Mit diesen 5 Tipps bringt man jede Gemeinde - vom Bacherl bis zum Rathausplatzerl - zum Blühen. Die Begrünung öffentlicher Flächen, neues Leben im und rund um den Fluss, alte Streuobstwiesen, die ein neues Zuhause für Vögel und Insekten schaffen - warum immer auf jemanden anderen warten, damit sich etwas ändert? Du selbst kannst der Stein sein, der Naturschutz in deiner schönen Heimat ins Rollen bringt. Dabei gilt, beim Reden kommen die Leut’ ’zam: Diskutiere mit deiner Familie, FreundInnen und KollegInnen und überzeuge auch wichtige Entscheidungsträger! Und wenn Herr und Frau Bürgermeister noch immer der Meinung sind „Geht nicht, kein Geld“, ziehst du dein bestes Ass aus dem Ärmel. „Geht doch!“ Die Brennnessel – Österreichs größter Naturschutzpreis – hilft Gemeinden bei der Umsetzung nachhaltiger Naturschutzprojekte mit einem Fördergeld von bis zu 100.000 Euro!

1Auf dem Boden blühender Tatsachen

Öffentliche Flächen auf dem Dorfplatz, beim Kreisverkehr, am Straßenrand oder auf Parkplätzen - wer sagt, dass alles immer betongrau sein muss? Ein Streifen Grün mit heimischen Wiesenblumen gibt in jedem Fall ein fröhlicheres Bild ab. Dadurch wird nicht nur neuer Lebensraum für Pflanzen und Tiere geschaffen, auch der Mensch profitiert. Grünflächen im öffentlichen Raum – vom klassischen Grünstreifen am Straßenrand bis hin zum begrünten Parkplatz - verbessern das Mikroklima, das uns vor allem an immer heißer werdenden Sommertagen ins Schwitzen bringt. Denn statt Betonwüsten, die Hitze speichern, sorgen Grünflächen für angenehme Abkühlung. Gleichzeitig werden Abwasseranlagen geschont und das macht vor allem bei Starkregen einen großen Unterschied. Denn im Gegensatz zum blanken Beton kann Wasser auf Grünflächen versickern. Das entlastet die Kanalisation und reduziert Instandhaltungskosten und spart somit der Gemeinde bares Geld.

Was gilt es dabei zu beachten?

  • Heimische Pflanzen haben Vorrang: Heimische Pflanzen haben in jeder Hinsicht die Nase vorne. Sie sind nicht nur wesentlich robuster und dadurch in vielen Fällen auch kostengünstiger als sogenannte Neophyten – sprich Pflanzen, die im wahrsten Sinne des Wortes nicht in Österreich ihre Wurzeln haben. Viele heimische Wiesenblumen – von der Schafgarbe bis zum Rotklee – sind außerdem wichtige Nahrungsquellen für Schmetterlinge und Wildbienen, was man von exotischen Pflanzen leider nicht immer behaupten kann.
  • Im besten Fall Blumen wählen, die mehrjährig blühen. Das schont das Gemeindebudget und ist ein starkes Argument für sparsame Bürgermeisterinnen und Bürgermeister!
  • Finger weg von Pestiziden: An öffentlichen Plätzen mag man es schön und ordentlich. Was Pflanzenliebhaber als natürliches Beikraut bezeichnen, nennen andere, unerwünschtes Unkraut, das zwischen Pflastersteinritzen oder an Straßenrändern hervorblitzt. Ein paar chemische „Unkrautvernichter“ werden das schon richten, doch dabei wird oft vergessen (oder ignoriert), dass nicht nur dem Unkraut, sondern auch zahlreichen Insekten und Amphibien der Garaus gemacht werden.
  • Schotterrasen statt Versiegelung: Selbst Parkplätze können „nachhaltiger“ gestaltet werden. Statt einheitlichem Betonboden gibt man mit einem Schotterrasen bestehend aus Schotter und Mutterboden, Rasengittersteinen oder ähnlichen Alternativen der Natur eine Chance.

2Think big! Blühwiesen statt Brachflächen

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Naturschutz in der Gemeinde

Verlassene Flächen, die - im schlechten Sinne - einfach so vor sich hinvegetieren und verbuschen findet man in vielen Gemeinden. Frag’ doch einfach bei der nächsten Sprechstunde beim Bürgermeister oder der Bürgermeisterin nach: Gibt es eine sinnvollere Verwendung für diese Fläche, zum Beispiel als neuen Lebensraum für Pflanzen und Tiere? Wenn Herr oder Frau Bürgermeister dann wieder das liebe Geld als Grund vorschieben, warum das einfach NICHT möglich ist, ziehst du gekonnt dein Ass aus dem Ärmel!

→ Mehr dazu unter Punkt 5

Was gilt es dabei zu beachten?

  • Regionales Saatgut: Regionale Wildpflanzen und Samen gibt es beispielweise bei REWISA – einem Verein aus spezialisierten LandwirtInnen, GärtnerInnen und Baumschulen, die eng mit Forschungsstellen, BotanikerInnen und ÖkologInnen zusammenarbeiten.
  • Standortgerechtes Saatgut: Damit deine Bemühungen Früchte tragen, brauchst du das richtige Saatgut. Denn nicht jeder Boden in jeder Lage verträgt die gleichen Pflanzen. Das Saatgut für die neue Gemeindewiese muss daher genau auf seine Umgebung abgestimmt werden, um so nachhaltiges Wachstum zu sichern.
  • Heimische Hecken und Gehölze: Auch hier heißt es, Finger weg von den Exoten und sich unbedingt vorab informieren, welche Hecken zu dem spezifischen Standort deiner Gemeinde passen.
  • Richtiges Mähen – weniger ist oft mehr: Blühwiesen sollten nicht zu oft im Jahr, aber auch keinesfalls gar nicht gemäht werden, weil ihnen sonst die Verbuschung droht. Ein bis drei Mal im Jahr Mähen und das anschließende Abräumen des Heus reichen vollkommen aus, damit die Fläche nicht verwildert, aber dennoch in ihrer ganzen Pracht erblühen kann. Dadurch sichert man eine höhere Artenvielfalt mit bunten Gräsern und Kräutern und einen höheren Insektenreichtum. Weiterer Bonus: Weniger Lärm und geringerer Benzinverbrauch kommen der Gemeinde ebenfalls zugute.

3Die Natur ist wieder im Fluss

Die Renaturierung lokaler Bäche oder Flüsse, die jahrzehntelang vernachlässigt wurden, bieten großes Potenzial, damit die Natur wieder ein Stück Lebensraum zurückgewinnen kann. Hierzu müssen viele unterschiedliche Faktoren beachtet werden:

  • Hat der Bach/Fluss genügend Platz, um sich bei großen oder geringen Wassermengen (z.B. Trockenheit oder Starkregen) ganz natürlich verändern zu können?
  • Wird ungeklärtes Abwasser, das aus Siedlungsräumen stammt, ferngehalten?
  • Wie sieht es mit den Flächen rund um das Gewässer aus: Auen, Moore oder Sümpfe - ist ihr Ökosystem intakt?

Weitere Informationen zum Thema "Renaturierung von Fließgewässern" findest du hier.

Wenn die Natur wieder im Fluss ist, werden natürliche Gewässer zum Paradies für Wiedehopf und Bienenfresser, Fischotter und Ringelnatter und viele, viele mehr.

Die Renaturierung oder Revitalisierung eines natürlichen Gewässers ist eine kostspielige Angelegenheit. Hier ist daher umso wichtiger, sich vorab gründlich über bestehende Fördermöglichkeiten oder Ausschreibungen für Naturschutzprojekte zu informieren.

→ Mehr dazu unter Punkt 5

4Greif’ der Natur unter die Arme: Ökologisch wertvolle Flächen schützen

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Naturschutz in der Gemeinde

Nachhaltiger Naturschutz meint nicht „nur“ bunte Blühwiesen. Ein ökologisch intaktes System lebt von der Vielfalt. Deswegen sind ein Weidehalbtrockenrasen, der in Österreich auf der Roten Liste stark gefährdeter Flächen steht, bis hin zur Halbtrockenrasen-Brache (ebenfalls stark gefährdet) oder die extensive Bewirtschaftung alter Streuobstwiesen, die wichtige Lebensräume für Vögel und Insekten bieten, genauso wertvoll wie eine bunte Blumenwiese. Sie alle schaffen ein Zuhause für besondere Tier- und Pflanzenarten, die mit dem Rückgang dieser Flächen für immer aus unserer Natur verschwinden würden.

5Hier geht’s lang zum Geldtopf!

Auf Länderebene gibt es mittlerweile zahlreiche Fördermittel für Gemeindeprojekte mit Naturschutzschwerpunkt. Am besten du recherchierst für dein jeweiliges Bundesland, welche Möglichkeiten deiner Gemeinde zur Verfügung stehen.

Abgesehen davon wird heuer erstmals über alle Bundeslandgrenzen hinaus „Die Brennnessel“, Österreichs größer Naturschutzpreis vergeben. Blühendes Österreich sucht in diesem Rahmen nachhaltige Naturschutzprojekte in Kindergärten, Schulen, Vereinen und Gemeinden. Die besten Projekte werden in ihrer Umsetzung mit einem Fördergeld von bis zu 100.000 Euro unterstützt.

Wie kannst du deine Gemeinde zum Blühen bringen? Diskutiere beim nächsten Stammtisch mit Freunden und Kollegen, tausch’ dich mit der Wirtin, der Greisslerin und dem Pfarrer aus und überzeuge Bürgermeisterin oder Bürgermeister von deinen oder noch besser euren gemeinsamen Ideen! Für die Zukunft deiner Gemeinde, heißt es heute schon an morgen denken!

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... allerdings nur mit starker Begleitung. Schließlich war die Drachenhöhle schon vor 50.000 Jahren bewohnt. Von der letzten Begegnung mit einem Höhlenbären gibt es sicher kein Foto. Sehr lebendig sind dafür die zahlreichen Fledermäuse, die hier ein ideales Winterquartier gefunden haben. Aus rechtlichen und ökologischen Gründen ist ein Besuch der Höhle ausschließlich im Rahmen der Führungen gestattet.

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Leitung: Ewald Neffe

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Lebt in St. Ruprecht/Raab (Stmk). Vom Beruf Optiker sowie Naturfotograf aus Leidenschaft. Ebenfalls Herausgeber zahlreicher Publikationen sowie vielfacher Preisträger nationaler und internationaler Fotowettbewerbe.

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