Umweltanwälte kümmern sich um die Interessen der Natur und der Landschaft und unterstützen Privatpersonen und die Öffentlichkeit bei Umweltproblemen und Missständen.

Wenn eine Skipiste, eine Straße oder ein Wasserkraftwerk gebaut werden, ist das wichtig für die Menschen, den Tourismus und die Wirtschaft. Aber nicht unbedingt für die Umwelt, für Flora und Fauna. Die österreichischen Umwelt- und Naturschutzanwälte beraten Privatpersonen und die Öffentlichkeit, wenn durch ein Projekt Naturraum oder geschützte Tiere in Gefahr sind. Jedes Bundesland hat eine Anwaltschaft für die Natur, die von der jeweiligen Landesregierung eingerichtet wird. Die Anwältinnen und Anwälte – oftmals Biologen – agieren alleine, oder, je nach ihren finanziellen Möglichkeiten, mit einem Team.

Für die Natur verträglich

Einen Großteil ihrer Zeit verbringen die Umweltanwälte – bei Wind und Wetter – in der Natur. Vor Ort können sie bei Verhandlungen mit Konsenswerbern und Behörden mitreden und ihre Meinung äußern. "Bei Bauvorhaben, bei denen geschützte Arten oder Gebiete betroffen sind, ist es per Gesetz vorgeschrieben, dass die Informationen an uns weitergeleitet werden. Oft kommen die Verweise von städtischen Einrichtungen wie dem Bürgerservice oder von NGOs", erklärt Norbert Hörmayer von der Umweltanwaltschaft Wien. Aber auch Privatpersonen, die im Internet auf die Naturschutzanwälte stoßen, melden sich mit Projekten.

Wie viel Handlungsspielraum die Umweltanwälte wirklich haben, ist je nach Bundesland unterschiedlich geregelt. Katharina Lins von der Naturschutzanwaltschaft Vorarlberg etwa gibt durchschnittlich pro Jahr 600 formelle Stellungnahmen zu Eingriffen in die Natur ab. Zehn Prozent der Projekte lehnt sie ab. „In vielen Fällen werden Projekte geändert, um sie für die Natur verträglicher zu machen“, sagt Lins. "Das kann eine andere Trassenführung oder eine Begrünung sein, ein Sichtschutz oder eine Wand mit Kletterpflanzen. Manchmal reduziert sich der Einsatz auf 'Schadensbegrenzungen' wie das Aufstellen eines Zaunes."

In der Regel bewerben sich Umweltanwälte übrigens auf eine Stellenausschreibung ihrer Landeskommission. In Vorarlberg heißen sie Naturschutzanwälte und werden von den NGOs gewählt. Wer Fragen an die Umwelt- und Naturschutzanwälte hat, findet alle nötigen Informationen auf www.umweltanwaltschaft.gv.at.

Autorin: Daniela Illich

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