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Samen sammeln

Nachdem die Früchte und Blüten in vollster Pracht den Garten schmücken, reifen im Stillen die Samen heran. Welche Blumen-, Kräuter- und Gemüsesorten möchte ich im nächsten Jahr wieder pflanzen? Welche Lieblingssorte soll erhalten werden?

Selber Samen zu ernten, aufzubewahren und im kommenden Jahr zu säen hat nicht nur etwas Achtsames und Autonomes an sich – auch das Geldbörserl wird geschont und man weiß, was man bekommt. 

Samen sammeln bei Blumen

Im Spätsommer bietet sich die Blumensamenernte an. Die Blüten verwelken nun und die Pflanzen setzen die Samen an. Einfaches Absammeln bieten Nachtviolen, Phlox, Veronica, Lichtnelke oder Akelei. Den Mohn sollte man in dieser Zeit genau im Blick haben, "sobald unter dem Kranz die Löcher sichtbar werden, müssen die Samen herausgebeutelt werden," rät Ute Woltron. Auch die duftenden Nachtviolen wollen gut beobachtet sein: Öffnen sich ihre Schoten unbeaufsichtigt, werden die Samen sonst an der Hand vorbei herausgeschleudert. An ihren Blättern laben sich übrigens die Raupen des Aurorafalters und Kleinen Kohlweißlings.

Wenn man Blumen wie Lupine, Akelei, Cosmea oder Gartenrittersporn lange genug im Beet stehen lässt und die vertrockneten Blüten nicht abschneidet, kommen sie im nächsten Jahr wieder an der gleichen Stelle. Die Samen von Zinnien, Stockrosen oder Dahlien werden im Herbst abgesammelt und im nächsten Jahr wieder eingesetzt.

Die Winzlinge gehören noch ein paar Tage nachgetrocknet und anschließend in einem Papiersäckchen oder Briefkuvert aufbewahrt. Beschriftung nicht vergessen!

Prinzipiell gilt: Wenn die Samenstände und Schoten braun und trocken werden, sind die Samen erntereif!

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Biologischer Garten

Den Schmetterlingen zuliebe: Kräuter aufblühen lassen

Die Blätter von Basilikum, Dille und ihren würzigen Kameraden werden meist für die Küche vor der Blüte und der Samenreife geerntet. Wenn man sie aber gedeihen lässt, freut sich nicht nur die nächste Generation der Kräuterpflanze – auch Bienen und Schmetterlinge werden angelockt und danken es einem mit ihrem flatterhaften und summenden Besuch. Die Samenzucht geht jedoch bei Basilikum, Dille, Thymian, Oregano oder Liebstöckl auf Kosten des Geschmacks. Denn wenn die Blüten und Samen gebildet werden, entzieht die Pflanze den Blättern die Kraft. Für eine duftende Kräuterschnecke oder neue Kräuterecke im darauffolgenden Jahr – lass ein paar Kräuter blühen und Samen bilden!

Samenernte bei Gemüse

Gemüsesamen vermehren ist schon etwas aufwendiger, vor allem wenn man sortenreine Samen haben möchte. Da muss man die Blüten abdecken oder in luftdurchlässige Netze stecken, um Kreuzungen zu vermeiden. Bei der Vermehrung sollte man darauf achten, dass das Saatgut in Bio-Qualität, sortenrein und "samenfest" ist – also kein gezüchteter Hybrid ("F1 Samen"), der in der darauffolgenden Generation seine Vorzüge (Größe und Ertrag der Früchte) verlieren würde.

Karotte, Rote Rübe, Zwiebel, Pastinaken usw. bringen überhaupt erst im zweiten Lebensjahr Samen hervor. Wer die Samen ernten möchte, muss ihre Wurzeln vorübergehend in einem frostsicheren Winterquartier (Erdkeller oder Steigenhaus) schlagen lassen, um gut über den Winter zu kommen. Achte darauf, dass nur gesunde Pflanzen überwintert werden, damit Krankheiten keine Chance haben, sich auszubreiten.

Die Samen von Erbsen, Kürbis oder Gurke lassen sich ganz einfach absammeln. Bei Letzterer sind die Samen erntefertig, wenn die Gurke völlig ausgereift ist. Um Gurkensamen zu gewinnen, werden diese wie bei der Tomate, nass gereinigt und gegärt.

"Nur samenfeste Samen in Bio-Qualität kommen ins Töpfchen."

Saatgut gewinnen bei Tomaten

Ob oval, rund, gelb oder schwarz: Die Tomatenvielfalt ist bunt. Dazu eignet sich die Frucht hervorragend, um die keimwilligen Samen zu gewinnen. Erstens trägt sie bereits im ersten Jahr Früchte, Blüten und Samen und die Frage nach dem Überwintern stellt sich nicht. Zweitens müssen die Samen auch nicht Ausreifen und der Zeitpunkt der Samenernte ist jener der Fruchternte. Drittens sind Paradeiser Selbstbefruchter mit zwittrigen Blüten. Wenn man die Blüten mit einem Säckchen vor den summenden Bestäubern schützt, entsteht eine samenfeste Sorte, die im nächsten Jahr der Mutterpflanze gleich kommt.

Bei der Saatgutvermehrung solltest du bewusst eine gesunde Pflanze auswählen, die deine Erwartungen erfüllt. Hast du diese ausgemacht, wird die reife Tomatenfrucht halbiert und das Fruchtfleisch mitsamt den Samen mit dem Drücken an der Schale ausgelöst. Bei vielen kleinen Tomaten kann man auch den Standmixer benutzen. Keine Sorge, die Samen werden dabei nicht geschädigt.

Nachdem die Samen herausgelöst wurden, werden diese bei mindestens 20 °C 1 bis 3 Tage stehen gelassen, damit eine Spontangärung eingeleitet wird. Dadurch lösen sich Fruchtfleischreste und die geleeartige Hülle der Samen. Die kleinen weißen Punkte versammeln sich anschließend unten im Behälter, während oben die Reste schwimmen. Mit Zutun von Wasser gehören diese nun weggespült, sodass die Samen am Boden übrig bleiben. Danach werden die Verbliebenen gründlich im Sieb mit Wasser gewaschen. 

Nachdem die kleinen sauberen "Tomaten in Spe" gereinigt wurden, gehören sie getrocknet. Wichtig ist, dass sie nicht ankleben und so eignen sich Backpapier, Vliesreste oder Kaffeefilter als Unterlage. Wenn sie alle trocken sind, werden die Samen durch das Reiben durch die Finger voneinander getrennt und in einem luftdichten Glas an einem dunklen und kühlen Ort aufbewahrt. So warten die keimfähigen Nachkommen mehrere Jahre, bis sie wieder in die Erde gelangen und sich das Rad des Lebens in die nächste Paradeisergeneration dreht.

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