Auch in diesem Sommer wollten wir wissen, welche und wie viele beflügelte Schönheiten durch Österreichs Gärten und Balkone gaukeln.

Die Daten der 3. Runde des Citizen Science Projekts „Zeig’ her deinen Schmetterlingsgarten“ sind nun ausgewertet:

Zwischen dem 4.7. und 28.7.2019 wurden dieses Jahr 9.957 Tagfalter und 2.451 Nachtfalter dokumentiert – insgesamt gab es 12.408 Meldungen.

Das ist immer noch eine stattliche Zahl, doch verglichen mit dem Vorjahr deutlich weniger:

2018 waren es nämlich stolze 22.929 Meldungen. Wir kehren damit zu einem etwas höheren Niveau als bei der ersten Zählung 2017 zurück, als insgesamt 12.005 Schmetterlinge gemeldet wurden. Welche Faktoren führten zu geringeren Zahlen?

 

--------------------------------------------------------------------------

Die Schmetterlingsapp als Desktop-Version

Diese Saison ist eine weitere Erweiterung der App eingeflattert: Die Desktop-Version, mit der die NutzerInnen nun auch von ihrem PC oder Laptop aus ihre Schmetterlingsmomente im Dienste der Wissenschaft hochladen können. Ronald Würflinger, Geschäftsführer von Blühendes Österreich, freut sich: 

„Mit der neu gestalteten und umfangreichen Desktopversion unserer App, wird noch vielen weiteren Naturliebhabenden das Mitmachen erleichtert. Wir hoffen damit das Thema Schmetterlinge noch sichtbarer zu machen.“

-------------------------------------------------------------------------

Ein suboptimales Frühjahr für Gaukler

Das hat verschiedenste Gründe. Es gab bei vielen Arten in diesem Jahr relativ geringe Individuenzahlen aufgrund der schlechten Witterungsbedingungen im Frühjahr: Vor allem im Mai war es wohl zu kühl und zu feucht für unsere flatterhaften Freunde.

Dazu kommt, dass die Zählaktion in diesem Jahr um eine Woche früher startete. Bei manchen Arten kann das durchaus ein Faktor sein, da sie sich erst später entpuppen – wem genau dadurch der Rang abgeflattert wurde, erfährst du weiter unten.

Dennoch oder gerade deshalb – jede Sichtung zählt und liefert wichtige Daten darüber, wie es um die heimischen Schmetterlinge steht. Welche Arten waren besonders prominent in unseren Gärten und Balkonen vertreten? Und um welche filigranen Falter müssen wir uns sorgen?

„Schlechte Witterungsbedingungen im Frühjahr: Vor allem im Mai war es zu kühl.“
 

Top 3 Tagfalter: Von überraschenden Favoriten und ewigen Zweiten

Insgesamt wurden 108 Tagfalter-Arten gemeldet, das entspricht in etwa der Hälfte aller in Österreich bisher nachgewiesenen 215 Arten.

Zum Vergleich: 2018 und 2017 waren es je 112 – in Bezug auf die Arten gibt es also immerhin kaum einen Rückgang zu bedauern.


Absolute Spitzenwerte gelangen dem Distelfalter, der mit 1.271 Meldungen auf Platz 1 flattert. Er hatte heuer ein besonders starkes Einwanderungsjahr, 2018 landete er nur auf Platz 17.

Den ersten Rang knapp verfehlt hat wieder einmal das Große Ochsenauge – aber Dabeisein ist ja bekanntlich alles. 783 Mal flog er vor eine Kameralinse und damit auf Platz 2. Aber auch dem Hauhechel-Bläuling ging die Puste nicht aus: 526 Meldungen machen ihn in diesem Jahr zur drittstärksten Tagfalterart in Österreichs Gärten.

„Auch beim mittlerweile dritten Durchgang erfreut sich die 'Gartenzählung' bei den NaturliebhaberInnen weiterhin großer Beliebtheit. Die hohe Anzahl übermittelter Fotos und deren Qualität ist wieder sehr erfreulich, ebenso die Nachweise einer Vielzahl gefährdeter Arten.“ – Helmut Höttinger, Schmetterlingsexperte und Verfasser der Auswertung

Top 3 Nachtfalter: Auffällige Schwärmer und rare Spanner

Das Taubenschwänzchen hat dem Russischen Bär den Rang abgeflattert: Der auffällige Schwärmer belegt mit 257 Meldungen Platz eins, der Russische Bär segelte nur auf Platz 7 – das kann unter anderem mit dem früheren Zählbeginn in diesem Jahr zusammenhängen.

Dem Taubenschwänzchen folgen die Gamma-Eule, die sich 135 Mal zeigte, und die Braune Tageule mit 108 Sichtungen. Sie gehören zu den am weitesten verbreiteten Arten aus der Familie der Eulenfalter in Österreich.

Insgesamt gab es 2.451 Nachtfalter-Sichtungen und damit nur etwa halb so viele wie im Vorjahr. Die App erkennt derzeit 32 der insgesamt 88 auf Artniveau bestimmten Nachtfalter-Arten. 31 davon ließen sich auch blicken – nur der Hartheu-Spanner machte sich rar.  

„Das Taubenschwänzchen hat dem Russischen Bär in diesem Sommer den Rang abgeflattert.“
 

Naturschutzrelevante Sichtungen

Insgesamt wurden heuer 14 Arten von 99 Tagfalter-Meldungen als besonders naturschutzrelevant eingestuft. Das bedeutet, dass sie entweder zu den unter der EU FFH-Richtline (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) angeführten Arten gehören. Oder, dass diese Schmetterlinge in der aktuell geltenden Fassung der Roten Liste der Tagfalter Österreichs in die Kategorien „vom Aussterben bedroht“ oder „stark gefährdet“ fallen. Das sind um 2 Arten mehr als noch im vergangenen Jahr.

Zwei stark gefährdete Arten der FFH-Richtline, der Apollofalter und der Schwarzfleckige Ameisen-Bläuling wurden je 7 bzw. 9 Mal gemeldet. Der stark gefährdete Weißdolch-Bläuling nur 1 Mal und von der FFH-Art Osterluzeifalter gab es nur einen Nachweis in Form eines Puppenfunds. Ein Exemplar des in der Steiermark wohl vom Aussterben bedrohten Zahnflügel-Bläulings wurde in Leoben gemeldet. Bei den Nachtfaltern konnten wir uns besonders über die Meldung der in Österreich extrem selten nachgewiesenen Tölpeleule freuen.

„Die heimische Biodiversität ist die Grundlage für unser aller Leben. Ohne Schmetterlinge, keine Blumen – und umgekehrt. Deswegen kämpfen wir mit aller Kraft für das Schöne in Österreich.“ - Rene Fischer von GLOBAL 2000

Bundesländerergebnisse: Fühler um Fühler, Kopf an Kopf

In diesem Jahr hat Niederösterreich die Steiermark knapp überholt – zumindest, was die Tagfalter angeht: 72 Arten wurden aus den Gärten und Balkonen des größten Bundeslands Österreichs gemeldet, im „Grünen Herzen“ Österreichs waren es 70. Dicht gefolgt von Kärnten mit 69 Meldungen.

Bei den Nachtfaltern hatten dafür die SteirerInnen den Rüssel vorn: 26 Arten waren es, während den NiederösterreicherInnen nur 23 verschiedene Arten vor die Linse schwärmten. In Kärnten waren es 19.

Die größten Glückspilze im Garten

Bis zu über 300 Mal haben sie zum Smartphone gegriffen, um während der Aktion „Schmetterlingsgarten“ Fotos per App hochzuladen.

Das waren die fleißigsten NutzerInnen 2019:

  • 316 Meldungen von Sabine G. (Steiermark),
  • 309 Meldungen von  Martin B. (aus Oberösterreich)
  • 283 Meldungen von Anna R. (Niederösterreich).

Was die artenreichsten Gärten betrifft, liegen zwei UserInnen vorne: Michaela W. (42 Arten) und Sabine G. (41 Arten), gefolgt von Verena S. und Martin B. mit jeweils 37 Arten. Sie können sich über ein besonders vielfältiges Flattern in ihren Gärten bzw. auf ihren Balkonen freuen!

Die beliebtesten Schnappschüsse von „Zeig´ her deinen Schmetterlingsgarten"

Den ersten und zweiten Platz teilen sich zwei beflügelte Momentaufnahmen von einem Schwalbenschwanz und einem Hauhechel-Bläuling. Die meist gelikten Fotos sind den NutzerInnen Beate Z. und El Fuchs gelungen. Auf dem Sieger-Treppchen hat es El Fuchs zusätzlich mit seiner Aufnahme eines Schwalbenschwanzes auf Platz 3 geschafft.

 

Ein herzliches Dankeschön im Namen der Schmetterlinge. Denn nur wer sie kennt, kann sie schützen!

 

Du hast die kostenlose App „Schmetterlinge Österreichs“ noch nicht installiert? Hier kannst du sie herunterladen.

Verwandte Naturerlebnisse

Besucher:innenprogramm Erlebniszentrum Weidendom

Besucher:innenprogramm Erlebniszentrum Weidendom

16. Juli |
Steiermark
Veranstalter: Nationalpark Gesäuse GmbH

Infohütte, Erlebniszentrum Weidendom

Unsere Führungen und Angebote stehen allen Menschen offen. Sollte für eine barrierefreie Teilnahme eine besondere Form der Unterstützung erforderlich sein, wird um frühzeitige Kontaktaufnahme gebeten.

Für Personen mit eingeschränkter Mobilität wird für diese Veranstaltung ein Rollstuhl mit Zuggerät (Swiss Trac) kostenlos zur Verfügung gestellt (Voranmeldung erforderlich).

Am Veranstaltungsort befindet sich ein rollstuhlgerechtes WC.

Kosten für Forschungsprogramme (11:00, 14:00 und 16:00 Uhr):

Erwachsene: € 7,00
Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre: € 5,00
Familienkarte (max. 4 Personen): € 12,00

Sondertermine sowie spezielle Programme für (Bus-)Gruppen und Schulen werden im Infobüro Admont organisiert. Unsere Gruppenangebote finden Sie hier.

Wir sind Partner der Steiermark-Card, Bonuspartner der Schladming-Dachstein Card und ZWEI UND MEHR Vorteilsbetrieb.

Forschungsprogramm 1: Die Reise in den Mikrokosmos "Wasser" 

Tauchen Sie in die spanndende Welt der Wasserlebewesen ein. Eine selbst genommene Wasserprobe kann beim Mikroskopieren "unter die Lupe" genommen werden. Dabei entdeckt man Kleinstlebewesen, die man in dieser Größe noch nie gesehen hat.

 Forschungsprogramm 2: Wildnis erforschen im Auwald

Gehen Sie auf die Suche nach Wildnis in der Aulandschaft um den Weidendom und erfahren, welche Bäume gerne nasse Füße haben und welche seltene Vogelart ganz in der Nähe brütet.

Forschungsprogramm3: Abenteuer Wilde Wiese 

Ein:e Nationalpark Ranger:in zeigt Ihnen wie Sie in einer wilden Wiese auf Entdeckungsreise gehen können und neben schillernden Käfern und Bienen auf Nektarsuche auch Russischen Bären oder eine rotflügelige Schnarrschrecke aufspüren.


Die Gruppe entscheidet, welches der drei Programme stattfindet.

Erwachsene, Jugendliche
Familien, Erwachsene mit Kindern
Kinder und Jugendliche

Findet diese Veranstaltung bei jedem Wetter statt?
Ja, denn wir finden, unser Nationalpark Gesäuse ist bei jedem Wetter ein Erlebnis!

Darf ich meinen vierbeinigen Freund mitbringen?
Die Mitnahme von Hunden ist nicht erlaubt.


 

  • Öffnungszeiten: (der Weidendom ist ganzjährig frei betretbar, betreutes Besucherprogramm zu folgenden Zeiten)

    01.05.2026 - 30.06.2026: Samstag, Sonntag, Feiertage, jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr
    01.07.2026 - 13.09.2026 : täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr
    14.09.2026 - 30.09.2026: Samstag, Sonntag, jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr

Die Forschungsprogramme finden während der Öffnungszeiten immer um 11:00 Uhr, 14:00 Uhr und 16:00 Uhr statt.

Sondertermine außerhalb der Öffnungszeiten, sowie spezielle Programme für Gruppen, Busgruppen und Schulen werden im Informationsbüro in Admont organisiert, Tel. +43(0)3613/21160-20, info@nationalpark-gesaeuse.at

Unter fachkundiger Anleitung tauchen kleine und große Besucher:innen in die wilde Seite des Nationalparks ein.

Drei unterschiedliche Programme ermöglichen Besucher:innen einen spannenden Einblick in die Tier- und Pflanzenwelt des Nationalparks zu bekommen: „Die Reise in den Mikrokosmos Wasser“, „Abenteuer Wilde Wiese“ oder „Wildnis erforschen im Auwald“.

Keine Anmeldung erforderlich

Die Parkplätze im Nationalpark Gesäuse sind kostenpflichtig (Tagesticket € 7,00). Nähere Informationen zu den Parkplätzen sind hier zu finden. Allgemeine Informationen zur Anreise in den Nationalpark Gesäuse stehen hier zur Verfügung.

Anfahrt: Das Erlebniszentrum liegt an der Bundesstraße B146 direkt an der Abzweigung nach Johnsbach, gleich gegenüber vom Gasthof zur Bachbrücke.

Für Navi-Nutzer: Der Weidendom hat keine eigene Adresse. Am besten ist die Eingabe der Adresse des Gasthofes zur Bachbrücke: Krumau 97, 8911 Admont.

Für die Anreise zu unseren Veranstaltungen empfehlen wir öffentliche Verkehrsmittel. Alternativ kann im Sommerhalbjahr das Gesäuse Sammeltaxi (+43 3613 21000 99) genutzt werden.

Österreichische Bundesbahn: www.oebb.at
BusBahnBim - Auskunft: www.busbahnbim.at

Haltestelle:

  • Gesäuse Bachbrücke/Weidendom (RegioBus 912)
  • Johnsbach im Nationalpark Bahnhof (ÖBB)
Besucher:innenprogramm Erlebniszentrum Weidendom
Der Fährte folgen