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Bei der Freilandhaltung werden Nutztiere nicht zeitlebens in Ställen gehalten, sondern haben auch Auslauf ins Freie. Besonders eingebürgert hat sich der Begriff bei der Hühnerhaltung. Deshalb beschränkt sich dieser Artikel auf Legehennen.

Allgemein

Bei Legehennen unterscheidet man zwischen „klassischer“ Freilandhaltung und Bio-Freilandhaltung. Bei beiden sehen die Ställe im Wesentlichen gleich aus wie bei der weit verbreiteten Bodenhaltung. Aus Sicht des Tierwohls sind Freiland- und Bio-Freilandhaltung jedoch günstiger, v. a. wegen des Auslaufs und dem Futterangebot.

Freilandhaltung

Hier leben Hühner nicht nur im Stall (7–8 Hühner pro m² Stall; mit Nestern, Sitzstangen und Futtereinrichtungen), sondern haben auch Auslauf ins Freie. Dort stehen jedem Tier mind. 8 m2 zur Verfügung.

Bio-Freilandhaltung (kurz: „Bio-Haltung“)

Sie ist noch etwas tierfreundlicher: 10 m² Auslauf im Freien pro Tier und max. 6-7 Hühner pro m2 Stall. Bio-Eier sind somit immer auch Freilandeier, Freilandeier aber nicht automatisch „bio“. Denn der Hauptunterschied zur Freilandhaltung besteht im Bio-Futter: Dieses wird nur in der Bio-Haltung verwendet. Apropos Futtermittel: Österreichs LandwirtInnen haben bei der Frischeier-Produktion bereits 2010 auf gentechnikfreies Soja umgestellt. Zum überwiegenden Teil kommt dieses Soja mittlerweile aus Österreich.

In der Bio-Haltung sind höchstens 3.000 Hennen pro Stall erlaubt – deutlich weniger als in der Bodenhaltung. Medikamente kommen nicht vorbeugend zum Einsatz. Männliche Küken – die später ja keine Eier legen – werden in der österreichischen Bio-Haltung zur Fleischproduktion gemästet. Im Gegensatz zu den anderen Hühner-Haltungsformen in Österreich: Dort wurden laut Statistik Austria im Jahr 2013 rund 8,6 Millionen männliche Küken getötet.

Sonderform: Mobile Ställe

Bei Freiland- und Biohaltung kann der Boden vor den Ställen stark in Mitleidenschaft gezogen werden, z. B. durch das Scharren der Hühner. Manchmal werden daher Legehennen in mobilen Ställen gehalten – einer Art „Wohnwagen“, der immer wieder den Standort wechselt. Dadurch kann sich der bisher genutzte Boden erholen und die Hennen haben wieder Zugang zu einer grünen Wiese.

Bodenhaltung: Details: siehe eigenes Stichwort im Naturlexikon!

 

Ei-Kennzeichnung

Eier in Österreich besitzen eine eindeutige Kennzeichnung auf der Schale. Aus dem aufgestempelten Code – einheitlich in der gesamten EU – kann man Herkunft (bei österreichischen Eiern: „AT“) und Haltbarkeit des Eis ablesen, aber auch die Art der Hühnerhaltung: 0 = Bio-Haltung, 1 = Freilandhaltung, 2 = Bodenhaltung, 3 = Käfighaltung. Die Herkunft jedes Eis lässt sich sogar bis zum einzelnen Betrieb zurückverfolgen, z. B. über die „Österreichische Eierdatenbank“.

Die Käfighaltung ist in Österreich seit 2009 weitgehend verboten, ab 2020 zur Gänze. Importierte Eier stammen jedoch oft noch aus Käfighaltung. Besonders schwer nachvollziehbar ist dies bei „versteckten“ Eiern, die z. B. in Nudeln oder Mehlspeisen verarbeitet wurden. Wer Käfighaltung nicht unterstützen will, greift besser zu regionalen Produkten. Kauft man Eier direkt am Bauernhof, kann man sich oft gleich selbst von der Art der Tierhaltung überzeugen.

 

Zahlen & Fakten

In Österreich werden jährlich etwa 2 Milliarden Eier konsumiert (Frischeier und Eier in verarbeiteten Lebensmitteln). Das macht ca. 235 Eier pro Person. 87 % davon kommen aus Österreich, von rd. 6,7 Mio. Hennen. Etwa 40 % der österreichischen Legehennen leben in der Steiermark.

66 % der in Österreich produzierten Eier stammen aus Bodenhaltung, 22 % aus Freilandhaltung, 11 % aus Bio-Haltung, 1 % aus ausgestalteten Käfigen (Stand: 08/2018). 2003 kamen noch 45 % der Eier in Österreich aus Käfighaltung. In der EU werden nach wie vor rd. 56 % der 398 Mio. Legehennen in ausgestalteten Käfigen gehalten.

(Quelle: AMA, Statistik Austria, BMNT)

 

Blühendes Österreich-Artikel:

Freilandhaltung macht glückliche Hühner

 

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