Drei Jahre lang forschten Wissenschaftler im Auftrag der Österreichischen Bundesforste im Tiroler Brandenbergtal zu Schmetterlingen. Ergebnis: Über 800 Falter bevölkern die Wälder, darunter einige Erstentdeckungen.

824 Schmetterlingsarten leben in den Wäldern des Tiroler Brandenbertgals. So lautet das Resultat der dreijährigen Studie der Schmetterlingsforscher Kurt Lechner, Alois Ortner und Peter Huemer. Der Augsburger Bär flattert ebenso in der Region wie die Spanische Fahne oder der Gelbe Hermelin. "Die Studie belegt, dass naturnah bewirtschaftete Wälder höchst wertvolle Lebensräume zur Förderung der heimischen Artenvielfalt bilden", sagt Rudolf Freidhager, Vorstand der Österreichischen Bundesforste, die Auftraggeber der Studie waren und die Wälder rund um Brandenberg bewirtschaften.

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Artenvielfalt bei Pflanze und Falter

Die Wälder des Brandenbergtals sind sehr artenreich: Rotbuchen, Fichten, Weiß-Tannen, Berg-Ahorne, Eschen, Berg-Ulmen und Weiden wachsen dort. Den Schmetterlingen gefällt es – sie bevölkern Waldränder, Lichtungen und den Schluchtwald entlang der Tiefenbachklamm, den Unteren und Oberen Kaiserboden sowie die Kiefernwälder an der Weißachmündung.

Als "sensationell" bezeichnen die Forscher den Fund des Grasminierfalters, der im Brandenbergtal erstmals außerhalb Finnlands in Mitteleuropa nachgewiesen wurde. Der Trauerspanner, eine Nachtfalterart, wurde in der Region wieder entdeckt und mehrere Schmetterlingsarten wurden vom Forscherteam erstmals in Tirol beobachtet.

Rotwein lockt Tiere an

Für die Studie forschten die Wissenschaftler drei Jahre lang im Brandenbergtal. Tag und Nacht dokumintierten sie abertausende Schmetterlinge. Während die Tiere untertags visuell bzw. durch den Fang mit dem Schmetterlingsnetz bestimmt wurden, lockten die Forscher nachtaktive Tiere mit einer Mischung aus Rotwein und Zucker. Bei schwer zu bestimmenden Arten wurden die Falter zusätzlich unter dem Mikroskop untersucht. Insgesamt ist jede vierte der im Brandenbergtal dokumentierten Arten bereits in Österreich äußerst selten oder gefährdet.

Autorin: Maria Schoiswohl

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