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In Obergnas in der Südoststeiermark führt Marianne Niederl einen Hühnermastbetrieb. Es ist einer von 40 Betrieben in Österreich, die nach den PRO PLANET-Richtlinien der REWE Group arbeiten. Blühendes Österreich hat Marianne Niederl besucht.

Obergnas. Ein rund 300-Seelen-Ort zwischen Leibnitz und Fürstenfeld, mitten in der Südoststeiermark. Marianne Niederl sitzt am Küchentisch im Erdgeschoß des Bauernhauses, vor dem Fenster knospen die Apfelbäume. „Wir leben hier in einem Drei-Generationen-Haus“, sagt Niederl und lacht. Die Schwiegermutter kocht, arbeitet im Garten, betreut den kleinen Hühnerstall, der Schwiegervater kümmert sich um das Kleinvieh, die Kuh und das Schwein – der Hof, vulgo Hofschneider, so der Hausname, ist zu 80% ein Selbstversorgerhof. Marianne Niederls Töchter Stefanie, Christina und Julia arbeiten oder gehen zur Schule und Ehemann Günter führt die Geflügelstalleinrichtungsfirma Niederl Günter GmbH & Co KG, die das Paar vor 20 Jahren gegründet hat. Die Aufträge reichen von Slowenien bis nach Russland.

„Ich habe vor 22 Jahren hier eingeheiratet und bin in den Betrieb so richtig reingewachsen“, erzählt Niederl. Mitte der 60er-Jahre stellen die Eltern ihres Mannes von Milchwirtschaft auf Hühnermast um. 22 Hektar Land und 10 Hektar Wald gehören zum Hof. In den Ställen stehen insgesamt 33.000 Hühner, im großen 24.000 für PRO PLANET, im kleinen 9.000 für die rein konventionelle Mast. „Das hört sich viel an, aber wir sind im Grunde ein Nebenerwerbbetrieb“, sagt Niederl. Neben der Hühnermast ist sie gerne in der Natur. „Ich arbeite nicht gerne im Haus, ich bin lieber draußen mit den landwirtschaftlichen Maschinen unterwegs.“

Das Hühnerhotel

Die Niederls gehören zu den ersten Bauernhöfen, die 2013 ins PRO PLANET-Programm der REWE Group einsteigen. „Die Voraussetzungen waren unter anderem mehr Fensterflächen und weniger Hühner, ohne Gewinnverlust. Da sind wir sofort in den Stall gegangen, um auszumessen.“ Die Investitionen sind überschaubar, die REWE Group unterstützt den Umbau finanziell und die Niederls adaptieren den Stall: mehr Fenster, weniger Tiere, Gerstenstrohballen zum Picken und Ruhen. „In der ersten Zeit haben uns die Nachbarn gefragt, ob wir ein Hotel eröffnet haben, weil man die Fenster in der Nacht so schön sieht.“

Knapp 160.000 PRO PLANET-Hühner hat Marianne Niederl pro Jahr. Rund alle acht Wochen liefert der Geflügelhof Schulz von der Laßnitzhöhe eine neue Herde, das Futter kommt von der Firma Gsellmann aus Kohlberg. Im Stall läuft alles vollautomatisch: das Futter, das Wasser, die Lüftung, die Heizung, das Licht. Für Niederl bedeuten die Hühner rund eineinhalb Stunden Arbeitsaufwand pro Tag: „Wenn ein Masthuhn gesund ist, dann macht man nur Kontrollarbeiten.Das Management ist 1:100 im Vergleich zur rein konventionellen Mast – es macht einfach mehr Spaß. Wenn man in den Stall reinschaut und sieht, den Hühnern geht es gut, dann taugt einem das.“

Nach 35 Tagen liefert Niederl die Tiere an den Schlachthof. Beim Ausstallen, der Hauptarbeit in der Hühnermast, packen bis zu sechs Personen mit an – sie fangen die Hühner mit der Hand. „Ich habe Bekannte, die wollen wissen, wann ich eine PRO PLANET-Partie abliefere, damit sie sich gleich meine Hendln im Geschäft holen können. Ich weiß einfach, was drinnen ist und das schätzen auch die Konsumenten.“ Schon seit Jahren braucht Niederl keine Medikamente für ihre Tiere. Nur selten nutzt sie biologische Hausmittel, wie etwa Milchsäurebakterien für die Darmflora. Bevor die nächste Herde kommt, putzt Niederl den Stall, desinfiziert und wartet, maximal 14 Tage. „Dann beginnt das Ganze von vorne.“

Die nächste Generation

Das Huhn gehört zu Marianne Niederls täglichem Geschäft. Nach wie vor isst sie selbst gerne ein Backhendl, „eine Spezialität in unserer Gegend“, und freut sich, wenn sich die nächste Generation für den Hof interessiert. Die älteste Tochter sitzt beim Gespräch mit am Küchentisch. Sie arbeitet im Qualitätsmanagement des Schlachthofs Titz. „Aber wir sind ja noch jung“, sagt Niederl und lacht wieder. Eigene Pläne für die zeitnahe Zukunft gibt es deshalb zur Genüge. Ganz aktuell: „Wir wollen auch den kleineren Stall auf das PRO PLANET-Programm umstellen. Wir müssen nur noch schauen, wie wir das baulich hinbekommen.“

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