Image
Lanius pflegt Trockenflaechen in der Wachau

Der Naturschutzverein Lanius engagiert sich im Zentralraum Niederösterreich seit über 25 Jahren für die Umwelt. Ehrenamtlich. Neben Lobbying stehen vor allem Arbeitseinsätze zur Lebensraumerhaltung im Fokus.

„Völtendorf beschäftigt uns gerade sehr“, sagt Hannes Seehofer von der niederösterreichischen, regionalen Umweltorganisation und Forschungsgemeinschaft Lanius. Es geht um den einstigen Garnisonsübungsplatz bei St. Pölten – 200 Hektar Land, das verkauft wurde und dessen Widmung und künftige Nutzung seit ein paar Jahren unklar ist. Landwirtschaftliche Nutzungsfläche? Fläche für die Schnellstraße? Naherholungsort für die St. Pöltner?

Image

Naturschutz für zentrales Niederösterreich

Völtendorf ist ein aktuelles Thema, das den Naturschutzverein Lanius beschäftigt. Aber bei weitem nicht das einzige. Der regionale Naturschutzverein Lanius, der 1990 gegründet wird, agiert in den Bezirken Krems, Melk, St. Pölten und Amstetten und betreibt praktischen Naturschutz, vor allem in der Wachau, wo die seltene Smaragdeidechse beheimatet ist und die Steinfeder wächst. Hatte Lanius zuerst einen vogelkundlichen Schwerpunkt, ist man heute breiter aufgestellt. Seehofer, selbst als Biologe in der Wachau tätig, ist von Anbeginn dabei: „Zuerst standen Kartierungsprojekte im Fokus, etwa zu Raubwürgern. Die Aufgaben haben sich aber geändert: Jetzt pflegen wir Naturschutzgebiete, veranstalten Exkursionen und Vereinsabende, geben eine Zeitung heraus, führen Forschungsprojekte durch und laden zu Arbeitseinsätzen.“

Rund 250 Mitglieder arbeiten derzeit ehrenamtlich bei Lanius mit. Sie kommen aus der Region, sind Fachexperten oder schlicht naturinteressierte Laien. Auch BirdLife-Geschäftsführer Gerald Pfiffinger saß bereits im Lanius-Vorstand. „Er ist uns nach wie vor sehr verbunden und wir kooperieren immer wieder mit BirdLife“, sagt Seehofer. Mit der Stiftung Blühendes Österreich will man künftig zum Schutz von Offenlandflächen in der Wachau – Tocken- und Halbtrockenrasen – ebenfalls zusammenarbeiten.

Pflegen und erhalten

Insgesamt betreut Lanius 40 Hektar Land im Zentralraum Niederösterreich. Ein Buchenwald am Buchberg in Krems, Flächen entlang der Pielach in Melk, ein Hangwald bei Winklarn in Amstetten. Das größte Areal liegt an der Pielach: rund 20 Hektar reine Naturschutzfläche. Gerade dort ist diesen Juni wieder ein Arbeitseinsatz geplant. Unter der Steinwand lädt Lanius – bereits gemeinsam mit der Stiftung Blühendes Österreich – zum Biotopeinsatz. „Die Fläche ist seit zwei Jahren in unserer Obhut. Unter der Steinwand waren wohl einst Weinterrassen – mitten im Wald. Mehrere seltene Orchideenarten wachsen hier“, erklärt Seehofer. Mit dem Arbeitseinsatz will Lanius der Natur – unter der Steinwand findet man etwa Steppenanemonen und Kuhschellen – ihren Raum zurückgeben. „Wir mähen, rechen zusammen und bringen das Mähgut in den Wald. Leider sind in ganz Niederösterreich die Betriebe, die Mähgut brauchen können, zurückgegangen.“

Bleibt das Mähgut vom Arbeitseinsatz auch landwirschaftlich ungenutzt, ist Seehofer dennoch der Ansicht, dass Naturflächen nicht auf ihren wirtschaftlichen Wert reduziert werden sollen. „Man muss nicht immer alles krampfhaft nutzen", sagt er und verweist abermals auf Völtendorf. Auf dem Gelände des einstigen Garnisonsübungsplatzes leben unter anderem Wachtelkönige, Blaukehlchen, Urzeitkrebse, Kammmolche und Gelbbauchunken. „Wir machen kontinuierlich Erhebungen, betreiben Lobbyarbeit und hoffen, dass Völtendorf bei der Stadt bleibt.“

Weitere Informationen zur Forschungsgemeinschaft Lanius finden Sie hier.

Autorin: Maria Schoiswohl

Image

Freiwilligentag in der Wachau

Am 25. Juni laden Lanius und die Stiftung Blühendes Österreich zum Arbeitseinsatz unter der Steinwand der Pielach. Die Steinterrassen werden gemäht und entbuscht, das Mähgut zum Kompostieren in den Wald gebracht. Das nötige Werkzeug stellt Lanius zur Verfügung.

  • Treffpunkt:
    8:00 Uhr – Westbahnhof Wien, Haupteingang (Kosten: Shuttlebus hin/retour: 5 Euro) oder
    8:30 Uhr – Parkplatz bei der Pielachmündung, Melk, Niederösterreich
  • Kurzer Marsch zu den Wiesenterrassen
  • Ab 9:00 Uhr – Mäheinsatz mit Motorsensen und Rechen
  • Pause und Jause (inklusive) je nach Bedarf
  • Ende: ca. 15 Uhr

Anmeldung:

Teilnahme ab 18 Jahren. Jugendliche können in Begleitung der Eltern teilnehmen. Anmeldung bis Mittwoch 22. Juni mit Angabe, ob Shuttle benötigt wird, oder nicht, bei Manuela Achitz unter m.achitz@bluehendesoesterreich.at oder unter +43 676 711 7450. Bei starkem Regen findet die Veranstaltung nicht statt.

Wichtig:

Dieser Tag ist ein Freiwilligen-Arbeitseinsatz mit dem Ziel zusammen etwas für Natur und Naturschutz zu tun. Im Mittelpunkt steht nicht ein leistungsorientierter Arbeitstag, sondern ein erfolgreiches Miteinander. Spezifische Arbeitskenntnisse werden nicht vorausgesetzt – jeder kann helfen und anpacken und die Arbeitsgeräte werden vor Ort zur Verfügung gestellt.

Ausrüstungsliste:

  • Wander-/Bergschuhe
  • Sonnenbrille, Sonnencreme
  • Sonnenschutz, Kapperl, Tuch etc.
  • Wechselkleidung, frisches Leiberl, Pullover etc.
  • Regenjacke
  • Taschenmesser
  • Wenn vorhanden: kleines Erste Hilfe-Packerl
  • Gute Laune und Lust auf Natur

 

Das Team von Blühendes Österreich und der Naturschutzverein Lanius freuen sich auf einen gemeinsamen, erfolgreichen und artenreichen Tag!

Verwandte Lexikon Artikel

Artenreiche Schmetterlingswiese

Was ist Biodiversität?

Wissen
Blühendes Österreich setzt sich für den Erhalt von Artenvielfalt ein!
Was ist Biodiversität?
Blaumeise-auf-dem-Ast

Blaumeise

Vögel
Hier in unserem Naturlexikon erfährst du Wissenswertes rund um die Blaumeise.
Blaumeise
Fischotter

Fischotter

Säugetiere
Als Anpassung an ihren aquatischen Lebensraum ist der Körper des Fischotters sehr schlank und stromlinienförmig. Mit bis zu einem Meter Körperlänge der Männchen erreichen sie auch stattliche Dimensionen, wenngleich es schon einiges an Glück bedarf, um diesen meisterhaften Fischjäger in freier Wildbahn zu begegnen. Die Färbung des Fells ist sehr einheitlich dunkelbraun, lediglich Kehle, Brust und Bauch heben sich hell davon ab. Der Kopf ist flach und breit mit einer stumpfen Schnauze, kurzen Ohren und langen Barthaaren. Wie sein Name schon verdeutlicht besteht seine Hauptnahrung aus Fischen. Er ist jedoch grundsätzlich nicht wählerisch und frisst genauso Muscheln, Amphibien, Wasservögel oder kleinere Säugetiere.
Fischotter

Verwandte Naturerlebnisse

Waldruhe

Wald-Ruhe Energietankstelle Wald

18. Juni | Ab 17:30
Icon Pin_brown

Aloisiusgasse 57
Kaisersdorf 7342
Österreich

Kaisersdorf, 7342

Veranstalter: Naturpark Landseer Berge

Im Wald entspannen und zur Ruhe kommen mit Elementen aus der Natur- und Wildnispädagogik und Techniken aus dem Yoga, sowie Meditation. In angenehmer Atmosphäre mit Atem- und Bewegungsübungen ein behagliches Wohlbefinden erlernen und genießen. Für eine nachhaltige ERHOLUNG des Körpers und Geistes - direkt VON, IN und MIT der NATUR!
Treffpunkt: Sportplatz Kaisersdorf

5er Block: 21. Mai, 28. Mai, 4. Juni, 11 Juni, 18. Juni

Wald-Ruhe Energietankstelle Wald Der Fährte folgen
Erlebte Natur Die Gelse Plage oder Notwendigkeit

Erlebte Natur: Die Gelse – Plage oder Notwendigkeit?

18. Juni | Ab 18:00
Icon Pin_brown

Kulturbezirk 5 5
St. Pölten 3400
Österreich

St. Pölten, 3400

Veranstalter: Museum Niederösterreich

Dieses Mal zu Gast sind Karin Bakran-Lebl von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit sowie Horst Aspöck, der Begründer der Abteilung für Medizinische Parasitologie an der Universität Wien.
Gemeinsam mit dem Naturvermittler und Biologen Manfred Rosenberger diskutieren die beiden über die Plagegeister und beleuchten den weniger bekannten ökologischen Nutzen. Das Insektensterben wird ebenso Thema sein wie das Auftreten neuer Krankheiten durch den Klimawandel, die von Gelsen übertragen werden können.

Eine Diskussionsrunde mit Biologin Karin Bakran-Lebl und Horst Aspöck, Professor an der Medizinischen Universität Wien

Erlebte Natur: Die Gelse – Plage oder Notwendigkeit? Der Fährte folgen
Erlebte Natur Die Gelse Plage oder Notwendigkeit

Erlebte Natur: Die Gelse – Plage oder Notwendigkeit?

18. Juni | Ab 18:00
Icon Pin_brown

Kulturbezirk 5 5
St. Pölten 3400
Österreich

St. Pölten, 3400

Veranstalter: Museum Niederösterreich

Dieses Mal zu Gast sind Karin Bakran-Lebl von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit sowie Horst Aspöck, der Begründer der Abteilung für Medizinische Parasitologie an der Universität Wien.
Gemeinsam mit dem Naturvermittler und Biologen Manfred Rosenberger diskutieren die beiden über die Plagegeister und beleuchten den weniger bekannten ökologischen Nutzen. Das Insektensterben wird ebenso Thema sein wie das Auftreten neuer Krankheiten durch den Klimawandel, die von Gelsen übertragen werden können.

Eine Diskussionsrunde mit Biologin Karin Bakran-Lebl und Horst Aspöck, Professor an der Medizinischen Universität Wien

Erlebte Natur: Die Gelse – Plage oder Notwendigkeit? Der Fährte folgen