Auf rund 1.000 Quadratmetern gestalten die Jugendlichen des BORG Kindberg ein Naturjuwel, in dem Wildbienen summen, Schmetterlinge flattern und Vögel nisten. Der Fund einer seltenen Pflanze zeigt zudem: Diese Flächen sind nicht nur wertvoll, sondern auch schützenswert.

Und das Projekt ausARTEN will hoch hinaus: Mit Podcasts, Videos und Social-Media-Beiträgen teilen die Schüler:innen ihre Beobachtungen, erklären seltene Pflanzen und machen die Faszination des Artenreichtums sichtbar im Web.

Ihr Engagement für die Natur brachte dem Projekt den Changemaker #nature der BILLA Stiftung Blühendes Österreich ein.

Die Idee wurzelte im Klassenzimmer

„Wir haben im Unterricht viel über Artensterben gesprochen“, erzählt Lehrer Thomas Hausberger. „Irgendwann hatte ich das Gefühl: Es reicht nicht, nur über Probleme zu reden. Ich wollte den Schüler:innen nicht nur Probleme zeigen, sondern ihnen Werkzeuge geben, um selbst Lösungen zu entwickeln.“

Aus dieser Motivation entstand ein Projekt, das Bildung und Naturschutz verbindet. Gemeinsam mit Expert:innen der Universität Graz und Streuobstspezialist:innen aus der Region gestalten die Jugendlichen neue Lebensräume direkt am Schulgelände.

Streuobstbäume spenden so in Zukunft Schatten und Nahrung, Blühflächen bieten Blüten für Insekten, Hecken schaffen Verstecke für Vögel. Totholz bleibt liegen, als Lebensraum für Insekten und Pilze. Auf kleinem Raum entsteht ein Netzwerk von wertvollen Biotopen.

„Unser Projekt ausARTEN erfüllt mich mit großem Stolz. Es ist beeindruckend, wie aus einer kleinen Idee so ein großes Projekt entstehen konnte und wir uns schon als Schüler:innen selbst aktiv für den Artenschutz stark machen konnten.“ – Cheyenne Anibas (Absolventin des BORG Kindberg und Mitbegründerin von ausARTEN)

 

Lernen unter freiem Himmel

Geforscht wird draußen: Die Schüler:innen beobachten Pflanzen und Tiere, bestimmen Arten und dokumentieren ihre Ergebnisse. Workshops mit Fachleuten erweitern den Blick: Insekten- und Pflanzenbestimmung, wissenschaftliche Illustration oder nachhaltige Bewirtschaftung von Wiesen.

„Unser Biodiversitätsprojekt am BORG Kindberg ist durchaus eine tolle Möglichkeit für uns Schülerinnen und Schüler auch einmal etwas Abwechslung zu erleben. Sich mit den Themen auseinanderzusetzen und demzufolge die Podcast Folgen aufzunehmen, hat mir viel Spaß bereitet, da es, wie eben schon erwähnt, etwas ist, was man nicht jeden Tag so macht in der Schule!“ – Jonas Rattinger (Schüler)

Bei einer „Langen Nacht der Biodiversität“ entdeckte ein Botaniker der Universität Graz eine botanische Überraschung: einen Bestand des in vielen Teilen Österreichs gefährdeten Kleinen Filzkrauts direkt am Schulgelände. „Die Schüler waren völlig aus dem Häuschen“, erinnert sich Hausberger. Plötzlich wurde sichtbar, dass selbst unscheinbare Flächen wertvolle Lebensräume sein können.

„Das Biodiversitätsprojekt „ausArten” an meiner Schule hat meinen Blick auf die Vielfalt der Natur erweitert. Besonders der Workshop mit der Volksschule Kindberg im praktischen Teil meiner ABA zeigte mir, wie wichtig es ist, Wissen nicht nur zu lernen, sondern auch weiterzugeben. (...).“ - Jana Stadlhofer (Schülerin)

ausARTEN: Viele Kanäle zur artenreichen Natur

Die Zugänge zur Biodiversität sind vielfältig. Manche Schüler:innen erkunden die Wiese mit Bestimmungsbüchern und Apps, andere zeichnen Insekten in wissenschaftlichen Illustrationen oder erstellen digitale Wanderrouten mit Infos zu
besonderen Pflanzen. Wieder andere verwandeln ihre Beobachtungen in Podcasts oder Videos, die über Social Media geteilt werden. So verschmilzt das Projekt Naturschutz mit digitaler Kommunikation: Aus jungen Lernenden werden Vermittler:innen, die die Schönheit und Bedeutung einer reichen biologischen Vielfalt für alle sichtbar machen.

„Durch das ausARTEN-Projekt habe ich gemerkt, wie viel man selbst bewirken kann, wenn man sich für Biodiversität einsetzt. Ob bei der Arbeit auf der Streuobstwiese, beim Podcast oder bei Veranstaltungen wie bei der Langen Nacht der Biodiversität – wir konnten unsere Ideen wirklich umsetzen und andere Menschen dafür begeistern. Besonders die Präsentation und die Preisverleihung in Wien haben mir gezeigt, dass unser Engagement gesehen wird und neue Chancen entstehen können.“ – Sophie Holzer (Schülerin)

Kleine Lebensräume, große Wirkung

Gerade Streuobstwiesen zählen zu den artenreichsten Kulturlandschaften Europas. Ihre Mischung aus alten Obstbäumen, blütenreichen Wiesen und strukturreichen Rändern bietet Nahrung und Unterschlupf für unzählige Arten.

Wildbienen und Hummeln finden hier Nektar. Käfer und Wanzen leben im Totholz. Schmetterlinge wie Bläulinge oder Widderchen nutzen die Blüten der Magerwiesen. In Hecken nisten Vögel wie Amseln oder Haussperlinge. Fledermäuse jagen Insekten.

Auch seltene Arten profitieren von solchen Strukturen. In den Bächen der Region lebt etwa der empfindliche Steinkrebs – ein Indikator für saubere Gewässer und intakte Ökosysteme. Solche Vielfalt entsteht nicht zufällig. Sie braucht Raum – und Menschen, die ihn bewusst gestalten.

„ausARTEN hat mich für Biodiversität begeistert und meine Kompetenzen in vielen Bereichen gestärkt, etwa durch die Präsentation vor Publikum bei der Preisverleihung in Wien. Durch die intensive Beschäftigung in den Workshops nehme ich biologische Vielfalt bewusster wahr und habe mich entschieden, meine Matura-Arbeit über Apps zur Förderung der Biodiversität zu schreiben, um meine Begeisterung mit anderen zu teilen.“ – Sarah Aschacher (Schülerin)

 

Ein Projekt wächst und sprießt

Inzwischen ist ausARTEN weit über die Schulwiese hinausgewachsen. Für ihr Engagement im Artenschutz erhielt das Projekt-Team den zweiten Platz bei der “Silberdistel 2025”, der Biodiversitätspreis des Landes Steiermark. 

Ein besonderes Highlight ist die Maturaarbeit von Esmeralda Saywald-Wedl, die sich mit dem Wiederaufbau der Biodiversität am Beispiel der Wiesen in der Hochschwabregion beschäftigte. Ihre Arbeit knüpft direkt an das Changemaker-Projekt an und wurde von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet sowie vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) für besondere Leistungen honoriert.

In der Folge entstanden zwei weitere Maturaarbeiten, die das Projekt weitertragen:

  • Sarah Aschacher: „Biodiversität digital (v)ermitteln“ – die florale Vielfalt der Hochschwabregion mit Bestimmungsapps und digitalen Wanderrouten erkunden.
  • Jana Stadlhofer: „Leben in heimischen Gewässern“ – ein Workshop-Angebot für die 4. Klasse Volksschule am Beispiel von Fließgewässern in Kindberg.

ausARTEN zeigt: Was auf einer kleinen Schulwiese beginnt, kann wissenschaftliche Aufmerksamkeit, Auszeichnungen und breite Wirkung entfalten – und junge Menschen zu echten Vermittler:innen der Natur machen – direkt auf der Fläche und im World Wide Web. Als Modell, das Schule macht!
 

Mehr Infos 

Dieses Projekt wird durch den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft gefördert, die NextGenerationEU und von Blühendes Österreich - BILLA gemeinnützige Privatstiftung kofinanziert.

 

Image
Logoleiste

Meckerziege oder flotte Biene?

Flotte Biene! Dann bist du auf Österreichs größter Plattform für Naturerlebnisse genau richtig.

Jetzt registrieren

Verwandte Naturerlebnisse

Besucher:innenprogramm Erlebniszentrum Weidendom

Besucher:innenprogramm Erlebniszentrum Weidendom

5. Aug. |
Steiermark
Veranstalter: Nationalpark Gesäuse GmbH

Infohütte, Erlebniszentrum Weidendom

Unsere Führungen und Angebote stehen allen Menschen offen. Sollte für eine barrierefreie Teilnahme eine besondere Form der Unterstützung erforderlich sein, wird um frühzeitige Kontaktaufnahme gebeten.

Für Personen mit eingeschränkter Mobilität wird für diese Veranstaltung ein Rollstuhl mit Zuggerät (Swiss Trac) kostenlos zur Verfügung gestellt (Voranmeldung erforderlich).

Am Veranstaltungsort befindet sich ein rollstuhlgerechtes WC.

Kosten für Forschungsprogramme (11:00, 14:00 und 16:00 Uhr):

Erwachsene: € 7,00
Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre: € 5,00
Familienkarte (max. 4 Personen): € 12,00

Sondertermine sowie spezielle Programme für (Bus-)Gruppen und Schulen werden im Infobüro Admont organisiert. Unsere Gruppenangebote finden Sie hier.

Wir sind Partner der Steiermark-Card, Bonuspartner der Schladming-Dachstein Card und ZWEI UND MEHR Vorteilsbetrieb.

Forschungsprogramm 1: Die Reise in den Mikrokosmos "Wasser" 

Tauchen Sie in die spanndende Welt der Wasserlebewesen ein. Eine selbst genommene Wasserprobe kann beim Mikroskopieren "unter die Lupe" genommen werden. Dabei entdeckt man Kleinstlebewesen, die man in dieser Größe noch nie gesehen hat.

 Forschungsprogramm 2: Wildnis erforschen im Auwald

Gehen Sie auf die Suche nach Wildnis in der Aulandschaft um den Weidendom und erfahren, welche Bäume gerne nasse Füße haben und welche seltene Vogelart ganz in der Nähe brütet.

Forschungsprogramm3: Abenteuer Wilde Wiese 

Ein:e Nationalpark Ranger:in zeigt Ihnen wie Sie in einer wilden Wiese auf Entdeckungsreise gehen können und neben schillernden Käfern und Bienen auf Nektarsuche auch Russischen Bären oder eine rotflügelige Schnarrschrecke aufspüren.


Die Gruppe entscheidet, welches der drei Programme stattfindet.

Erwachsene, Jugendliche
Familien, Erwachsene mit Kindern
Kinder und Jugendliche

Findet diese Veranstaltung bei jedem Wetter statt?
Ja, denn wir finden, unser Nationalpark Gesäuse ist bei jedem Wetter ein Erlebnis!

Darf ich meinen vierbeinigen Freund mitbringen?
Die Mitnahme von Hunden ist nicht erlaubt.


 

  • Öffnungszeiten: (der Weidendom ist ganzjährig frei betretbar, betreutes Besucherprogramm zu folgenden Zeiten)

    01.05.2026 - 30.06.2026: Samstag, Sonntag, Feiertage, jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr
    01.07.2026 - 13.09.2026 : täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr
    14.09.2026 - 30.09.2026: Samstag, Sonntag, jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr

Die Forschungsprogramme finden während der Öffnungszeiten immer um 11:00 Uhr, 14:00 Uhr und 16:00 Uhr statt.

Sondertermine außerhalb der Öffnungszeiten, sowie spezielle Programme für Gruppen, Busgruppen und Schulen werden im Informationsbüro in Admont organisiert, Tel. +43(0)3613/21160-20, info@nationalpark-gesaeuse.at

Unter fachkundiger Anleitung tauchen kleine und große Besucher:innen in die wilde Seite des Nationalparks ein.

Drei unterschiedliche Programme ermöglichen Besucher:innen einen spannenden Einblick in die Tier- und Pflanzenwelt des Nationalparks zu bekommen: „Die Reise in den Mikrokosmos Wasser“, „Abenteuer Wilde Wiese“ oder „Wildnis erforschen im Auwald“.

Keine Anmeldung erforderlich

Die Parkplätze im Nationalpark Gesäuse sind kostenpflichtig (Tagesticket € 7,00). Nähere Informationen zu den Parkplätzen sind hier zu finden. Allgemeine Informationen zur Anreise in den Nationalpark Gesäuse stehen hier zur Verfügung.

Anfahrt: Das Erlebniszentrum liegt an der Bundesstraße B146 direkt an der Abzweigung nach Johnsbach, gleich gegenüber vom Gasthof zur Bachbrücke.

Für Navi-Nutzer: Der Weidendom hat keine eigene Adresse. Am besten ist die Eingabe der Adresse des Gasthofes zur Bachbrücke: Krumau 97, 8911 Admont.

Für die Anreise zu unseren Veranstaltungen empfehlen wir öffentliche Verkehrsmittel. Alternativ kann im Sommerhalbjahr das Gesäuse Sammeltaxi (+43 3613 21000 99) genutzt werden.

Österreichische Bundesbahn: www.oebb.at
BusBahnBim - Auskunft: www.busbahnbim.at

Haltestelle:

  • Gesäuse Bachbrücke/Weidendom (RegioBus 912)
  • Johnsbach im Nationalpark Bahnhof (ÖBB)
Besucher:innenprogramm Erlebniszentrum Weidendom
Der Fährte folgen
Kanutour am Neusiedler See

Kanutour am Neusiedler See

5. Aug. |
Burgenland
Veranstalter: Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel
Diese besondere Kanufahrt führt dich tief hinein in die geheimnisvollen Kanäle und versteckten Wasserflächen des Schilfgürtels. Die hohen Schilfhalme umgeben dich wie eine grüne Wand und lassen dich die Stille und das einzigartige Flair dieses Lebensraumes intensiv spüren. Die Schilfbewohner sind scheu und haben ein ausgezeichnetes Gehör - es gehört somit eine große Portion Glück dazu, Bartmeisen, Rohrsänger oder flinke Jungfische und Wasserfrösche zu entdecken. Trotzdem ist diese Tour ein echtes Highlight und lässt dich den Lebensraum Schilfgürtel mit eigener Muskelkraft hautnah erleben – ein Abenteuer, das noch lange in Erinnerung bleibt. Treffpunkt der Tour ist beim Nationalparkzentrum. Von hier aus wird nach einer kurzen Einführung zur Kanuanlegestelle gewechselt (eigener PKW nicht zwingend erforderlich). Bei starkem Regen, Gewitter und/oder starkem Wind ist eine Kanufahrt aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Die Entscheidung treffen die Ranger:innen vor Ort. Alternativ findet dann eine Exkursion zu Fuß statt. Bitte beachte, dass der Nationalpark keine Haftung für Schaden oder Verlust von persönlichen Gegenständen übernimmt. Mindestalter 6 Jahre. Ausrüstung: Festes Schuhwerk, lange Hose, dem Wetter angepasste Kleidung (Sonnen-, Regen- und/oder Windschutz), Trinkflasche, Insektenschutz Anmeldung bis spätestens 16 Uhr des Vortages. Die Ranger:innen entscheiden vor Ort, ob eine Kanutour wetterbedingt durchgeführt werden kann. Bei Schlechtwetter/zu niedrigem Wasserstand erwartet dich ein spannendes Ersatzprogramm zu Fuß.
Kanutour am Neusiedler See
Der Fährte folgen