Jedes Jahr werden in einem der österreichischen Nationalparks Bartgeier freigelassen. Lea und Fortuna helfen mit, ihre Art im Alpenraum wieder zu etablieren.

Ein Bartgeier müsste man sein. So wie Lea und Fortuna. Die haben ihren eigenen Logenplatz und bekommen das Essen serviert. Der Friseur schaut bei ihnen vorbei. Und das alles deshalb, weil die Bartgeier in den Alpen wieder heimisch werden sollen.

Wir sind doch keine "Lämmergeier"!

Denn eigentlich sind die Aasfresser im Alpenraum seit 1910 ausgestorben. Völlig zu Unrecht hat man ihnen vorgeworfen, Lämmer, Gämsen und sogar kleine Kinder zu erbeuten – und sie gejagt. Dabei fressen sie tatsächlich nur das, was ihre Genossen nicht mehr verwerten. 90 Prozent ihrer Nahrung sind Knochen. Seit etwa drei Jahrzehnten bemühen sich deshalb Tierschützer und Nationalparkbetreiber die mächtigen Brutvögel (ihre Flügelspannweite kann bis zu 2,9 Metern betragen) in ihrer ehemaligen Heimat wiederanzusiedeln. Mit gutem Erfolg.

Lea und Fortuna kreisen im Nationalpark Hohe Tauern

Mit ihrer Ansiedelung sind die Lea und Fortuna quasi emigriert, einer aus dem tschechischen Ostrau, der andere aus dem Marchfeld. Obwohl ihre Namen weiblich klingen, sind die beiden Bartgeier Männer. Damit gleichen sie den Überschuss an weiblichen Tieren in den Ostalpen aus. Etwa ein Monat bleiben die Jungtiere nach ihrer Freilassung in einer geschützten Felsnische. Ihr persönlicher Betreuer bringt regelmäßig Futter vorbei - unsichtbar, damit sich die Vögel nicht an diesen Komfort gewöhnen. Mit vier Monaten werden sie flügge und verlassen den Horst. Ihre sorgfältig vom Bartgeier-Friseur nach Plan gebleichten Federn sind dann aus großer Distanz gut zu erkennen. Nach der ersten Mauser, mit zwei bis drei Jahren, verschwindet diese Markierung.

Geschulte Beobachter erkennen ihre Schützlinge trotzdem. Ein genetischer Fingerabdruck durch Blutabnahme bei der Freilassung kann auch später gefundene Federn dem richtigen Bartgeier zuordnen. Über 200 Jungtiere sind im Alpenraum bereits ausgeflogen, jedes Jahr kommen neue dazu. Es gibt bereits Indizien in Form von erfolgreichen Brutversuchen, die für eine sich etablierende Population sprechen. Solange diese nicht stabil ist, werden im Sinne des aktiven Artenschutzes auch nächstes Jahr wieder Bartgeier-Jungtiere freigelassen.

Autorin: Daniela Illich

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