Wer Futterpflanzen und Nektarpflanzen geschickt kombiniert, kann in einer stark an menschlichen Bedürfnissen orientierten Welt einen entscheidenden Unterschied für unsere farbenfrohen Freunde machen.
Kräuter eignen sich perfekt für die Bepflanzung eines Schmetterlingsbeetes ebenso wie für den Topf am Balkon. Während wir damit köstliche Speisen und erfrischende Getränke zaubern, können auch Schmetterlinge etwas von der Blütenpracht naschen. So profitieren von Echtem Dost/Oregano (Origanum vulgare), Echtem Thymian (Thymus vulgaris) und Sandthymian/Quendel (Thymus serpyllum), Pfefferminze (Mentha x piperita), Majoran (Origanum majorana), Echtem Salbei (Salvia officinalis) und Wiesensalbei (Salvia pratensis) sowohl Schmetterling als auch Mensch. Top Star in diesem Kräuterrepertoire ist der Oregano, der mehr als 19 Raupenarten Nahrung und über 56 Schmetterlingen Nektar bietet. Der Echte Thymian verköstigt mehr als 15 Raupen- und mehr als 14 Schmetterlingsarten. Dazu zählen zum Beispiel das Tagpfauenauge, der Zitronenfalter oder der Kleine Feuerfalter. Bei diesem schmackhaften Menü kommen auch die Raupen nicht zu kurz.
Die große Brennnessel (Urtica dioica) ist bei Raupen und Schmetterlingen gerne gesehen. Bei den Menschen löst sie eher Unmut aus. Dabei kann Brennnessel zum Beispiel in Form von selbstgemachter Jauche hervorragend als Pflanzendünger verwendet werden. Auch in der Küche findet sie Anwendung und überzeugt als gesundes Super-Food. Selbst wer nicht so brennnesselaffin ist, kann getrost ein paar Exemplare im wilden Eck stehen lassen. Besonders daran erfreuen werden sich der Admiral, der Kleine Fuchs, das Tagpfauenauge und der Distelfalter, für welche die Brennnessel eine unentbehrliche Raupenfutterpflanze ist.
Wer Freude an bunten Blüten findet kann seine Leidenschaft hier mit dem Wunsch etwas Gutes zu tun, kombinieren. Zahlreiche Stauden bieten mit ihrer kräftigen Farbenpracht zugleich ein Paradies für Schmetterlinge.
Färberkamille (Anthemis tinctoria), Gewöhnlicher Hornklee (Lotus corniculatus) und Gänsefingerkraut (Potentilla anserina) bringen mit ihren gelben Blüten Freude.
Die Blüten der Kartäusernelke (Cianthus carthusianorum), der Roten Lichtnelke (Silene dioica) und des Blutweiderichs (Lythrum salicaria) überzeugen mit ihrem leuchtenden Pink.
Blutweiderich © Roland zh, Robenhauser Riet 2010-07-01 14-16-28, CC BY-SA 3.0
Auch der gewöhnliche Wasserdost (Eupatorium cannabinum) und die Wilde Malve (Malva sylvestris) haben rosa Blüten, jedoch in etwas gedeckterem Ton.
Wer gerne violette Blüten hat, pflanzt Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea), Wiesenwitwenblumen (Knautia arvensis), Taubenskabiosen (Scabiosa columbaria) oder Rundblättrige Glockenblumen (Campanula rotundifolia).
Für Blautöne sorgen Wolldistel (Cirsium eriophorum) oder Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare).
Wer auch für Nachtfalter Blumen im Garten pflanzen möchte, kann sich in diesem „Natur im Garten“ Blog schlau machen: blog.naturimgarten.at/beitrag/duftiges-fuer-nachtschwaermer.html
Damit die Pflanzen auch den Erwartungen als Blickfang und Nahrungsquelle gerecht werden können ist es wichtig, dass Pflanze und Standort zusammenpassen. Für die Bepflanzung sind vor allem heimische und regionale Wildpflanzen sinnvoll, denn diese sind am besten an die Standortbedingungen rund um dein Zuhause angepasst und sorgen so für ein langfristiges und vielseitiges Nahrungsangebot. Es lohnt sich also, sich vor dem Kauf mit den Ansprüchen der Pflanze und den Gegebenheiten im Garten oder Balkon zu beschäftigen. So können passende Exemplare für den gewünschten Standort gewählt werden und die Schmetterlinge und wir haben lange Freude an den Pflanzen.
Unsere „Natur im Garten“ Partnerbetriebe bieten ein umfangreiches Sortiment und unterstützen gerne mit fachkompetenter Beratung bei der Pflanzenwahl für deinen Balkon und Garten: www.naturimgarten.at/partnerbetriebe
Übrigens eignet sich der Herbst perfekt, um ein Schmetterlingsbeet anzulegen! So kann man sich bereits im kommenden Jahr an der wachsenden Farbpracht und den bunten Blütenbesuchern erfreuen.