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Ein Heumandl dient der Trocknung von Gras. Es besteht im Normalfall aus einem in den Boden gerammten Holzpfahl mit drei oder vier Querverstrebungen, auf denen das angetrocknete Gras dachziegelartig aufgehängt wird. Ein Heumandl ist so groß wie ein kleiner Mann, woher auch die Bezeichnung stammt.

Allgemein

Gras richtig zu trocknen, damit daraus gutes, frisches und lang haltbares Heu wird, war und ist eine Kunst für sich. In vielen Regionen des Alpenraumes weisen die Wiesen zu viel Bodenfeuchte auf, so dass eine Heutrocknung am Boden oft nicht möglich ist. Heute kann man diesen Umstand leicht umschiffen, indem man mit dem Traktor schnell und effizient mäht, das Gras mehrfach wendet und noch am selben Tag getrocknet einfahren kann. Manch ein Betrieb verfügt auch über eine Trocknungsanlage am Heuboden, wodurch das Heu auch im noch nicht ganz trockenen Zustand eingefahren werden kann, ohne, dass die Gefahr eines Heubrandes entsteht. Oder es wird einfach Silage hergestellt – dazu braucht das Gras nur angetrocknet zu sein, was den Landwirt, die Landwirtin wesentlich unabhängiger vom Wetter macht.

In früheren Zeiten standen all diese Möglichkeiten jedenfalls nicht zur Verfügung. Daher versuchte man, das Gras mit Heumandl vom feuchten Boden weg zu bringen, damit es nicht zu viel Bodenfeuchte aufnimmt.

 Funktionsweise

Die Holzkonstruktionen, auf denen das Gras aufgehängt wird, sind von Region zu Region unterschiedlich und tragen auch verschiedene Namen. Im Prinzip funktionieren sie aber alle gleich: das angetrocknete Gras wird von unten nach oben über die Querverstrebungen gelegt. Es entsteht eine Dachziegelkonstruktion, die Regenwasser außen abrinnen lässt. Gleichzeitig lässt ein gekonnt bestücktes Heumandl aber auch genug Luftzirkulation zu, so dass das Gras im Inneren trocknet und nicht verschimmelt.

Der Arbeitsaufwand ist enorm, aber das so entstehende Heu ist von besonders hoher Qualität, weil man viel weniger „Bröckelverluste“ (d.h. die Halme und Blumen bleiben ganz) als bei Maschineneinsatz hat.

 Regional unterschiedliche Namen

Im Alpen- und Voralpengebiet spricht man von „Heinzen“, wobei der Begriff mundartlich verwendet zu „Huanza“ oder „Hoinze“ wird. Im Nordtiroler Unterland nennt man sie „Stanker“ oder „Stangger“, während in Südtirol der Begriff der „Stiffla“ gängig ist. Auch Namen wie „Hiefler “ oder „Harpfe“ kommen vor. Die Tätigkeit des Gras Aufhängens wird entsprechen „aufstankern“ oder „hiefeln“ genannt.

 Varianten

Eine Varianten stellen die so genannten „Schwedenreiter“ dar. Hier wird zwischen zwei in die Erde gerammten Pfählen ein Draht gespannt, auf dem das Gras aufgehängt wird. Zudem gibt es auch wesentlich größere Konstruktionen, bei denen mehrere Holzstangen wie bei einem Indianertipi aneinandergebunden werden.

  

Zahlen & Fakten

Heumandl sind heute bis auf wenige Regionen fast gänzlich aus der Kulturlandschaft verschwunden. Der Arbeitsaufwand ist unglaublich groß und ein richtig aufgeschichtetes Heumandl setzt auch einiges an Erfahrung voraus, damit das Gras im Inneren auch wirklich gut trocknet.

 Rund um Kartitsch im Osttiroler Gailtal, im Kärntner Lesachtal oder auch im Sellraintal, im Schmirn- und Valsertal, im Tiroler Oberland oder im Nationalpark Hohe Tauern sieht man Heumandl aber auch heute noch häufig. Einerseits, weil altes Brauchtum und ein Stück Kulturlandschaft erhalten werden sollen, andererseits aber auch schlicht deswegen, weil die steilen Wiesen weder den Einsatz großer Maschinen noch eine Ballenherstellung zulassen würden. Mit ein Grund ist zudem die außergewöhnlich hohe Qualität des Heus, das für touristische Zwecke immer interessanter wird (Heubäder, Duftkissen, Verpackungsmaterial,…. ).

Das Wissen, schöne und vor allem funktionale Heumandl aufzustellen, wird u.a. in Sensenkursen, die sich größter Beliebtheit erfreuen, weitergeben. Damit bleibt zu hoffen, dass die Heumandl nicht gänzlich aus der bäuerlichen Berglandwirtschaft, die sie über Jahrhunderte mitgeprägt haben, verschwinden.

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