Unsere Lebensmittel sind kostbar. Laut Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt- und Wasserwirtschaft landen pro Jahr 157.000 Tonnen genusstaugliche Lebensmittel im Restmüll. Das sind 19 Kilogramm pro Person oder 300 Euro pro Haushalt. Das muss nicht sein.

Ungefähr ein Viertel der weggeworfenen Lebensmittel sind Brot, Back- und Süßwaren, ein weiteres Viertel entfällt auf Gemüse und Obst. Eier, Milchprodukte, Fleisch, Fisch und Wurst machen zusammen noch einmal fast 25 Prozent aus. Das ist nicht nur ein moralisches Problem, sondern auch eine Verschwendung von wichtigen Ressourcen. Daniela Illich hat zehn Tipps zusammengestellt, um Lebensmittelabfälle zu vermeiden oder zu reduzieren und unnötige Ressourcenverschwendung zu verhindern.

1Den Vorrat checken

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Frau steht vor offenem Kühlschrank (c)

Checken Sie vor dem Einkauf Ihre Vorräte und schreiben Sie sich eine genaue Liste mit den Lebensmitteln, die Sie brauchen. Kaufen Sie für die gesamte Woche ein, planen Sie die bereits im Kühl- und Vorratsschrank vorhandenen Lebensmittel in Ihre Kalkulation mit ein. Gehen Sie auf keinen Fall hungrig in den Supermarkt, dadurch vermeiden Sie den spontanen Griff zur Toastpackung oder zum Kilo Erdäpfel. Überlegen Sie auch bei Sonderangeboten zweimal, ob Sie diese wirklich benötigen. Das erscheint Ihnen möglicherweise im Moment wünschenswert, vergammelt aber später meist im Kühlschrank. Wenn Sie nach dem Einkauf Lebensmittel für das Abendessen vergessen haben und diese noch schnell besorgen, nehmen Sie solche, deren Mindesthaltbarkeitsdatum in Kürze abläuft.

2Von der Norm abweichen

Kaufen Sie Obst und Gemüse, das von der gängigen „Norm“ abweicht. Eine zweibeinige Karotte ist zwar krumm und vielleicht nicht attraktiv – sie schmeckt aber wie ihre makellosen Geschwister – und ist obendrein meist auch günstiger. Mit dem Kauf von „Wunderlingen“ weichen Sie die herkömmlichen Schönheitskriterien im Lebensmittelbereich auf und senken die hohen Vermarktungsnormen des Einzelhandels. In der Folge müssen weniger, nicht den „Idealen“ entsprechende Lebensmittel weggeschmissen werden. Werden Sie durchaus auch aktiv: Informieren Sie Ihren Supermarkt, dass es in Ordnung ist, wenn nicht den ganzen Tag große Mengen an Gemüse, Obst und Brot zur Verfügung stehen.

3Unkonventionell denken

In der konventionellen Landwirtschaft werden große Mengen an Kunstdünger verwendet. Laut Global 2000 sind Bioprodukte oder Produkte aus nachhaltiger, konventioneller Landwirtschaft, etwa ausgezeichnet mit dem PRO PLANET-Label, nachweislich weniger mit Pestiziden belastet als konventionelle. Diese Lebensmittel sind damit nicht nur gesünder, sondern schonen auch Ressourcen wie Boden, Wasser und Klima. Die artgerechte Haltung der Tiere und die Erhaltung der Artenvielfalt sind weitere Säulen der Bio- und PRO PLANET-Landwirtschaft.

4Weniger Fleisch essen

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Tierische Produkte und Fleisch sind wegen des Futtermittelverbrauches und der Ausscheidungen der Tiere äußerst ressourcenintensivere Lebensmittel. Sie machen etwa ein Viertel der weltweiten Treibhausgasemissionen aus. Denken Sie beim Kauf von Fleischwaren deshalb besonders gründlich nach. Ein Stück weggeworfenes Fleisch belastet nämlich die Umwelt weit mehr als andere Lebensmittel.

5Feucht halten

Waschen Sie frisches Obst und Gemüse nicht, bevor Sie es einlagern. Die natürliche Schutzschicht speichert die Feuchtigkeit im Inneren der Frucht und hindert Keime daran, einzudringen. Entfernen Sie beim Wurzelgemüse das Grün, dann entziehen die Blätter der Knolle und der Wurzel keine Feuchtigkeit. Und – verwenden Sie feuchte Tücher für Ihre Lebensmittel, so bleibt alles länger frisch.

6Richtig einlagern

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Exoten wie Bananen oder Zitrusfrüchte gehören nicht in den Kühlschrank. Sie sind kälteempfindlich und verlieren dort ihr Aroma. Vielmehr lieben sie Zimmertemperaturen und wollen nicht gestapelt werden, das fördert die Schimmelpilzbildung. Zwiebeln, Tomaten, Kartoffeln oder Knoblauch kommen auch nicht in den Kühlschrank, ebenso wenig wie Brot – es würde schnell austrocknen. Für eine optimale Lagerung achten Sie immer auf die Lager- und Temperaturhinweise Ihrer verpackten Lebensmittel.

7Den Kühlschrank einräumen

Verstauen Sie Wurst, Fleisch, Fisch, Eier sowie Obst, Gemüse und Salat gleich nach dem Einkauf in der Null-Grad-Zone oder in den untersten Fächern (1 bis 3 Grad) Ihres Kühlschranks. Das sind die kältesten Orte im Schrank und die Luftfeuchtigkeit ist dort besonders hoch. Die Lebensmittel bleiben hier doppelt so lange saftig und knackig, Vitamine und Nährstoffe länger erhalten. Je mehr Sie einlagern, desto höher wird die Feuchtigkeit im Kühlschrank – idealerweise liegt sie für Gemüse, Obst und Salat zwischen 90 und 95 Prozent, bei Fleisch, Eier und Fisch bei etwa 50 Prozent. Frische Lebensmittel, die länger aufbewahrt werden können, wie Getränke und Butter, kommen im Kühlschrank nach hinten. Schneller verderbliche Produkte, wie Eier und einige Obstsorten, nach vorn. Milchprodukte gehören auf die mittlere Kühlschrankebene.

8Rechtzeitig einfrieren

Wenn Sie merken, Sie können bestimmte Lebensmittel nicht verarbeiten, geben Sie diese rechtzeitig in die Gefrierzone Ihres Kühlschranks. Dort beträgt die Temperatur bis zu minus 32 Grad, die Lebensmittel können langfristig gelagert werden. Beschriften Sie das Gefriergut mit Datum und Inhalt, damit es nicht ewig liegenbleibt, sondern zeitgerecht verwendet wird. Um Eisbildung im Gefrierfach zu vermeiden und eine optimale Lagerung zu gewährleisten, halten Sie die Luftfeuchtigkeit so gering wie möglich.

9Reste aufbewahren

Packen Sie übriggebliebene Speisen nach dem Essen in Dosen und bewahren Sie diese im Kühlschrank oder im Gefrierfach auf. Noch besser: Geben Sie die Reste Ihrer liebsten Nachbarin, die freut sich bestimmt über Ihre Köstlichkeiten. Oder essen Sie sie am nächsten Tag zum Mittagessen im Büro. Sollte trotzdem etwas übrigbleiben, stellen Sie bunte Gerichte zusammen und zaubern Sie mit den Resten neue kreative Speisen.

10Haltbarkeit beachten

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Wie der Name verrät, sagt das Mindesthaltbarkeitsdatum aus, wie lange sich ein Produkt mindestens hält. Prüfen Sie deshalb nach Ablauf dieses Datums die Produkte auf ihre Genießbarkeit und verlassen Sie sich auf Ihre Sinne: Wie sieht das Joghurt aus, wie riecht und schmeckt es? Meist sind die Produkte noch einige Zeit nach dem Ablaufdatum genießbar. Dasselbe gilt natürlich auch für die übrig gebliebenen Reste im Kühlschrank. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein empfohlenes Wegwerfdatum, sondern so etwas wie die Garantie des Herstellers. Bei einem Elektrogerät kämen wir auch nicht auf die Idee, es zu entsorgen, nur weil die Garantie abgelaufen ist.

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