10 Gründe, weshalb wir die Brennnessel lieben

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Liebe auf den zweiten Blick: So könnte man die Beziehung „Mensch und Brennnessel“ heute beschreiben. Denn viele Jahre wurde die Brennnessel als Unkraut angesehen und arglos ausgerupft. Doch von der Wurzel zu den Blättern bis hin zu den Nüsschen liefert die Pflanze wertvolle Zutaten für die Küche und unsere Natur-Apotheke. Dazu dient sie als unentbehrlicher Lebensraum für einige Schmetterlingsarten. Blühendes Österreich zeigt die vielfältige Nutzung der Wunderpflanze auf und rehabilitiert die Brennnessel ein für alle Mal: 

1 Brennnesseln gegen Schmerzen und Entzündungen

Ein Tee, eine Tinktur oder Pflanzenfrischsaft aus der Brennnessel entfalten nach Dr. Karin Buchart, Ernährungswissenschaftlerin und Gründerin des Vereins „Traditionelle Europäische Heilkunde”, ihre Wirkung gegen Rheuma, Arthritis und Arthrosen. Neben der traditionellen Medizin, die die Wunderkräfte der Pflanze seit Jahrhunderten schätzt, hat auch längst die Wissenschaft ihr Potential erkannt und die Schuldmedizin verwendet die Essenzen ebenso in schmerz- und entzündungshemmenden Brennnessel-Präparaten.

 

 

Naturschutzpreis - Die Brennnessel

(c) Blühendes Österreich

Der mit 100.000 Euro dotierte Naturschutzpreis „Die Brennnessel“ hat sich die Wunder-Pflanze zum Symbol gemacht. Bis 31. Oktober können die besten Ideen für den Schutz der Natur eingereicht werden! Mehr erfahren.

2 Die Brennnessel als Zeiger-Pflanze

Diese Pflanzenart lässt sich bevorzugt auf stickstoffhaltige Böden nieder. Sie ist eine Zeiger-Pflanze und Indikator für eine gute Bodenqualität. In Österreich haben sich drei Brennnessel-Arten angesiedelt. Neben der Großen Brennnessel (Urtica dioica L) gibt es noch die Kleine Brennnessel (Urtica urens L) sowie die Kiew-Brennnessel (Urtica kioviensis Rogow). Weltweit gibt es 80 verschiedene Arten, wobei elf in Europa heimisch sind.

3 Brennnesselblätter in der Küche

Zum Kochen eignen sich die jungen Blätter im Frühjahr oder die oberen Blatttriebe im Sommer perfekt. Fernab von Straßen sind sie weniger von Schadstoffen belastet. Selbstverständlich sollten beim Pflücken Handschuhe getragen werden, damit die Pflanzen nicht „nesseln“. In der Küche können die Blätter anschließend mit einem Nudelholz gerollt werden, sodass die Härchen abbrechen und nicht mehr stechen können. Ansonsten lässt sich das gesunde Grün dünsten und verarbeiten wie Spinat und man kredenzt eine vitalstoffreiche Mischung aus Vitaminen (A, C und E) Flavonoiden, pflanzlichem Eiweiß (9 g) , Mineralstoffen und Spurenelementen. Die Brennnessel liefert sogar 6 mal mehr Vitamin C als eine Zitrone. Dazu ist sie ein besserer Eisenlieferant als Spinat.  

4 Brennnesseln schärfen die Sehkraft und Gedankenfluss

Der enthaltene Farbstoff Lutei, ein Carotinoid das in Vitamin A umgewandelt werden kann, wird in die Augen transportiert und stärkt die Sehkraft. Zudem überträgt der in der Brennnessel vorkommende Botenstoff Acetylcholin Nervensignale auf Muskeln und regt deren Beweglichkeit sowie den Gedankenfluss an.

Brennnessel Hausapotheke

(c) Marek R. Swadzba / shutterstock

5 Brennnesseln als Kinderstube für Schmetterlingsraupen

Auch Schmetterlingsraupen können den schmackhaften Gewächsen nicht widerstehen! Über 50 Schmetterlingsarten legen ihre Eier auf Brennnesseln. Wenn die gefräßigen Raupen schlüpfen, ist der Tisch reichlich mit den nahrhaften Blättern gedeckt. Raupen wie die des Landkärtchens, Tagpfauenauges, Admirals oder Kleinen Fuchses sind monophag veranlagt und leben ausschließlich von der Brennnessel. Ein Brennnessel-Horst sichert somit ihr Überleben. Den Brennnesseln gebührt deshalb ein Fixplatz im bunten Schmetterlingsgarten!

 

6 Brennnesselwurzel für die Prostata

In der Naturheilkunde lindern Tees und Tinkturen aus den fasrigen, gelben Wurzeln Prostataprobleme. Sie werden beispielsweise bei einer gutartigen Vergrößerung der Prostata eingesetzt. Vor allem im Stadium eins und zwei einer Prostatahyperplasie werden die Beschwerden nachweislich und ohne Nebenwirkungen gelindert. 

Brennnesseltee Hausapotheke

(c) Masha Semenova / shutterstock

7 Brennnessel Tee

In der traditionellen Medizin hilft die harntreibende Wunderpflanze gegen Blasen- sowie Nierenleiden. Gemeinsam mit viel Wasser (!) entwässert sie aufgrund ihrer hohen Konzentration an Mineralien, allen voran Kalium, und spült den Körper durch. Daneben beugt eine Tee-Kur gegen Nieren- und Blasensteine vor.

8 Gutes aus den Brennesselsamen

Die kleinen Nüsschen gelten als Superfood und erfreuen sich mehr und mehr an ihrer Beliebtheit. Im Spätsommer und Frühherbst kann man Samenstände ernten, rösten und im Smoothie oder als Topping im Salat bzw. Müsli genießen. Ihr hoher Anteil an Carotinoiden sowie essentiellen Fettsäuren wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus. Dazu kann man aus den Samen wertvolles Brennesselöl gewinnen.

Wusstest du, dass sich die Pflanze perfekt zur Fasergewinnung eignet? Vor dem Baumwoll-Boom war der Stoff aus der Brennnessel neben Leinen und Hanf ein gängiges Gewebe.

Wieselblower

9 Brennnessel-Jauche

So einfach geht biologisch Gärtnern: Die Brennnessel-Jauche liefert Gurken, Tomaten und Co. Stickstoff, Kalium und Mineralien ganz ohne giftige Chemie. Als erfreulichen Nebeneffekt werden Blattläuse das Weite suchen. Jedoch hält der Name „Jauche” was er verspricht: Der Bio-Dünger riecht beim Ansetzen widerlich. Die Jauche sollte deshalb fernab von empfindlichen Näschen gären. Wie sie entsteht? Ein Kilo klein geschnittene Brennnesseln werden mit 10 Liter Wasser zum Gären gebracht. Die Jauche ist ungefähr nach 10 Tagen fertig, wenn die Flüssigkeit nicht mehr stinkt und beim täglichen Umrühren keinen Schaum mehr bildet.

Credits: Alex Papis

10 Volles Haar voraus

Die gewonnene Tinktur aus der Brennnesselwurzel fördert den Haarwuchs und pflegt die Kopfhaut, da sie die Durchblutung des Haarbodens ankurbelt. Für die Tinktur 20 frische Brennnesselblätter klein schneiden und mit 250 ml 40-prozentigem Korn in ein Schraubglas geben. Dann 3 bis 4 Wochen ziehen lassen. Nach dem Abseihen in eine dunkle Tropfflasche abfüllen. Keine Zeit zum Selbermachen? Brennnessel Shampoos und Haarkuren gibt es bereits zum Kaufen, im Reformhaus oder bei BIPA beispielsweise.

Text: Stephanie Fischer
Foto-Redaktion: Alex Papis
Quelle: Karin Buchart, Miriam Wiegele. Die Naturapotheke. Servus-Verlag (2016),
www.ages.at

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