Lanius – ehrenamtlicher Einsatz für die Natur

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Der Naturschutzverein Lanius engagiert sich im Zentralraum Niederösterreich seit über 25 Jahren für die Umwelt. Ehrenamtlich. Neben Lobbying stehen vor allem Arbeitseinsätze zur Lebensraumerhaltung im Fokus.

„Völtendorf beschäftigt uns gerade sehr“, sagt Hannes Seehofer von der niederösterreichischen, regionalen Umweltorganisation und Forschungsgemeinschaft Lanius. Es geht um den einstigen Garnisonsübungsplatz bei St. Pölten – 200 Hektar Land, das verkauft wurde und dessen Widmung und künftige Nutzung seit ein paar Jahren unklar ist. Landwirtschaftliche Nutzungsfläche? Fläche für die Schnellstraße? Naherholungsort für die St. Pöltner?

c www.extremfotos.com / Markus Haslinger

Naturschutz für zentrales Niederösterreich

Völtendorf ist ein aktuelles Thema, das den Naturschutzverein Lanius beschäftigt. Aber bei weitem nicht das einzige. Der regionale Naturschutzverein Lanius, der 1990 gegründet wird, agiert in den Bezirken Krems, Melk, St. Pölten und Amstetten und betreibt praktischen Naturschutz, vor allem in der Wachau, wo die seltene Smaragdeidechse beheimatet ist und die Steinfeder wächst. Hatte Lanius zuerst einen vogelkundlichen Schwerpunkt, ist man heute breiter aufgestellt. Seehofer, selbst als Biologe in der Wachau tätig, ist von Anbeginn dabei: „Zuerst standen Kartierungsprojekte im Fokus, etwa zu Raubwürgern. Die Aufgaben haben sich aber geändert: Jetzt pflegen wir Naturschutzgebiete, veranstalten Exkursionen und Vereinsabende, geben eine Zeitung heraus, führen Forschungsprojekte durch und laden zu Arbeitseinsätzen.“

Interview: Gerald Pfiffinger (c) Michèle Pauty Interview: Gerald Pfiffinger Mehr erfahren Rund 250 Mitglieder arbeiten derzeit ehrenamtlich bei Lanius mit. Sie kommen aus der Region, sind Fachexperten oder schlicht naturinteressierte Laien. Auch BirdLife-Geschäftsführer Gerald Pfiffinger saß bereits im Lanius-Vorstand. „Er ist uns nach wie vor sehr verbunden und wir kooperieren immer wieder mit BirdLife“, sagt Seehofer. Mit der Stiftung Blühendes Österreich will man künftig zum Schutz von Offenlandflächen in der Wachau – Tocken- und Halbtrockenrasen – ebenfalls zusammenarbeiten.

Pflegen und erhalten

Insgesamt betreut Lanius 40 Hektar Land im Zentralraum Niederösterreich. Ein Buchenwald am Buchberg in Krems, Flächen entlang der Pielach in Melk, ein Hangwald bei Winklarn in Amstetten. Das größte Areal liegt an der Pielach: rund 20 Hektar reine Naturschutzfläche. Gerade dort ist diesen Juni wieder ein Arbeitseinsatz geplant. Unter der Steinwand lädt Lanius – bereits gemeinsam mit der Stiftung Blühendes Österreich – zum Biotopeinsatz. „Die Fläche ist seit zwei Jahren in unserer Obhut. Unter der Steinwand waren wohl einst Weinterrassen – mitten im Wald. Mehrere seltene Orchideenarten wachsen hier“, erklärt Seehofer. Mit dem Arbeitseinsatz will Lanius der Natur – unter der Steinwand findet man etwa Steppenanemonen und Kuhschellen – ihren Raum zurückgeben. „Wir mähen, rechen zusammen und bringen das Mähgut in den Wald. Leider sind in ganz Niederösterreich die Betriebe, die Mähgut brauchen können, zurückgegangen.“

Bleibt das Mähgut vom Arbeitseinsatz auch landwirschaftlich ungenutzt, ist Seehofer dennoch der Ansicht, dass Naturflächen nicht auf ihren wirtschaftlichen Wert reduziert werden sollen. „Man muss nicht immer alles krampfhaft nutzen“, sagt er und verweist abermals auf Völtendorf. Auf dem Gelände des einstigen Garnisonsübungsplatzes leben unter anderem Wachtelkönige, Blaukehlchen, Urzeitkrebse, Kammmolche und Gelbbauchunken. „Wir machen kontinuierlich Erhebungen, betreiben Lobbyarbeit und hoffen, dass Völtendorf bei der Stadt bleibt.“

Weitere Informationen zur Forschungsgemeinschaft Lanius finden Sie hier.

Autorin: Maria Schoiswohl

c Lanius

Freiwilligentag in der Wachau

Am 25. Juni laden Lanius und die Stiftung Blühendes Österreich zum Arbeitseinsatz unter der Steinwand der Pielach. Die Steinterrassen werden gemäht und entbuscht, das Mähgut zum Kompostieren in den Wald gebracht. Das nötige Werkzeug stellt Lanius zur Verfügung.

  • Treffpunkt:
    8:00 Uhr – Westbahnhof Wien, Haupteingang (Kosten: Shuttlebus hin/retour: 5 Euro) oder
    8:30 Uhr – Parkplatz bei der Pielachmündung, Melk, Niederösterreich
  • Kurzer Marsch zu den Wiesenterrassen
  • Ab 9:00 Uhr – Mäheinsatz mit Motorsensen und Rechen
  • Pause und Jause (inklusive) je nach Bedarf
  • Ende: ca. 15 Uhr

Anmeldung:

Teilnahme ab 18 Jahren. Jugendliche können in Begleitung der Eltern teilnehmen. Anmeldung bis Mittwoch 22. Juni mit Angabe, ob Shuttle benötigt wird, oder nicht, bei Manuela Achitz unter m.achitz@bluehendesoesterreich.at oder unter +43 676 711 7450. Bei starkem Regen findet die Veranstaltung nicht statt.

Wichtig:

Dieser Tag ist ein Freiwilligen-Arbeitseinsatz mit dem Ziel zusammen etwas für Natur und Naturschutz zu tun. Im Mittelpunkt steht nicht ein leistungsorientierter Arbeitstag, sondern ein erfolgreiches Miteinander. Spezifische Arbeitskenntnisse werden nicht vorausgesetzt – jeder kann helfen und anpacken und die Arbeitsgeräte werden vor Ort zur Verfügung gestellt.

Ausrüstungsliste:

  • Wander-/Bergschuhe
  • Sonnenbrille, Sonnencreme
  • Sonnenschutz, Kapperl, Tuch etc.
  • Wechselkleidung, frisches Leiberl, Pullover etc.
  • Regenjacke
  • Taschenmesser
  • Wenn vorhanden: kleines Erste Hilfe-Packerl
  • Gute Laune und Lust auf Natur

 

Das Team von Blühendes Österreich und der Naturschutzverein Lanius freuen sich auf einen gemeinsamen, erfolgreichen und artenreichen Tag!

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