Sie forschen zwischen Hecken, Trockenrasen und Streuobstwiesen – und entwickeln dabei ein feines Gespür für die Natur. Inmitten des burgenländischen Naturparks Rosalia-Kogelberg nehmen zwanzig Kinder und Jugendliche an einer ganz besonderen Ausbildung teil: Sie werden zu Naturpark Junior Rangern ausgebildet – und damit zu jungen Botschafter:innen für Artenvielfalt und den Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten.

"Die Jugend von heute" ... schafft Naturoasen

In einem Jahr durchlaufen die Kinder insgesamt elf intensive Aktionstage, begleitet von Naturpark-Guides und externen Expert:innen. Dabei lernen sie nicht nur, was Biodiversität bedeutet, sondern erleben hautnah, wie vielfältig, fragil – und schützenswert – ihre Umgebung ist.

„Die Idee gab es schon länger – aber erst durch Changemaker #nature konnten wir das Programm kostenlos anbieten und umsetzen.“, erzählt Marlene Hrabanek-Bunyai, Geschäftsführerin vom Naturpark. „Die Plätze waren schnell gefüllt – wir haben jetzt eine feste Gruppe von Kindern, die regelmäßig dabei sind.“

Die jungen Ranger:innen, zwischen sechs und vierzehn Jahre alt, lernen theoretische Grundlagen des Natur- und Umweltschutzes – und wenden sie direkt draußen an: Neophyten entfernen, Trockenwiesen pflegen, Wildtiere beobachten, Totholzhecke bauen. „Letzten Sommer haben wir zum Beispiel bei einer Trockenwiesenaktion einfach mal beobachtet, was da alles kriecht und flattert“, heißt es. „So entsteht echte Naturbegegnung.“

Lebensraum für Wiedehopf, Glühwürmchen und Zebraschnecke

Der Naturpark Rosalia-Kogelberg ist ein Hotspot der Artenvielfalt. Trockenrasen bieten Lebensraum für gefährdete Arten wie die Smaragdeidechse oder die wärmeliebende Kuhschelle. In den Streuobstwiesen brüten Wiedehopf und Zwergohreule, und in den Hecken finden Rebhühner und Igel Unterschlupf.

„Unser Ziel ist es, das Bewusstsein für den Biodiversitätsschutz bei jungen Menschen zu stärken. Die Kinder sind unglaublich naturverbunden – sie entdecken Blumen und Bienen, haben sogar einen Admiral gesehen“, so die Projektleitung Barbara Klawatsch. „Sie erleben die Natur mit einer Neugierde, die beeindruckt.“

Ein besonderes Highlight war das Errichten und Erweitern einer Totholzhecke im März 2025. Mit Eifer sammelten die Kinder Äste, Zweige und altes Holz und schichteten sie sorgfältig auf. Totholzhecken sind wertvolle Biotope: Sie bieten Unterschlupf für Wildbienen, Igel, Zauneidechsen und zahlreiche Kleinvögel. Zwischen den locker geschichteten Ästen finden Insekten Brutplätze, Vögel Nistmöglichkeiten und Kleinsäuger sichere Verstecke. Durch ihr Engagement lernten die Junior Ranger:innen, wie wichtig scheinbar „totes“ Holz für ein lebendiges Ökosystem ist – und dass Naturschutz oft mit einfachen Mitteln beginnen kann.


Naturpädagogik als Schlüssel

Das Projekt verfolgt ein klares Ziel: Auch Kinder, die keine Naturpark-Schulen besuchen, sollen Zugang zu hochwertiger Umweltbildung erhalten. Dabei geht es nicht nur ums Lernen, sondern ums Erleben – und darum, eine emotionale Bindung zur artenreichen Natur aufzubauen.

„Zwei Drittel des Projekts sind abgeschlossen – im Mai feiern wir mit einem großen Abschlussfest und der Zertifikatsverleihung“, berichtet das Projektteam. „Unsere Gruppe ist mit vollem Herzen dabei.“

Mit Herz, Hand und Verstand lernen die Kinder, wie man „Schützen durch Nützen“ in der Praxis umsetzt – und wachsen dabei selbst über sich hinaus. Ein Projekt, das Hoffnung macht – für die Natur und für die nächste Generation.

Biodiversität: Heute für morgen vorsorgen

Ermöglicht wurde das Projekt durch die Unterstützung von Blühendes Österreich – BILLA gemeinnützige Privatstiftung, gefördert aus Mitteln des Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Klimaschutz. Unter dem Dach von Changemaker #nature werden junge Menschen motiviert, sich aktiv für Klima- und Artenschutz einzusetzen.

„Die Zusammenarbeit mit Blühendes Österreich war wirklich toll – sehr unkompliziert und unterstützend“, betont das Team. Besonders begeistert habe auch der Austausch beim Changemaker-Workshop: „So viele spannende Projekte und gleichgesinnte Biodiversitätsgestalter:innen – das war ein echtes Highlight.“

Dieses Projekt wird durch den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft gefördert, die NextGenerationEU und von Blühendes Österreich - BILLA gemeinnützige Privatstiftung kofinanziert.

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EU/BMLUK/Blühendes Österreich

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