Eine Streuobstwiese ist ein Schlaraffenland. Sie bietet einen wertvollen Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten und schenkt uns Menschen das Beste, das Mutter Natur zu bieten hat: süße und herbe Früchte – frisch oder verarbeitet, nussige Leckereien und goldfarbenen Honig. Doch die Bewirtschaftung geht nicht selten "ins Kreuz" und "ins Geld". Bis jetzt.

 

Erfahre in diesem Interview mit Jungunternehmer David Brunmayr von der Obstraupe, weshalb er seine paradiesische Kindheit einer Streuobstwiese verdankt, warum mit der Innovation das Geld nun auf der Streuobstwiese liegt und Rückenschmerzen beim Obstklauben der Vergangenheit angehören werden.

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Streuobstwiesen sind in ihrer Existenz bedroht und eher ein Randthema in der Gesellschaft. Wie ist deine Verbindung und Geschichte zu dieser einzigartigen Kulturlandschaft?

Wir drei Gründer haben alle eine Leidenschaft für Streuobstwiesen, für den Landschaftsobstbau. Mich persönlich haben Streuobstwiesen bereits in meiner Kindheit geprägt, wo ich noch nicht wusste, was das ist. Für mich waren das die großen Obstbäume zum Spielen, Klettern, Baumhaus bauen – die Bäume mit den besten und gefährlichsten Schaukeln. Blütenmeere im Frühling, im Sommer naschen im Kirschbaum, von oben bis unten angepatzt. Im Herbst war die Zeit für Süßmost, da haben wir mitgeholfen oder zumindest den frischen Saft direkt von der Presse gezapft. Wenn ich mir diese Kindheitserinnerungen ohne diese Obstbäume vorstelle, ist das ein tristes Bild. Das Schöne bei der Streuobstwiese ist die Prägung durch den Menschen. Da ist eine Kulturlandschaft entstanden, die reiche Ernte liefert und im engen Einklang mit der Natur steht, voller Schönheit und Vielfalt. Streuobstwiesen sind nicht nur mit dem Menschen entstanden sondern auch in ihrem Fortbestand von uns abhängig. Wenn ich einen Bauerngarten nicht mehr bewirtschafte, verschwindet er. Das ist auch bei den Streuobstwiesen so, selbst wenn es länger dauert.

Wie ist die Idee zur Obstraupe entstanden?

Auf den Streuobstwiesen fällt eine enorme Menge an Obst an, das gefragt ist für die Verarbeitung zu Säften, Most, Cider und anderen Produkten. Das dramatische ist - obwohl so viele Produzenten Streuobst brauchen, bleiben ca. 2/3 liegen, weil die händische Ernte so mühsam und zeitaufwändig ist. Effiziente Erntetechnik ist kaum verbreitet: Geräte am Markt spießen die Früchte beim Aufsammeln auf und das Obst büßt dadurch an Qualität ein, andere motorbetriebene Obstsammelgeräte sind wiederum teuer und zu behäbig für die abwechslungsreichen Strukturen der Streuobstwiesen. Deshalb war zu Beginn die Idee, hier ein preiswertes, effizientes Gerät zu entwickeln, das Obst schonend aufsammelt. Streuobstbewirtschafter sollen mit einer rückenschonenden und effizienten Erntetechnik bei ihrer wertvollen Arbeit unterstützt werden, damit sich das Aufsammeln von Streuobst wieder auszahlt.

"Streuobstbewirtschafter sollen mit einer rückenschonenden und effizienten Erntetechnik bei ihrer wertvollen Arbeit unterstützt werden, damit sich das Aufsammeln von Streuobst wieder auszahlt."

Nach eurem Motto "Das Geld liegt auf der Streuobstwiese": Welchen Nutzen schafft der innovative Erntehelfer und für wen wurde er speziell konzipiert?

Wir wollten ein Gerät entwickeln, das an die Ernte von Streuobst angepasst ist. Das war eine große Herausforderung, weil da braucht es höchste Flexibilität. Das Gerät muss leicht, robust und geländegängig sein, mit unterschiedlichen Obstgrößen, Graslängen und Bodenuntergründen zurechtkommen. Es soll effizient sein, das Obst schonend aufsammeln, und technisch möglichst einfach, damit der Preis stimmt. Ähnlich wie bei Obstsammelgeräten, die das Fünffache kosten, werden die Früchte vom Boden mit Gummielementen schonend in eine Kiste gesammelt. Der Sammelmechanismus wird bei der Obstraupe von einem handelsüblichen Akkuschrauber angetrieben, da kann ein vorhandenes geeignetes Gerät verwendet oder ein Akkuschrauberset im Paket mit der Obstraupe erworben werden. Weil das Obst bei jeder Erntetechnik nachsortiert werden muss – fauliges Obst kommt nicht in die Obstpresse – verzichten wir bewusst auf einen Mechanismus, der den „Beifang“ (Laub, Gras etc.) bereits im Gerät aufwändig entfernen würde. Das wird auf einem Sortiertisch mit der Nachsortierung des Obstes durchgeführt. Dadurch dass wir uns auf das Wesentliche konzentrieren, Obst schonend und effizient in eine Kiste zu sammeln, können wir ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis anbieten.

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Wie ergänzt sich das Trio hinter dem Unternehmen Obstraupe?

Lukas Griesbacher und ich kennen uns von unserem Studium auf der BOKU. Wir sind beide keine Techniker, haben aus purem Idealismus gestartet und uns naiv auf den Weg gemacht, bis wir an unsere Grenzen stießen. Dann haben wir unser Technikgenie im Gründerteam, Franz Praher, kennengelernt. Ein mehrfacher Schlosser und innovativer technischer Entwickler. Franz schafft auch das Unmögliche, und ihm ist es zu verdanken, dass aus der Idee ein serienreifer, patentierter Prototyp entstanden ist. Franz leitet die Technik und Produktion, er bringt wertvolle Erfahrungen mit, auch aus dem kaufmännischen Bereich. Lukas kümmert sich um die operative Organisation und unterstützt Franz bei der Produktion. Ich hab den obstbaulichen Hintergrund und mache hauptsächlich die Bereiche Strategie, Marketing und Kommunikation.

Was hat sich seit eurem TV-Auftritt bei der Startup-Show 2Minuten2Millionen getan?

Das Interesse nach dem TV-Auftritt war natürlich spürbar und das Feedback durch die Bank positiv. Die Zugriffe auf die Homepage haben sich seitdem verzehnfacht, ein paar Medienberichte gab es und außerdem sind gleich nach der Ausstrahlung einige Bestellungen reingekommen und es kam zu interessanten Gesprächen bezüglich Kooperationen. Aber wir haben zum Glück noch genügend Zeit, uns um das Startup und unsere Kunden zu kümmern. Es gibt viel zu tun, bei der heurigen Obsternte sollen bereits viele Obstraupen zum Einsatz kommen.

Blühendes Österreich verlost das Erntewunder im Obstgarten bei der Suche nach der schönsten Streuobstwiese Österreichs.

Wie empfindest du die Situation für Streuobstwiesen in Österreich? Gibt es Grund zur Sorge oder Grund zur Hoffnung?

Dass bereits 85 % der Streuobstbestände in den letzten 60 Jahren in Österreich gerodet wurden, dass die Streuobst-Förderung nach hinten losgeht, weil die Anträge für Landschaftselemente so aufwändig sind und Landwirte die Bäume lieber roden, dass ein Drittel der Bestände überaltert ist und vermutlich in den nächsten zehn Jahren absterben wird sind Gründe zur Sorge. Dass ich mich als Konsument im Supermarktregal nicht für Streuobst entscheiden kann, weil Streuobstprodukte nicht im Regal oder nicht gekennzeichnet sind, ist ein Problem. Dass sich zahlreiche Initiativen für Streuobstwiesen einsetzen, Bäume nachgepflanzt werden, Obstbaumschnittkurse ausgebucht sind und die Nachfrage nach Streuobst und Streuobst-Produkten steigt, sind Gründe zur Hoffnung. Ich denke, wenn etwas droht zu verschwinden, wird einem bewusst, was dieser Verlust bedeuten würde. Eine Renaissance der Streuobstkultur schaffen wir nur gemeinsam. Wir möchten mit der Obstraupe unseren Teil dazu beitragen, weil die Profitabilität bei der Nutzung von Streuobst ein zentraler Hebel für die Erhaltung von Streuobstwiesen ist. Diese sind nicht aus Naturschutzgründen oder wegen Förderungen entstanden. Die Streuobstbewirtschaftung muss sich auszahlen, sonst sehe ich schwarz.

"Dass ich mich als Konsument im Supermarktregal nicht für Streuobst entscheiden kann, weil Streuobstprodukte nicht im Regal oder nicht gekennzeichnet sind, ist ein Problem."

Seht ihr euch auch mit eurem Unternehmen als eine Art Anwaltschaft für den extensiven Obstbau?

Wir setzen uns mit unserem Unternehmen im Rahmen unserer Möglichkeiten für den extensiven Obstbau ein. Wir bringen mit der Obstraupe, unserem ersten Produkt, ein Obstsammelgerät auf den Markt, das für Streuobst entwickelt wurde. Wir wollen, dass das Obstklauben Spaß macht, dass unsere Kunden weniger Kreuzweh haben und mehr verdienen. Wir stehen in engem Austausch mit Streuobstbewirtschaftern und vielen Initiativen rund um Streuobst.

"Wir wollen, dass das Obstklauben Spaß macht, dass unsere Kunden weniger Kreuzweh haben und mehr verdienen."

Wo befindet sich deiner Meinung nach die schönste Streuobstwiese Österreichs?

Schön ist eine Streuobstwiese, wenn sie einen Einklang zwischen Kultur und Natur widerspiegelt. Den Mensch als Gestalter der Natur, in Balance zwischen Pflege und Natürlichkeit. Ein schöner Obstgarten hat etwas Paradiesisches, Schöpferisches. Für mich persönlich ist die schönste Streuobstwiese bei meinen Eltern in Schleißheim in Oberösterreich. Dorthin habe ich die stärkste Verbindung, ich kenne die Bäume und liebe den Platz. www.obstraupe.at

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Streuobstwiese


Unser Obst is koa´ Sünd!
Gesucht: Österreichs schönste Streuobstwiese!

Blühendes Österreich sucht gemeinsam mit der ARGE Streuobst von 23. April bis 8. Juli 2018 die schönste Streuobstwiese der Alpenrepublik!

Die schönsten drei Streuobstwiesen und Hausgärten aus allen Bundesländern werden prämiert. Die erstgereihten 100 Einreichungen bekommen 100 regionaltypische Obstbäume geschenkt. Der Bundessieger aus der Kategorie Streuobstwiese erhält die Erntewundermaschine „Obstraupe“, der Hausgartengewinner eine Haus-/Hydropresse. Alle 54 Preisträger bekommen eine Plakette als Auszeichnung.

 

 

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Dieses actionreiche "Detektivabenteuer"€ entführt in die spannende Welt von "Günter Grünspechts"€ Streuobstwiesen. Auf spielerische Weise wird dabei Wissenswertes über die Besonderheiten und die Schutzwürdigkeit des wichtigsten Lebensraumes im Naturpark Obst-Hügel-Land€ vermittelt, denn mit mehr als 5.000 verschiedenen Tier- und Pflanzenarten die hier eine Heimat finden können, zählen Streuobstwiesen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas.

Vor allem das reiche Nahrungsangebot (Blüten, Blätter, Gräser, Kräuter oder Früchte) lockt die verschiedensten Tiere wie Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten in die Streuobstwiese. Das üppige Vorkommen von Kleinlebewesen ist Lebensgrundlage für viele Vogelarten wie Grünspecht, Star und Wendehals. Auch Hermelin, Igel, Feldhase und andere Säugetiere sind hier zu Hause. Die Baumhöhlen alter Obstbäume sind Brutplatz für Steinkauz und Gartenrotschwanz - wenn sie nicht schon von z.B. Hornissen besetzt sind.

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