Wenn Nationalpark-Ranger im Klassenzimmer Natur- und Artenschutz-Wissen näher bringen, ist das schon eine Sensation für die Kinder. Wenn sie dann noch gemeinsam mit den SchülerInnen und Kindergartenkindern die Ärmel hochkrempeln, um einer monotonen Rasenfläche Leben einzuhauchen, dann wird Naturschutz einverleibt! 

 

Das Projekt "Papilio" (Schwalbenschwanz) trommelt Jung und Alt zusammen. Es hat sich zum Ziel gesetzt, einen wilden Lebensraum für heimische Pflanzen und Tiere rund um das Schulzentrum Admont zu schaffen. Als erfreulicher Nebeneffekt soll sich ein Bewusstsein für eine intakte Umwelt in den Köpfen der "Großen von Morgen" verankern. 

 

Das große Vorhaben, initiiert vom Nationalpark Gesäuse, dem Kindergarten und der Neuen Mittelschule Admont, präsentiert sich als idealer Kandidat für den mit 100.000 Euro dotierten Naturschutzpreis "Die Brennnessel 2017". Grund genug, um es vor den Vorhang zu holen:  

Naturschutz kennt keine Altersgrenze

... das beweist der Kindergarten von der Nationalpark-Gemeinde Admont, der in Zusammenarbeit mit der Neuen Mittelschule (NMS) und dem Nationalpark Gesäuse eine Vision realisiert: Eine artenarme, monotone grüne Wiese um die Schule und des Kindergartens aufblühen zu lassen!

“Uns gefällt die Vorstellung, dass ältere und jüngere Kinder gemeinsam ein großes Umgestaltungsprojekt durchführen, denn wir sind überzeugt davon, dass beide voneinander lernen können." sagt Johanna Eisank, Expertin für Umweltbildung vom Nationalpark Gesäuse. Und nicht nur die Kinder und Jugendlichen profitieren von der bunten Oase rund um das Schulzentrum: “Unser Projekt hilft allen bestäubenden Insekten (Schwalbenschwanz, Wildbiene und Co.) Ohrwürmern, Käfern, Igeln, Mäusen, Singvögeln und Blütenpflanzen (Mohnblume, Wiesenklee, Schafgarbe, etc.),” erklärt Eisank mit Vorfreude.

Das Projekt ist bereits fix für das kommende Schul-bzw. Kindergartenjahr geplant. Den SchülerInnen und Kindergartenkindern stehen bei der Umsetzung

  • Nationalpark-Ranger,
  • ein Gartenplaner,
  • die Steiermärkische Landesforste,
  • der Nationalpark Gesäuse
  • und die Marktgemeinde Admont

zur Seite, um eine geballte biologische Vielfalt um das Schulzentrum zu schaffen – wildes Summen, quirliges Krabbeln und duftende Blumen und Kräuter inklusive!

Viele Hände für ein blühendes Ende

"Die Jugendlichen sollen von der Planung bis zur Umsetzung stark miteinbezogen werden," erklärt Johanna Eisank, "deshalb konzipieren die Drittklässler zu Beginn gemeinsam mit dem Gartenarchitekten das Areal." Anschließend unterstützt die Landesforste Steiermark beim Bau des Insektenhotels und liefert Material sowie Werkzeug (Holz, Sägen, Bohrer, Nägel, etc.). Beim Aussäen fällt der Startschuss für die Kindergartenkinder: Sie helfen den SchülerInnen, die Blütenpflanzen auszustreuen und die Insektenhotels zu befüllen.

Zusammen mit den Nationalpark-Rangern werden kleine Quartiere für Ohrwürmer und Marienkäfer gebaut, die zusätzlich am Areal angebracht werden.

In einem vorigen Projekt wurde bereits der Bau einer Kräuterspirale mit einem Durchmesser von 2 Metern umgesetzt. Die SchülerInnen der dritten Klasse der NMS haben 8 Tonnen Gestein und Erde bewegt, um sie mit Wildkräutern anzupflanzen, damit bald Bienen, Schmetterlinge und Hummeln anfliegen. Neben der Kräuterspirale wird im Schuljahr 2017/2018 noch ein Wildbienenhotel gebaut. Damit die Neuankömmlinge neben den Marienkäfern und Ohrwürmern usw. später genug Futter finden, wird um das Wildbienenhotel eine Blumenwiese sowie ein wildbienenfreundliches Beet angelegt.

Biodiviersität 360 Grad erleben

Auch im Unterricht und im Kindergarten schlägt das Thema “Artenvielfalt & Naturschutz” seine Zelte auf: Zusammen mit den Nationalpark-Rangern werden im ganzen Schul- bzw. Kindergartenjahr die Kenntnisse rund um die blühende Oase des Schulzentrums im Rahmen von Forschungsaufträgen (Beobachtungstagebücher, Fotodokumentation, Geschichten, etc.) vertieft und erweitert. Groß und Klein arbeiten gemeinsam an dem Projekt und sollen interdisziplinär – vom Kindergarten, NMS, Nationalpark und Nationalpark-Partnerbetrieben – voneinander lernen!

Samen säen für die Zukunft

So wie die Kinder und Jugendlichen wachsen und gedeihen, tut das auch die Blumenwiese und dessen tierischen Bewohner. Nach 2 Jahren wird eine sichtbare und erlebbare wilde Oase gewachsen sein. Ein Raum für Kinder, der zum Erforschen, Beobachten und Weitergestalten einlädt. Aber er ist auch ein Ort für Genuss und Erholung.

"Es wird auch ein Samen in das Bewusstsein der Beteiligten gesetzt, nämliche wie langsam sich eine monotone Rasenfläche zu einer ökologisch wertvollen Fläche entwickelt. Dadurch soll der Wert der Vielfalt be-greifbar vermittelt werden," schließt Eisank ab, "wir möchten auch andere dazu ermuntern, einen Samen für die Vielfalt zu säen!" (Text: Stephanie Fischer)

Wir sind davon überzeugt: Naturschutz is ka gmahde Wies`n! Deswegen haben wir mit „der Brennnessel“ einen neuen Naturschutzpreis ins Leben gerufen, um innovative Naturschutzprojekte in ganz Österreich zu prämieren. Du, deine Schulklasse, Verein oder Gemeinde machen sich stark für den Naturschutz mit nachhaltigen Projekten, die die heimische Artenvielfalt sichern?

Dann mach‘ gleich mit – die Brennnessel braucht dich!

 

 

Admont

Das Projekt "Papilio: Groß & Klein planen, gestalten und genießen Vielfalt" auf einen Blick:

Projektlaufzeit: 15 Monate (von April 2018 bis Juni 2019)

Akteure:

  • Nationalpark Gesäuse
  • Kindergarten Admont
  • Neue Mittelschule Admont
  • Landesforste Steiermark
  • Gartenplaner

Aktivitäten:

  • Blumenwiese anlegen
  • Insektenhotel bauen
  • Nisthilfen für Ohrwürmer bauen
  • Heckenstreifen mit essbaren Früchten gestalten
  • Kräuterspirale und dessen Ernte im Nationalpark- und Kochunterricht verarbeiten
  • Intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Naturschutz und Biodiversität

Amtsschimmel oder wilder Hengst?

Wilder Hengst! Dann bist du auf Österreichs größter Plattform für Naturerlebnisse genau richtig.

Jetzt registrieren

Verwandte Naturerlebnisse

Ich bin entzückt

Lauftechnik - Workshop

12. Sep |
Steiermark
Veranstalter: Naturpark Mürzer Oberland

Tauche mit mir einen ganzen Tag lang in eine „Lauf-Welt“ ein, in der es nicht nur um Optimierung geht, sondern auch darum, dein individuelles Laufgefühl zu entdecken. Eine Welt, in der Technik nicht nur erarbeitet, sondern gespürt wird. In der Leichtigkeit und Körperwahrnehmung genauso wichtig sind wie Weiterentwicklung, sportwissenschaftliche Fundierung und Verletzungsprophylaxe.
Im interaktiven Theorieteil kommen wir ins Verstehen, im Praxisteil kommen wir mit zahlreichen Übungen in die Umsetzung. Ein achtsamer Lauf im Gelände schließt den Praxisteil ab und lässt das Gelernte wirken. Zusätzlich zum individuellen Feedback werden zwei Läufe gefilmt und gemeinsam als Abschluss des Lauftages analysiert.
Außerdem bekommst du Begleitmaterialien und einen USB-Stick mit Audioimpuls und deine Videoaufnahmen mit nach Hause.

Treffpunkt: Teichwirt Urani, Neuberg an der Mürz
Inkludiert sind: Snacks und Getränke, Labestation bei der Laufbahn. Mittagessen beim Teichwirt Urani nicht inbegriffen.
Mindestteilnehmer*innen: 4 Personen 
Geeignet für: alle Hobbyläufer*innen, die Grundkenntnisse der Lauftechnik erwerben wollen und ihr individuelles Laufgefühl spüren wollen. Grundfitness sollte vorhanden sein.
Ausrüstung: gemütliche Laufbekleidung, geeignetes Schuhwerk fürs Laufen auf der Tartanbahn und im Gelände (keine Spikes nötig), Motivation und Bewegungsfreude

Anmeldung bis 1 Woche vor Kursbeginn

weitere Termine auf Anfrage

Lauftechnik - Workshop
Der Fährte folgen