Zu den Naturerfolgen

Die Pischelsdorfer Fischawiesen zwischen Gramatneusiedl und Ebergassing sind Reste einer einst ausgedehnten Wiesen- und Weidelandschaft. Nicht umsonst brütet hier auch regelmäßig der stark gefährdete Große Brachvogel, eine Charakterart großer offenerer Graslandschaften, welche extensiv bewirtschaftet werden. Um die Pischelsdorfer Fischawiesen ökologisch in ihrer Gesamtheit aufzuwerten und den Lebensraum für Großen Brachvogel und andere gefährdete Arten zu verbessern, wird seit die 19 Hektar große Projektfläche extensiv mit aktuell 16 Mutterkühen und Kalbinnen beweidet. Durch die extensive Beweidung werden kurz- und höherwüchsige Vegetationsbereiche geschaffen und die Insektenvielfalt wird gefördert.

Das Projekt „Beweidung der Pischelsdorfer Fischawiesenwird im Rahmen von Werkstatt Innovation Natur WIN #landwirtschaft unterstützt und begleitet. WIN ist ein Gemeinschaftsprojekt von Blühendes Österreich, Impact Hub Vienna und BirdLife Österreich. Mit WIN werden zwischen 2026 und 2029 österreichweit Projekte zu Landwirtschaft und Naturschutz zur Verfügung gestellt. Blühendes Österreich stellt dafür € 1 Mio. zur Verfügung. Die Begleitung wird mit Unterstützung von Bund, Ländern und Europäischer Union umgesetzt und über das Programm "Biodiversität jetzt!" kofinanziert. Die Projektfinanzierung von Blühendes Österreich wird durch Pfandspenden von BILLA Kund:innen ermöglicht.

Unsere Vision

Der Große Brachvogel und andere gefährdete Feuchtgebietsarten finden eine Lebensraumoase mit Feuchtstellen und mosaikartigen Vegetationsstrukturen vor.

Konkrete Ziele im Projekt

Die extensive Form der Beweidung erhöht die Artenvielfalt auf der Fläche. In einigen Jahren wird sich eine deutliche Veränderung der Fläche hinsichtlich des Strukturreichtums zeigen: Durch den Fraß und den Tritt der Rinder werden sich offene Feuchtstellen, Schilfinseln, Dornsträucher und kurrasige Bereiche abwechseln.

Die Weide dient dem Großem Brachvogel und dem Kiebitz als Lebensraum, sei es als Nahrungs- als auch als Brutfläche.

Der Betrieb Unger führt die naturschutzorientierte Beweidung weiter durch und seine extensive naturfreundliche Weidehaltung hat Öffentlichkeitswirksamkeit.

Motivation für das Projekt 

Durch extensive und naturfreundliche Beweidung kann die Artenvielfalt deutlich erhöht werden. Um für den Großen Brachvogel und andere gefährdete Arten neuen Lebensraum auf den Pischelsdorfer Fischawiesen zu schaffen, soll die aktuell artenarme Grünbrache durch die Beweidung wieder in eine strukturreiche Feuchtgebietsoase verwandelt werden. Darüber hinaus stellt für Anton Unger die Erweiterung seiner Weideflächen neue betriebliche Chancen dar.

Wen unterstützt Blühendes Österreich?

Projektträger Anton Unger leitet mit seiner Frau Claudia den Biohof Unger und betreibt eine Rinderzucht. Die Stiftung Marenzi stellt ihre Grundflächen zur Verfügung. BirdLife Österreich unterstützt das Projekt medial und begleitet das Projekt mit vogelkundlichen Erhebungen.

Was finanziert Blühendes Österreich

  • Errichtung der Weideinfrastruktur (Zäune, Weidezelt, usw.), Ankauf Viehanhänger
  • Die 19 Hektar große Projektfläche wird extensiv mit zehn bis 25 Mutterkühen und Kalbinnen beweidet. Die Herde besteht aus den Rassen Fleckvieh, Kreuzungen aus Fleckvieh und Charolais, Angus und Murbodner.
  • Extensives Weidemanagement: Strukturelemente, wie Dornsträucher, werden kontrolliert zugelassen.

Welche Herausforderungen werden gelöst

Mit dem Projekt verwandeln wir eine ehemalige Ackerfläche in eine artenreiche Weide. Dafür schaffen wir die notwendige Infrastruktur und bauen eine Rinderherde auf. So entsteht ein vielfältiger Lebensraum, der nicht nur unseren Tieren als natürliche Futtergrundlage dient, sondern auch Sing- und Zugvögeln sowie vielen weiteren Tier- und Pflanzenarten wertvollen Lebensraum bietet.

Was ist das Besondere am Projekt

Als wichtigste Maßnahme ist die Wiederbeweidung von ehemals beweideten Feuchtflächen der Feuchten Ebene zu nennen. 

Der Große Brachvogel, als die größte bei uns brütende Limikolenart, brütet regelmäßig unmittelbar angrenzend an die Projektfläche im Naturschutzgebiet Pischelsdorfer Wiesen. Durch die geplante extensive Beweidung erfährt sein Lebensraum eine Aufwertung.

Im Rahmen einer Informationsveranstaltung in der Region soll anderen Landwirt*innen und der Bevölkerung der große naturschutzfachliche Wert der extensiven Beweidung nähergebracht werden und weitere Landwirt*innen motiviert werden, etwa in Form von Weidegemeinschaften, mitzumachen. 

Welche wertvollen Lebensräume, Tiere und Pflanzen werden erhalten?

Durch die extensive Beweidung entsteht ein Mosaik aus niederer und höherer Vegetation und es werden Sutten offengehalten, welche als Nahrungslebensraum für Feuchtgebietsarten, wie dem Großen Brachvogel, Kiebitz und andere Limikolen dienen.

Geografie der Projektregion

Die Projektfläche liegt inmitten der Flur Pischelsdorfer Fischawiesen zwischen Gramatneusiedl und Ebergassing. Das Gebiet ist Teil des Europaschutzgebiets (Vogelschutzgebiet) „Feuchte Ebene – Leithaauen“. Unmittelbar an die Fläche angrenzend befindet sich das Naturschutzgebiet Pischelsdorfer Wiesen. Die Projektfläche ist 19,3 Hektar groß.

Wie kannst du unseren Partner und das Projekt unterstützen?

Wir sind ein Biobetrieb, der Viehzucht, Ackerbau und Direktvermarktung betreibt. Unsere Verkaufstermine für unserer Bio.Weidehühner, Bio.Enten und Bruderhähne findest du auf unserer Webseite unter Aktuelles. Eine Vorbestellung ist unbedingt notwendig!

Zu den Naturerfolgen
Unterstützter Partner:
Biohof Unger
Weitere Projektpartner:
Privatstiftung Marenzi, BirdLife Österreich
Projekttitel:
Beweidung der Pischelsdorfer Fischawiesen
Mit Rindern Lebensraum für den Großen Brachvogel & Co schaffen
Region:
Feuchte Ebene
Größe der verbesserten Fläche:
19,3 Hektar
Geschützer Biotoptyp:
Sutte
Geschütze Tierarten:
Großer Brachvogel, Kiebitz
Projektdauer:
2026-2028
Finanzierung von Blühendes Österreich:
20.400 €
Gesamtsumme Projekt:
55.679,23 €

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