Mitte Juli leuchtet die Wachau in Niederösterreich in sattem Orange. Es ist Zeit die reifen Marillen zu ernten. Original Wachauer Marillen dürfen sich nur ganz bestimmte Früchte nennen.

„Was die Wachauer Marille auszeichnet? Das ist ganz einfach: Sie ist markant im Geschmack, saftig und vorzüglich in der Verarbeitung. Marmelade, Chutney oder ein Marillenbrand aus Wachauer Marillen sind eine Klasse für sich“, sagt Franz Reisinger. Er ist Obmann des Vereins Wachauer Marille, der 220 Marillenanbauern unter einem Dach vereint. Von Mitte Juli bis Anfang August holen sie die Früchte von den Bäumen und verkaufen sie ab Hof. Heuer ist Erntebeginn am 15. Juli. „Die Menschen kommen von weit her, um zehn Kilo Marillen zu ergattern. Das spricht schon für sich."

Ursprung in China

Erstmalig wird die Marille im Donaugebiet 1509 offiziell erwähnt. In einem Brief taucht der Name „Maryln“ auf, das Schriftstück liegt heute im Starhembergischen Archiv in Eferding bei Linz. Die Wachau als Anbaugebiet wird 1679 erstmalig genannt. Der Lesmeister des Hochstiftes St. Peter in Salzburg berichtet über Bäume, die damals in Oberarnsdorf in den Weingärten des Petersstiftes standen – und nennt dabei neben "Nuß und Pfersich" auch die "Mariln".

Ihren Ursprung hat die Marille aber nicht in der Wachau. Sie stammt aus China, wo man sie schon zwischen 3.000 bis 2.000 vor Christus verzehrte. Sie fand ihren Weg in den Westen schließlich über Chinesisch-Turkestan. Nach Österreich dürfte die Marille über den Donauweg gelangt sein.

"Die Marille ist eine Diva." Franz Reisinger

Frost birgt Gefahr

Marillen aus der Wachau gibt es heute viele. Sie finden ideale Klimabedingungen, die Bauern sorgen für die optimale Pflege und auch der leicht sandige Boden ist ein guter Boden für die Marillenbäume. Dennoch sind auch die Marillen, wie jegliche Frucht, diversen Naturgefahren ausgesetzt. Der heurige Frost im April etwa hat manchen Bauern die gesamte Ernte gekostet. „Ich habe wohl einen Ausfall von über 95 Prozent“, sagt Reisinger, der auf 2.000 Ar Marillen anbaut. Zuviel Regen während der Erntezeit kann weitere Früchte kosten. „Wenn die Marillen aufplatzen, wäscht das Wasser das gesamte Aroma weg.“ In einem normalen Jahr tragen Reisingers Bäume bis zu 70 Tonnen Marillen. In einem Jahr wie diesem stützt er sich auf seine weiteren Standbeine: Äpfel, Birnen, Säfte. „Damit sollten wir heuer über die Runden kommen.“

Image

Das Original

Die Originale Wachauer Marille ist seit 1996 durch eine EU-Regulierung geschützt. Drei Faktoren zeichnen diese Marille aus: die Sorte – Klosterneuburger Marille –, das Anbaugebiet – ein definiertes Gebiet in der Wachau und einiger angrenzender Gemeinden –, und die Zertifizierung durch das Gütesiegel. Der Verein der Wachauer Marillenbauern hat sich mit dem EU-Beitritt Österreichs zusammengeschlossen und pflegt seitdem dieses lokale, fruchtige Kulturgut. Heimische Konkurrenz zur Wachauer Marille gibt es aus dem Burgenland und aus dem Weinviertel. Auch in der Steiermark wächst eine Initiative für die Marille. "Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt. Der Marillenanbau ist nicht leicht", sagt Reisinger. "Die Marille ist eine Diva."

Autorin: Maria Schoiswohl

Verwandte Lexikon Artikel

Rotkehlchen

Rotkehlchen

Vögel
Das Rotkehlchen zählt zu den bekanntesten, heimischen Singvögeln.
Rotkehlchen
Dohle

Dohle

Vögel
Die Dohle lebt im Durchschnitt 2-3 Jahre, doch kann in manchen Fällen sogar über 10 Jahre alt werden.
Dohle
die brennnessel 2019

Große Brennnessel

Blumen & Gräser
Das Jucken auf unserer Haut, verursacht durch ihre mit langen Brennhaaren besetzte Nesselblätter, kennen wir nur zu gut. Aber kaum eine Pflanze ist so vielseitig verwendbar wie die Große Brennnessel.
Große Brennnessel

Verwandte Naturerlebnisse

Rotwildfütterung im Bodinggraben

Rotwildfütterung im Bodinggraben

23. Jan. Ab 14:00 |
Oberösterreich
Icon Pin_brown

Bodinggraben 2
Molln 4591
Österreich

Molln, 4591

Veranstalter: Nationalpark Kalkalpen

Im Nationalpark Kalkalpen haben Sie die einzigartige Gelegenheit, freilebende Hirsche, Muttertiere und Kälber bei der Winter-Fütterung aus nächster Nähe zu erleben. In der komfortablen Wildbeobachtungs-Plattform erzählt der Ranger von der Lebensweise des Rotwildes. Zum gemütlichen Abschluss lädt die Jausenstation Jagahäusl zur Einkehr. Ausrüstung: Festes Schuhwerk, warme Winterbekleidung, Taschenlampe, falls vorhanden ein Fernglas.
Trotz Räumdienst ist mit winterlichen Fahrverhältnissen im Bodinggraben zu rechnen. Bei schlechter Witterung ist Schnee- und Eisglätte am Fußweg zur Fütterung möglich!
Beitrag für Familien Euro 25,- (Kinder im Familienverband frei)
VORANMELDUNG erforderlich! Onlinebuchung ist unter dem "Weblink zur Veranstaltung" möglich.

Rotwildfütterung im Bodinggraben Der Fährte folgen
13 WanderungAbsamMax

Geführte Wanderung Absam: Die Jagd zur Zeit Maximilian I. - Weidmanns Heil!

24. Jan. Ab 08:00 |
Tirol
Icon Pin_brown

Absam 6067
Österreich

Absam, 6067

Veranstalter: Tourismusverband Region Hall-Wattens

Besonders an dieser Wanderung ist die atemberaubendeBergkulisse des größten Naturparks Österreichs, des Karwendelgebirges. Erfahren Sie viel Wissenswertes zu Flora
und Fauna im Allgemeinen und der Jagd im späten Mittelalter
bzw. der Neuzeit im Speziellen. Das Kaiser-Max-Gedenkjahr steht
ganz im Zeichen Maximilian I. und seiner Bedeutung für Jagd und
Fischerei. Mit etwas Glück lassen sich auf dem wildromantischen Steig Gämsen, Steinböcke und Steinadler beobachten. Ein unvergessliches Erlebnis, Natur pur! Für Gäste kostenlos!
Dauer: ca. 5 Stunden
Treffpunkt: Parkplatz Halltal, Absam
Normaltarif: EUR 10,– pro Person
Mindestteilnehmerzahl: 2 Personen
Anmeldung: bis Donnerstag 18.00 Uhr im Tourismusbüro Hall
Bergschuhe, wetterfeste Kleidung und Proviant (Getränke!)
unbedingt erforderlich!

Geführte Wanderung Absam: Die Jagd zur Zeit Maximilian I. - Weidmanns Heil! Der Fährte folgen
Rotwildfütterung im Bodinggraben

Rotwildfütterung im Bodinggraben

24. Jan. Ab 14:00 |
Oberösterreich
Icon Pin_brown

Bodinggraben 2
Molln 4591
Österreich

Molln, 4591

Veranstalter: Nationalpark Kalkalpen

Im Nationalpark Kalkalpen haben Sie die einzigartige Gelegenheit, freilebende Hirsche, Muttertiere und Kälber bei der Winter-Fütterung aus nächster Nähe zu erleben. In der komfortablen Wildbeobachtungs-Plattform erzählt der Ranger von der Lebensweise des Rotwildes. Zum gemütlichen Abschluss lädt die Jausenstation Jagahäusl zur Einkehr. Ausrüstung: Festes Schuhwerk, warme Winterbekleidung, Taschenlampe, falls vorhanden ein Fernglas.
Trotz Räumdienst ist mit winterlichen Fahrverhältnissen im Bodinggraben zu rechnen. Bei schlechter Witterung ist Schnee- und Eisglätte am Fußweg zur Fütterung möglich!
Beitrag für Familien Euro 25,- (Kinder im Familienverband frei)
VORANMELDUNG erforderlich! Onlinebuchung ist unter dem "Weblink zur Veranstaltung" möglich.

Rotwildfütterung im Bodinggraben Der Fährte folgen