Wiese 

Ein:e Nationalpark Ranger:in zeigt Ihnen wie Sie in einer wilden Wiese auf Entdeckungsreise gehen können und neben schillernden Käfern und Bienen auf Nektarsuche auch Russischen Bären oder eine rotflügelige Schnarrschrecke aufspüren.


Die Gruppe entscheidet, welches der drei Programme stattfindet.

Erwachsene, Jugendliche
Familien, Erwachsene mit Kindern
Kinder und Jugendliche

Findet diese Veranstaltung bei jedem Wetter statt?
Ja, denn wir finden, unser Nationalpark Gesäuse ist bei jedem Wetter ein Erlebnis!

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  • Öffnungszeiten: (der Weidendom ist ganzjährig frei betretbar, betreutes Besucherprogramm zu folgenden Zeiten)

    01.05.2026 - 30.06.2026: Samstag, Sonntag, Feiertage, jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr
    01.07.2026 - 13.09.2026 : täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr
    14.09.2026 - 30.09.2026: Samstag, Sonntag, jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr

Die Forschungsprogramme finden während der Öffnungszeiten immer um 11:00 Uhr, 14:00 Uhr und 16:00 Uhr statt.

Sondertermine außerhalb der Öffnungszeiten, sowie spezielle Programme für Gruppen, Busgruppen und Schulen werden im Informationsbüro in Admont organisiert, Tel. +43(0)3613/21160-20, info@nationalpark-gesaeuse.at

Unter fachkundiger Anleitung tauchen kleine und große Besucher:innen in die wilde Seite des Nationalparks ein.

Drei unterschiedliche Programme ermöglichen Besucher:innen einen spannenden Einblick in die Tier- und Pflanzenwelt des Nationalparks zu bekommen: „Die Reise in den Mikrokosmos Wasser“, „Abenteuer Wilde Wiese“ oder „Wildnis erforschen im Auwald“.

Keine Anmeldung erforderlich

Die Parkplätze im Nationalpark Gesäuse sind kostenpflichtig (Tagesticket € 7,00). Nähere Informationen zu den Parkplätzen sind hier zu finden. Allgemeine Informationen zur Anreise in den Nationalpark Gesäuse stehen hier zur Verfügung.

Anfahrt: Das Erlebniszentrum liegt an der Bundesstraße B146 direkt an der Abzweigung nach Johnsbach, gleich gegenüber vom Gasthof zur Bachbrücke.

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BusBahnBim - Auskunft: www.busbahnbim.at

Haltestelle:

  • Gesäuse Bachbrücke/Weidendom (RegioBus 912)
  • Johnsbach im Nationalpark Bahnhof (ÖBB)
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