Zum Bauernlexikon
Als Heumilch bezeichnet man die Milch von Kühen, die kein Silofutter bekommen. Der Rohfaseranteil in ihrem Menüplan wird ausschließlich durch Heu und Frischgras gedeckt.

Allgemein

Heu von bester Qualität – noch dazu auf steilen Hängen - zu erzeugen ist aufwendig und verlangt einiges an Wissen. Schließlich sollen die Halme nicht zu stark gebrochen werden, Blätter nicht gänzlich abfallen, der Schnittzeitpunkt muss weise gewählt und das Wetter im Auge behalten werden. Das Heu muss zudem gut trocknen können, am besten in der Sonne am Boden, auf Stangen gehängt (Heumandl, Schwedenreiter) oder gut belüftet in der Scheune. Ziemlich jedes Alpental zeigt hier seine regionsspezifischen Methoden, die sich über die Jahrhunderte bewährt haben.

Vor allem im Flachland haben große, schwere Mähmaschinen die Handarbeit praktisch zur Gänze ersetzt. Vor rund 25 Jahren folgte dann der Siegeszug der Silage, eine Art der Haltbarmachung des Futters durch Gärung.

Die Vorteile der Heumilch

Verschiedenste Studien zeigen, dass die Silage zwar eine praktische Erfindung, aber auch einige Nachteile aufweist. Tatsächlich konnte nachgewiesen werden, dass Heumilch ein ernährungsphysiologisch günstigeres Fettsäurespektrum aufweist und daher gesünder ist.

Eine besondere Bedeutung kommt dem Heu – vor allem hochwertigem Bergwiesenheu – in der Käseproduktion zu. In der Silagemilch können sich hohe Keimzahlen an Clostridien, Listerien und Bazillen finden, die die Käseherstellung hemmen. Aus Bergwiesenheumilch hingegen kann gänzlich ohne Zusätze bester Käse hergestellt werden, was auch beim Kunden, der Kundin voll im Trend liegt.

Die ARGE-Heumilch

Die 2003 gegründete ARGE Heumilch (Artenvielfalt fördern durch Heuwirtschaft | Heumilch) hat es sich zum Ziel gesetzt, das Image der Heubauern und Heubäuerinnen wieder zu verbessern und der Silage mit einem durchdachten Marketing entgegen zu wirken. Die ARGE Heumilch fördert Bauern und Bäuerinnen, die nur reine Heumilch produzieren, ohne Kunstdünger auskommen und sich verpflichten, Biodiversitätsflächen (Flächen mit hoher Artenvielfalt) zu bewirtschaften. Vor allem Bergbauern profitieren von der Marke „Heumilch“, mit der sie sich auf dem Markt besser behaupten können. Sie erzielen fairere Preise und liefern ein regionales und ehrliches Produkt, das Wertschätzung und Wertschöpfung erntet.

  

Zahlen & Fakten

Die Nachfrage an Heumilch und Heumilchprodukten steigt nach wie vor stark an. Gemäß Aussagen der ARGE Heumilch sind im Jahr 2017 480 Millionen Kilogramm Heumilch verarbeitet worden, ein Drittel davon ist Bio. Der Anteil der Heumilch an der Gesamtmilchproduktion in Österreich liegt bei rund 15 %. Der Absatz im Lebensmittelhandel bewegt sich aktuell bei rund 45.000 Tonnen, Tendenz steigend.

Die ARGE Heumilch vereinigt (Stand 2017) rund 8.000 Heumilchbauern und -bäuerinnen und ca. 60 Milchverarbeiter und -verarbeiterinnen. Die Bauern und Bäuerinnen erhalten einen Heumilchzuschlag, der mit dem jeweils aktuellen Milchpreis schwankt, aber immerhin im Jahr 2017 bei 5 Cent je Kilogramm lag. Im November 2017 lag der Preis (exkl. Mehrwertssteuer) für Biomilch mit Heumilchzuschlag bei 55,3 Cent/kg.

 

Meckerziege oder flotte Biene?

Flotte Biene! Dann bist du auf Österreichs größter Plattform für Naturerlebnisse genau richtig.

Jetzt registrieren

Verwandte Naturerlebnisse

Pilzvergnügt

SEMINARREIHE “PILZVERGNÜGT”: Das Schlaraffenland des Pilzreichs – der Herbst und seine Schwammerl

28. Sep |
Wien
Veranstalter: City Farm Augarten

Der Herbst bietet begeisterten Schwammerljäger:innen und denen, die es noch werden wollen, das üppigste Pilz-Angebot des gesamten Jahres. Wenn die Hitzetage der Sommermonate langsam abnehmen, die Nächte kühler & die Tage kürzer werden – beginnt sie – die Zeit der Schwammerlsucher:innen! Ungeduldig sehnen wir ausgiebige Niederschläge herbei, denn wir wissen was uns bevorsteht – massenhafte Pilzbestände, in allen erdenklichen Farben, Formen und Geschmäckern – die nur darauf warten von uns entdeckt zu werden.

  • Fragen Sie sich jeden Herbst, welche scheinbar unzähligen Pilzarten da eigentlich vor ihren Füßen wachsen?
  • Möchten Sie mit der Pilzsuche beginnen & Ihren Speiseplan mit gesunden Wald“früchten“ erweitern?
  • Oder Ihr Pilzrepertoire – abseits von Steinpilz, Parasol & Co. um zahlreiche Arten und Schmankerln erweitern?

In diesem Seminar befassen wir uns mit den besten Speisepilzen, den ungewöhnlichsten Pilzkuriositäten und seltensten Arten dieser tollen Jahreszeit.

Begleiten Sie Stefan Marxer auf einer abenteuerlichen Reise durch die Welt der Pilze – Sie erwartet ein Multimedia-Vortrag voller persönlicher Einblicke & Erfahrungswerte, selbstgemachter Bilder & Videos sowie spannender Pilzgeschichten aus aller Welt! Nach diesem Vortrag werden Sie die Welt und die Bedeutung dieser unscheinbaren Lebewesen mit anderen Augen betrachten – versprochen!

SEMINARREIHE “PILZVERGNÜGT”: Das Schlaraffenland des Pilzreichs – der Herbst und seine Schwammerl
Der Fährte folgen