Freiwilligenarbeit für den Berg

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Zäune errichten, Wege befestigen, Almen säubern, Bergbauern unterstützen. Bei den Bergwaldprojekten des Österreichischen Alpenvereins kann jeder seinen ehrenamtlichen Beitrag für die Umwelt leisten. Das unterstützt auch die gemeinnützige Stiftung Blühendes Österreich.

„Das Schönste ist das miteinander Arbeiten, Essen und Trinken“, sagt Ronald Würflinger, Geschäftsführer der gemeinnützigen Stiftung Blühendes Österreich. Er kennt die Bergwaldprojekte des Österreichischen Alpenvereins aus eigener Erfahrung und unterstützt sie mit seiner Stiftung. Um die Berge als Naturkulisse in ihrer Ursprünglich- und Natürlichkeit zu erhalten, müssen sie regelmäßig gepflegt werden. Für alle über 18 Jahre, die ihren persönlichen ökologischen Fußabdruck hinterlassen wollen, veranstaltet der Alpenverein daher seit 2002 diese Bergwaldprojekte. Freiwillige Helferinnen und Helfer erhalten dabei – gemeinsam mit Waldbesitzern, Bauern und Fachleuten – Vitalität, Stabilität und Schutzfunktion der Bergwälder und ihrer Almen. Unterkunft und Verpflegung sind bei den siebentägigen Natureinsätzen frei, ebenso wie ein Tag pro Woche – schließlich soll der Spaßfaktor nicht zu kurz kommen. Daniela Illich hat zehn aktuelle Bergwaldprojekte unter die Lupe genommen.

1 Stricker Alm: Steiermark

Beim Einsatz auf der Stricker Alm im Naturpark Sölktäler in den Schladminger Tauern geht es hoch hinauf, auf 1.300 bis 1.900 Meter. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schwenden, sprich säubern, die Almflächen, damit die Tiere wieder besser weiden können. Sie entfernen junge Fichten, Grünerlen und giftige Pflanzen wie den Weißen Germer. Als Unterkunft dienen zwei Hütten ohne Strom.

c Archiv Bergwaldprojekt ÖAV

c Archiv Bergwaldprojekt ÖAV

2 Höttinger Alm: Tirol

Ein alter Bergwald auf der Nordkette oberhalb von Innsbruck ist das Einsatzgebiet beim Projekt Höttinger Alm. Damit der bis auf 1.900 Meter hinauf reichende Wald den Siedlungsraum sicher schützen kann, pflegen die freiwilligen Helfer junge Schutzwälder und helfen beim Aufforsten mit. Sie legen Pflegesteige an, bauen Lawinenwerke ab und sichern Erosionsflächen. Die Arbeitsflächen im steilen Gelände sind gut zu Fuß erreichbar. Übernachtet wird in einem Matratzenlager der frisch renovierten Hütte neben der Höttinger Alm. Dort gibt es auch Dusche und WC.

3 Spiss: Tirol

Spiss in Tirol. Der Lärchenwald schützt auf der einen Seite die Gemeinde vor Muren und Lawinen, auf der anderen den darunterliegenden Bach vor Verschüttung. Im Rahmen dieses Projektes werden die Lärchen, Zirben und Fichten des Waldes gepflegt und neue angepflanzt. Experten wie Waldaufseher und Forstarbeiter sind mit von der Partie, eine Jagdhütte in einem Enzian- und Edelweißwald dient zur Unterkunft. Strom und Handy-Empfang gibt es abends ausschließlich im Ort.

4 Obernberg: Tirol

Das Familienprojekt Obernberg in Tirol ist das einzige Bergwaldprojekt bei dem auch Kinder (ab sechs Jahren) mitmachen können. Mit den Erwachsenen und Forstfachleuten pflegen sie Jungbäume, forsten den Wald auf und betreuen Lärchenwiesen. Wald- und Kräuterpädagogik und kreative Tätigkeiten ergänzen den Arbeitsalltag am Obernberg. Trittsicherheit und Kleidung für steiles, hochgelegenes Gelände sind in dieser Woche Voraussetzung. Zeit zum Spielen und Entdecken bleibt jedoch genug. Geschlafen wird im Jugend- und Seminarhaus Obernberg.

5 Mallnitz: Kärnten

Am Übergang vom Gasteiner Tal ins kärntnerische Mölltal liegt Mallnitz. Von dort geht es für das Bergwaldprojekt ins Tauerntal auf 1.500 Meter. Auf mäßig steilem Gelände setzen die Teilnehmer Fichten und Lärchen. Dafür sind Kondition und Trittsicherheit erforderlich. Das Quartier ist eine Pension in Mallnitz. Wer Zeit und Lust hat, kann während des Aufenthalts auch das Bios-Nationalparkzentrum besuchen.

6 Weinmeisterboden: Steiermark

Bergwaldaufforstung, Jungwuchspflege, Sanierungsarbeiten der Schutzwaldsteige. Das sind die Aufgaben beim Weinmeisterboden-Projekt in der Steiermark. Es gilt, die Kulturlandschaft zu pflegen und den Lebensraum der Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten. Mitbringen sollte man die Fähigkeit, sich in unwegsamem Gelände sicher zu bewegen und gute körperliche Fitness. In der Unterkunft wird es kuschelig – im 6-Bett-Zimmer und im Lagerschlafplatz.

c Archiv Bergwaldprojekt ÖAV

c Archiv Bergwaldprojekt ÖAV

7 Hinteralmhaus: Steiermark

Das Naßköhr ist eines der größten Hochmoore der Ostalpen und Einsatzgebiet dieses steirischen Bergwaldprojektes. Um zu verhindern, dass Weidevieh in das Biotop eindringt, errichten die Teilnehmenden zusammen mit Mitarbeitenden der Österreichischen Bundesforste Zäune. Überdies verbessern sie die Lebensräume für Raufußhühner. Geschlafen wird im auf 1.446 Metern gelegenen Hinteralmhaus in den Mürzsteger Alpen. Strom und Wasser sind vorhanden.

8 Streifer Alm: Tirol

Die Streifer Alm liegt am Talschluss der Tiroler Gemeinde Wildschönau, auf 1.420 Metern. Die Weideflächen rundherum wachsen regelmäßig unter anderem durch Grünerlen und Zwergsträucher zu. Im Rahmen dieses Projektes werden die Bäume und Sträucher entfernt und die Wiesen so wieder in einen besseren Zustand gebracht. Unterstützung kommt von den Almbauern, die auch die Verpflegung übernehmen. Zum Schlafen ist eine einfache Hütte mit kleiner Küche und Duschmöglichkeit, Matratzenlager und Heuboden vorgesehen.

9 Großes Walsertal, Sonntag: Vorarlberg

Sonntag heißt die Gemeinde im Großen Walsertal in der die freiwilligen Helfer bei diesem Projekt mit anpacken. In drei bis vier Waldorten dieser Gegend werden Aufforstungsarbeiten, Nachbesserungen und Jungwuchspflege durchgeführt. Bei Schönwetter steht außerdem auf dem Programm: eine Alpenwanderung und eine Bergtour. Ansonsten geht’s ins Museum und in eine Sennerei. Übernachtet wird in der Enzianhütte, samt Strom und Warmwasser.

c Archiv Bergwaldprojekt ÖAV

c Archiv Bergwaldprojekt ÖAV

10 Wasserfallalm: Salzburg

Kein Strom, „Alpindusche“, Plumpsklo: Das sind die Arbeitsbedingungen auf der Salzburger Wasserfallalm. Weil die über mehrere Jahrzehnte nicht genutzt worden ist, muss der Wildwuchs entfernt werden: Sträucher, junge Bäume und Stauden kommen weg. Erreichbar ist die Alm nur über einen einstündigen Fußmarsch, verköstigen werden sich die Teilnehmer mit Hilfe des Besitzers selber. Gute Kondition und Trittsicherheit ist bei dem Projekt auf 1.700 bis 1.900 Metern erforderlich.

Erfahrungsgemäß erfreuen sich die Bergwaldprojekte des Österreichischen Alpenvereins jedes Jahr großer Beliebtheit. Heuer sind schon einige ausgebucht – es gibt aber Wartelisten. Und sonst: am besten das Bergwaldprojekt für den nächsten Sommer vormerken! Aktuelle Informationen zu den Projekten finden Sie hier.

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