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In einem Laufstall können sich Nutztiere relativ frei bewegen. Sie sind nicht an einem fixen Standplatz in Stall angebunden – im Unterschied zur Anbindehaltung. Der Begriff „Laufstall“ wird insbesondere in Zusammenhang mit Rindern verwendet.

Allgemein

Aussehen

Laufställe können sehr unterschiedlich ausgeführt sein. In der Milchviehhaltung kommen häufig Mehrraum-Laufställe zum Einsatz, bei denen die unterschiedlichen Funktionen räumlich voneinander getrennt sind: Es gibt etwa Bereiche zum Herumgehen, Liegen („Liegeboxen“) oder Fressen. Zum Melken gehen die Kühe im Laufstall selbst in den Melkstand. Auch kann es eigene Stallbereiche für Kälber geben, oder für Kühe, die gerade Kälber bekommen.

Laufstall und Auslauf

Ein Laufstall sagt nichts darüber aus, wie oft die Tiere ins Freie kommen – etwa auf einen Auslaufbereich vor dem Stall, auf die Weide oder auf die Alm. Es kann daher sein, dass ein Laufstall den Kühen zwar etwas mehr Bewegungsfreiheit bietet, sie dafür aber das ganze Jahr im Stall verbringen. Denn bei Laufställen ist – Bio-Betriebe ausgenommen – kein Auslauf vorgeschrieben.

Vorteile

  • Mehr Platz und Bewegungsfreiheit als bei Anbindehaltung: Die Kühe können im Laufstall frei wählen, ob sie fressen, herumgehen und sich hinlegen wollen.
  • Dadurch artgerechteres Sozialverhalten möglich

Bei diesen Vorteilen ist zu bedenken, dass Tierwohl und -gesundheit nicht allein vom Stallsystem abhängen. Laufställe können hier nur ein Baustein sein.

Nachteile

  • Ein Laufstall braucht mehr Fläche. Die ist in Österreichs Berggebieten nicht immer vorhanden. Daher wird dort oft die „Kombinationshaltung“ praktiziert: Hier hält man Rinder abwechselnd angebunden im Stall, dann wieder freilaufend auf der Weide oder auf der Alm. Sie müssen dabei an mindestens 90 Tagen im Jahr Auslauf ins Freie haben, Bio-Rinder an mindestens 120 Tagen im Jahr.
  • Der Umbau eines Stalles von Anbinde- auf Laufstallhaltung ist kostspielig.
  • Für die BäuerInnen ist es im Laufstall schwieriger, den Überblick über die Kühe zu behalten. Sie müssen genauer beobachten, wie sich einzelne Tiere verhalten.
  • Laufställe haben oft Beton- oder Spaltenböden, damit sie einfacher gereinigt werden können. Die sind hart und häufig nass und glitschig. Das kann zu Verletzungen und Klaueninfektionen führen.

Laufställe & Enthornung

In Laufställen können sich die Tiere frei bewegen. Daher werden Kühe gerade bei dieser Haltungsform häufig vorsorglich enthornt, um Verletzungen zu vermeiden. Diese Vorgangsweise wird kontrovers diskutiert – u. a. wegen möglicher Schmerzen beim Eingriff und eventueller Einschränkungen beim Sozialverhalten für hornlose Kühe. Etwa 90 % der Kühe in Österreichs Milchviehbetrieben dürften keine Hörner mehr haben.

Details: siehe eigenes Stichwort „Kuhhörner“ im Naturlexikon!

 

Zahlen & Fakten

2015 hielten knapp 62.000 Betriebe insgesamt 1,96 Mio. Rinder in Österreich – davon 49 % der Rinder in Laufställen, 42 % in Anbindehaltung, 9 % in anderen Haltungsformen.

(Quellen: Statistik Austria, BOKU)

 

Blühendes Österreich-Artikel:

Hochlandrinder für mehr Artenvielfalt

 

 

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Im Laufstall gibt es Bereiche zum Liegen für die Kühe
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Boxenlaufstall für Milchkühe

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