Was ist der ökologische Fußabdruck? Warum sollte er möglichst klein sein? Wie hängt er mit unserem Lebensstil zusammen? Und leben die ÖsterreicherInnen auf großem Fuß? All das erfährst du hier.

Die Öko-Zauberformel

Es mutet an wie Zauberei. Zuerst gibt man Eckdaten zum eigenen Leben an: Reise-, Ernährungs- oder Einkaufsgewohnheiten etwa. Daraus errechnet eine „Zauberformel“, wie sehr sich diese Gewohnheiten auf Natur und Umwelt auswirken. Am Ende spuckt die Formel sogar eine konkrete Zahl aus: jene Naturfläche, die wir (ver)brauchen, um unseren Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Diese Fläche ist unser „ökologischer Fußabdruck“.

 

Der Kontoauszug der Natur

Dieser Fußabdruck entspricht einer Art Einnahmen-Ausgaben-Rechnung für natürliche Ressourcen: Wie viele Vorräte stehen der Menschheit zur Verfügung? Und wie viele verbraucht sie?

 

Ressourcenverbrauch: Darf’s ein bisschen mehr sein?

Das Bedenkliche daran: Seit den 1980er Jahren stehen wir bei der Erde regelmäßig in der Kreide. Der Saldo am Kontoauszug der Natur ist jedes Jahr negativ. Weltweit werden deutlich mehr natürliche Ressourcen verbraucht als die Erde nachliefern kann. Die Menschheit lebt also nicht von den „Zinsen“, dem jährlichen Zuwachs, sondern plündert das Grundkapital der Natur. Mehr auszugeben als man hat, ist langfristig aber noch selten gutgegangen – weder am Konto noch in der Natur.

 

"Mehr auszugeben, als man hat, ist langfristig noch selten gut gegangen – weder am Konto noch in der Natur."

 

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Schuhe

Kinderfüßchen oder Quadratlatschen?

Manche von uns sind oft im Auto oder Flugzeug unterwegs. Oder sie kaufen Erdbeeren aus Südamerika, die weite Wege hinter sich haben. Das setzt viel Treibhausgase frei und trägt zum Klimawandel bei, der ökologische Fußabdruck wird größer. Mit dem Fußabdruck lassen sich somit verschiedene Lebensstile vergleichen – und zwar für Einzelpersonen oder ganze Staaten: je kleiner, desto naturverträglicher.

 

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Kleiner Globus & Hände

Wer hat den Größten…

Jede Österreicherin und jeder Österreicher beanspruchen 5,3 Hektar biologisch nutzbare Fläche. Pro Mensch stehen auf der Erde aber nur etwa 1,7 Hektar zur Verfügung. Das heißt: Würden alle so leben wie in Österreich, bräuchte man drei Planeten Erde, um ihren Ressourcenbedarf zu decken. Bei den EinwohnerInnen Australiens und der USA, wären es sogar fünf Erden. Sie sind damit die „Spitzenreiter“.

 

…und wer den Kleinsten?

Mehr Flächen in Anspruch zu nehmen, als einem selbst zur Verfügung stehen, das funktioniert nur, indem Ressourcen importiert werden. Und auf Kosten jener Menschen und Länder, die am wenigsten verbrauchen – etwa Eritrea, Haiti, Pakistan oder Ruanda (alle unter 1 ha pro Person).

 

World Overshoot Day: Ab heute leben wir auf Pump!

Der „World Overshoot Day“ ist jener Kalendertag, an dem die Menschen alle natürlichen Vorräte verbraucht haben, die die Erde jährlich nachliefern kann. Alles, was sie in diesem Jahr darüber hinaus konsumieren, geht zu Lasten zukünftiger Generationen.

 

Der „Welterschöpfungstag“ wird zum Wandertag: Jahr für Jahr wandert er im Kalender weiter nach vorne.

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Traktor am Acker

Wandertag mit Frühstart

Und dieser „Welterschöpfungstag“ wird zum Wandertag: Jahr für Jahr wandert er im Kalender weiter nach vorne. 2008 lag er am 23. September, 2018 schon am 1. August. Und das ist nur der weltweite Durchschnitt. Wenn alle Menschen so leben würden wie jene in Katar, dann wären die jährlichen Ressourcen bereits am 9. Februar erschöpft. Auch die EinwohnerInnen von Luxemburg (19. Februar), der Vereinigten Arabischen Emirate (4. März) oder der USA (15. März) leben stark auf Pump. In Österreich liegt der „Erschöpfungstag“ derzeit am 15. April. Mit unseren natürlichen Ressourcen für ein ganzes Jahr kommen wir also gerade einmal dreieinhalb Monate aus.

 

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Frau auf Berg

Land in Sicht?

Bis zum Jahr 2050 wird die Weltbevölkerung von derzeit 7,7 Milliarden Menschen auf 9,7 Milliarden anwachsen. Das ergibt immer weniger Naturfläche pro Person – auch weil Lebensstandard und Ressourcenverbrauch in Schwellenländern steigen werden.

 

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Kinderfüße

Fußabdruck verringern: Was jeder tun kann

Angesichts solcher Daten und Szenarien könnte man glatt in eine „Eh-schon-wurscht-Stimmung“ verfallen. Das brächte aber nichts. Denn jeder von uns kann seinen ökologischen Fußabdruck verkleinern, wenn wir unseren Lebensstil umstellen. Dabei müssen wir nicht zwingend Wohlstand einbüßen. Manchmal reicht es schon, mit den vorhandenen Naturressourcen einfach sorgsamer umzugehen.

In Österreich liegt das größte Verkleinerungspotenzial bei:

  • Ernährung (z. B. regionale und saisonale Lebensmittel, weniger Fleisch)
  • Transport und Reisen (z. B. öffentliche Verkehrsmittel statt Auto und Flugzeug)
  • Wohnen (z. B. Energiesparmaßnahmen)
  • Konsumgüter (reduzieren, wiederverwenden und reparieren statt wegwerfen)

 

Wer wissen will, wir groß sein ganz persönlicher Fußabdruck ist und wie man ihn verringern kann, benutzt einen Fußabdruckrechner, holt sich Tipps in einer WWF-Broschüre oder besucht folgende Veranstaltung:

 

Aktiv werden:

Du willst mehr erfahren über deinen ökologischen Fußabdruck? Dann bist du bei folgender Führung des Nationalparks Gesäuse richtig!

„Lebe ich auf großem Fuß?

Termine:
Juli, August: täglich
Mai, Juni, September: an Wochenenden, Feier- und Fenstertagen

jeweils 11:00, 14:00 und 16:00 Uhr

Treffpunkt: Nationalpark Gesäuse, Weidendom

Mit dem Nationalpark-Ranger erkundest du den begehbaren ökologischen Fußabdruck im Nationalpark Gesäuse. Dabei erfährst du, wie groß dein ökologischer Fußabdruck ist. Und wie du ihn mit einfachen Mittel verringern kannst.

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