Der Blaurackenverein LEiV und sein Bio-Partnerbetrieb Eduard Tropper beweiden naturschutzfachlich hochwertige Talbereiche im Sulzbach- und Poppendorferbach-Tal rund um Straden, im letzten Blauracken-Brutgebiet Österreichs mit Zebu-Rindern und tragen dadurch zur Biotopvernetzung durch die Täler bei. Durch die Beweidung soll die Insekten-Biomasse und somit die Nahrungsgrundlage für seltene Offenlandvögel, wie Blauracke, Braunkehlchen oder Wiedehopf ansteigen. Die Nutzung mobiler Weideunterstände ist ein innovativer Ansatz, der für andere Landwirte ein Vorbild sein soll.
Die Finanzierung von „Etablierung eines mobilen Weidemanagements in Tallagen des Europaschutzgebietes „Südoststeirisches Hügelland“ wird durch die Pfandspenden der BILLA Kund:innen ermöglicht.
Unsere Vision
Weite Talbereiche im Europaschutzgebiet sollen wieder tauglich für die Offenlandvögel werden. Der Schwund unter den Landwirten gibt in Zukunft viele Flächen frei. Diese sollen durch Heueinsaat und Portions-Beweidung rasch in Biotopflächen umgewandelt werden.
Konkrete Ziele im Projekt
- Etablierung von ca. 10 ha extensiven Weideflächen
- Betrieb von 3 mobilen Weideunterständen (einer bereits existierend)
- Halten und betreuen von 3 Zwergrinderherden (eine existierend)
- Steigerung der Insektenbiomasse und Pflanzenvielfalt > 50 Arten auf Weideflächen und v.a. Abundanz von Zielvogelarten auch mit Hilfe von künstlichen Nisthilfen (Monitoring)
Motivation für das Projekt
Das letzte Brutgebiet der Blauracken in Österreich liegt um Straden, meist im Talgebiet des Sulzbachtales. Wir wollen den Brutvogel hier erhalten und tun seit 30 Jahren dafür alles, was möglich ist. Wir stellen ihnen unsere Betriebsflächen zur Verfügung und bewirtschaften diese hinsichtlich eines hoffentlich steigenden Insektenreichtums.
Wen unterstützt Blühendes Österreich?
Der Naturschutzverein „Lebende Erde im Vulkanland“ kurz LEiV, in der Bevölkerung auch als „Blaurackenverein“ bekannt, besteht seit 2003 und ist aus einer Pacht- und Pflegegemeinschaft, die 1998 zusammenkam hervorgegangen. Der Verein hat mittlerweile um die 1.400 Mitglieder. Die Mitglieder setzen sich aus Landwirten, Grundeigentümern und Naturschützern zusammen.
Projektpartner Edi Tropper ist Bio-Rinderhalter und Biowinzer in Straden. Für innovative landwirtschaftliche Ideen sorgt Edi Tropper immer wieder. Mit seinen Themen „Terra preta, Vitiforst und Zebu-Dung“ gehört sein Betrieb zu den regionalen Highlights in der Landwirtschaft.
Was finanziert Blühendes Österreich
Zwei mobile Unterstände für jeweils 20 - 25 Rinder; den Auftrieb, den Weidezaun und die Umstellung und Betreuung der Weiderinder.
Welche Herausforderungen werden gelöst
Notwendige Unterstände, welche von einer Weidefläche zur nächsten überstellt werden können, ohne dafür Fläche zu verbrauchen. Wir können dadurch auch kleinere Flächen beweiden. Der fehlende Festmist als Grundlage für das Insektenwachstum in der Landschaft wird wieder hinzugefügt.
Was ist das Besondere am Projekt
Wir adaptieren ein ausgeräumtes Talgebiet durch Beweidung für eine seltene Vogelart und viele andere, die ebenfalls von der Maßnahme profitieren werden. Weideflächen findet man bei uns nur noch am Hang und nicht mehr im Talboden. Dort regieren die Ackerbaubetriebe. Durch die Nutzung mobiler Weideunterstände ist eine größere Flexibilität und die Beweidung kleinerer Flächen möglich.
Welche wertvollen Lebensräume, Tiere und Pflanzen werden erhalten?
Es werden an die Weideflächen angrenzende wasserführende Gräben, Feldwege mit Wiesenrändern und Einzelbäume erhalten. Biodiversitätsflächen entlang der Gräben und Altgrasbestände für Bodenbrüter (wie Schwarzkehlchen), Offenlandvögel (wie Blauracke oder Wiedehopf), Dungkäfer und Hochstaudenpflanzen werden geschaffen.
Geografie der Projektregion
Das Steirische Vulkanland liegt in der Südoststeiermark und ist durch 40 erloschene Vulkane geprägt. Hügelkämme und Gräben durchziehen das Oststeirische Hügelland - ein Sedimentbecken, und die Grabenlandbäche entwässern es hin zur Mur nach Süden. Die breiteren Talflächen eignen sich für die Offenlandvögel und bilden ein traditionelles Brutgebiet auch für Bodenbrüter, wie Wachtel oder Wachtelkönig, ehemals auch Rebhuhn und Feldlerche.
Wie kannst du unseren Partner und das Projekt unterstützen?
Unser Verein finanziert sich durch den landwirtschaftlichen Betrieb und einer Basisförderung des Landes Steiermark für die Koordination und Durchführung zahlreicher Artenschutzprojekte im Bezirk Südoststeiermark.
Wir brauchen dafür jedoch Eigenmittel, welche wir nur durch Spenden und Mitgliedsbeiträgen, sowie durch den Verkauf von landwirtschaftlichen Produkten (Heu und Obst) erwirtschaften können.