Dieser Sommer war ein Schmetterlingssommer, bestätigen drei User der Schmetterlings-App der Initiative Blühendes Österreich. Die im Juni gelaunchte App ist eine der erfolgreichste Naturschutz-Apps in Österreich.

"Es hat mir Spaß gemacht, draußen zu sein, zu fotografieren und Schmetterlinge kennen zu lernen. Das war einfach eine schöne Zeit in diesen Sommerferien", sagt Vanessa Hummel. Die 13jährige Schülerin aus Mannersdorf bei Bruck an der Leitha ist eine von 2.000 Nutzern der Schmetterlings-App der Initiative Blühendes Österreich.

Diesen Sommer ging die App an den Start und entwickelte sich innerhalb von ein paar Wochen zu einer der beliebtesten Naturschutz-Apps im Land. "Nach der Stunde der Wintervögel von BirdLife und Naturbeobachtungen vom Naturschutzbund gehören wir mit der Schmetterlings-App zu den Top 3 im Citizen Science-Bereich in Österreich", sagt Ronald Würflinger, Geschäftsführer der Stiftung Blühendes Österreich. 10.000 Mal wurde die App geladen, über 5.600 Schmetterlingssichtungen gemeldet. Würflinger: "Das hat unsere Erwartungen weit übertroffen."

150 Schmetterlingsbilder in einem Sommer

Gottfried Zivithal, Nebenerwerbslandwirt aus Markt Hartmannsdorf in der Steiermark, war diesen Sommer ein besonders aktiver App-Nutzer. 150 Schmetterlingsbilder hat er upgeloadet, zu 90 Prozent auf seinen Wiesen fotografiert. "Ich komme aus der Ornithologie und bin über die App zu den Schmetterlingen gekommen", sagt Zivithal. Zitronenfalter, Perlmutterfalter, Tagpfauenauge, Landkärtchen – von Natur aus naturinteressiert, kennt Zivithal viele Falter, "nur die Bläulinge sind besonders schwer zu bestimmen."

Zivithal schätzt nicht nur die kleinstrukturierte, vielfältige Landschaft der Südsteiermark, er erhält auch für die Initiative Blühendes Österreich seltenen Naturraum: 1,3 Hektar Streuobstwiese. "Wenn man der Natur etwas zurückgeben will, dann soll man nicht nur reden, sondern etwas tun", sagt Zivithal. Durch die App erhofft er sich mehr Aufmerksamkeit für die Natur. "Die Menschen sollen umsichtiger werden, bewusst Tiere beobachten und im Garten Lebensraum schaffen."

Falter-Fotosafari mit der Familie

Die Mikrobiologin Judith Schuster aus Alland in Niederösterreich hat schon im Vorjahr fleißig mit der App von Global 2000 Bienen gezählt – heuer ist sie den Schmetterlingen verfallen. "Die ganze Familie ist – mit Kameras ausgestattet – ausgerückt und hat sich auf Fotojagd begeben", erzählt Schuster. Gemeinsam hat die vierköpfige Familie etwa im Waldviertel, auf der Rax und am Schneeberg, nach Faltern gesucht und sie abgelichtet. "Schmetterlinge sind einfach faszinierend. Wir haben durch die App viel Naturraum entdeckt", sagt Schuster. Für die Zukunft wünscht sie sich eine Weiterentwicklung der App: "Wir haben auch viele nachtaktive Falter fotografiert und hoffen, diese bald in der App bestimmen zu können."

Der Wunsch könnte bald in Erfüllung gehen. Über den Winter werden die Sichtungen und Fotos, die über die App gesammelt wurden, von Experten ausgewertet und in einem Abschlussbericht publiziert. Gleichzeitig wird die App weiterentwickelt. "Und wir werden nächsts Jahr drei Zählaktionen an bestimmten Tagen für Schmetterlinge  durchführen", verrät Ronald Würflinger. Auf dass auch der nächste Sommer ein erfolgreicher Schmetterlingssommer werde.

Hier geht's zur App in der Desktop-Version: schmetterlingsapp.at

Autorin: Maria Schoiswohl

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