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Renaturierung Inn
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Die blaue Seele von Tirol hat graue Zeiten hinter sich: Verbauungen, Begradigungen oder künstliche Aufstaubecken zwängten das einstige Naturjuwel in ein Korsett aus Beton. Unter Wasser sieht es nicht anders aus: gähnende Leere. Die Tage, an denen unzählige Fisch- und Vogelarten den Lebensraum bewohnten, scheinen gezählt. Noch. Denn ein ambitioniertes Projekt von WWF und Blühendes Österreich u.a. hat Großes vor:

 

Hatting: Wo der Inn seine Arme wieder ausstrecken darf

Ab Februar können der Inn und seine schuppigen Bewohner wieder aufatmen. In der Gemeinde Hatting, etwa zehn Kilometer westlich von Innsbruck, werden zwei harte Querschwellen entfernt und zwei Seitenbäche wieder mit dem Inn verbunden. Der Eiablage und natürlichen Vermehrung der Fische steht in diesem Flussabschnitt nichts mehr im Wege.

Elisabeth Sötz vom WWF Österreich freut sich über das große Vorhaben: „Mit der Öffnung werden die Seitenbäche wieder vom Wasser durchströmt und die Qualität der Lebensräume für die Fisch- und Vogelwelt verbessert sich.“

Blühendes Österreich ist heuer erstmals mit an Bord der Inn-Renaturierung und beteiligt sich mit 100.000 Euro. Der Geschäftsführer Roland Würflinger ist beeindruckt von der „inn”igen Kooperation:

„Die Wiederanbindung der Seitenbäche am Inn erfordert die Zusammenarbeit von Gemeinden, Land, Bund, WWF und Fischereiverband. Diese sektorübergreifende Allianz, die die Kooperation der.inn bündelt, ist ein Erfolgsmodell. Wir wollen diese Arbeit stärken. Blühendes Österreich sieht seine Unterstützung als einen ersten bedeutenden Schritt zu weiteren Verbesserungsmaßnahmen für die blaue Seele Tirols.”
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renaturierung Inn

Fischers Fritz sucht seine Fische

Kein Raum zum Laichen. Kein Schutz vor Hochwasser: Die flussaufwärts gelegenen Kraftwerke und ihre künstlichen Schwallwellen spülen die Fischeier und Larven weg. Vor Hochwasser sind auch die Fische nicht sicher.

So leben nur noch 3 Arten – Forelle, Äsche und Koppe – von den insgesamt 30 Tiroler Fischarten im Inn. Zacharias Schähle vom Tiroler Fischereiverband zählt auf die Renaturierungsmaßnahmen und gibt sich hinsichtlich einer reicheren Biodiversität im Inn zuversichtlich: „Durch die Rückbaumaßnahmen wird eine natürliche Flussdynamik gefördert, von der unsere Fischfauna profitieren wird“.

 

 

 

 

Hier gehts zum Interview von Luis Töchterle, Präsident des Fischereiverband Innsbruck über wilde Flüsse, früher und heute.

Dem Hochwasser den Stoppel ziehen

Erst das Jahrhunderthochwasser von 2005 schuf ein Bewusstsein, dass ein Fluss ohne Seitenarme und Auen ein zu großes Risiko für die Bevölkerung birgt.

Dank der Wiederanbindung und der Lebensraumverbesserungen des Inn profitiert der Mensch von der Renaturierung. So soll zum Ersten das Stauwehr des Hattinger Bachs in der Gaisau abgetragen und die Verlandungszone vor Ort erweitert werden. Das Wasser hat somit mehr Platz zum Abfließen. Die Hochwassergefahr wird minimiert. Zum Zweiten kann das Naherholungsgebiet dank der Maßnahme wieder aufblühen und lockt nicht nur die Vögel, Fische und Schmetterlinge zum Verweilen ein – auch der Mensch kann die Vielfalt bald wieder erleben!

Zusätzlich wird dort, wo der Giessenbach in den Inn mündet, das Bachbett gesenkt und der Giessenbach bekommt auf 360 Metern Länge einen annähernd natürlichen Boden. Fische vom Inn sind dann eingeladen, einzuwandern und ihre Eier hier abzulegen.  

„Vieles konnte in den vergangenen zehn Jahren bereits für den Inn erreicht werden“, resümiert Elisabeth Sötz vom WWF. Doch etliches bleibe noch zu tun. „Die bewährten, sowie die neuen Partner sind eingeladen, die Zusammenarbeit engagiert fortzusetzen“, so Sötz abschließend. „Wir warten noch auf die Zustimmung der Tiroler Landesregierung, die erfolgreiche Kooperation ‚der.inn‘ bis 2021, und vielleicht darüber hinaus, fortzusetzen.“

Die Revitalisierungsmaßnahmen werden im Rahmen des seit 2008 bestehenden Kooperationsprojekts „der.inn – lebendig und sicher“ von WWF, Tiroler Landesregierung und BMNT durchgeführt. Zahlreiche Partner – darunter die Anrainergemeinden, der Tiroler Fischereiverband, die Landwirtschaftskammer, die Baubezirksämter sowie die Landesumweltanwaltschaft und seit 2018 die gemeinnützige Privatstiftung der REWE International AG „Blühendes Österreich“ –, sind eingebunden. Blühendes Österreich ist mit 100.000 € finanzieller Unterstützung wichtiger Beitragsleister des Projekts.

Den Inn mit all seinen Sinnen erleben

Folgende Veranstaltungen bringen dich dem Tiroler Fluss mehr als nah:

Winter-Wanderung durch unsser Naturschutzgebiet Ebbs

Stimmungsvolle Winter-Wanderung zur Thierberg-Kapelle

 

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