Vor 200 Jahren war der Steinbock in Österreich verschwunden. Heute leben wieder über 4.000 Exemplare in unseren Alpen.

Weshalb unsere Steinböcke eigentlich Schweizer sind und was es in der Steinbockwelt bedeutet, wenn es etwas setzt", erfährst du hier:

1Warum der Steinbock ausgerottet wurde

Die intensive Bejagung führte dazu, dass es Anfang des 19. Jahrhunderts in Österreich keinen einzigen Steinbock mehr gab. Denn dem König der Alpen wurden Wunderkräfte zugeschrieben.

Ganz besonders seinem „Herzkreuzerl“ – eine kreuzförmige Verknöcherung im Herz der Tiere, der eine potenzsteigernde Wirkung nachgesagt wurde. Aber auch das Fell, das Blut, das gemahlene Horn und sogar die Exkremente der Steinböcke wurden als Heilmittel vermarktet.

Als schmackhaft galt zudem das Fleisch. So stellte man fest, dass die letzte Mahlzeit des Ötzi getrockneter Steinbock mit Farn war.

2Wie der Steinbock doch gerettet wurde

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Nur im italienischen Gran-Paradiso-Gebiet hatte eine Gruppe von 100 Stück Steinwild überlebt. König Viktor Emanuel II. stellte die Tiere schließlich ab 1821 unter Schutz und machte dazu frühere Wilderer zu deren Wildhüter.

Als Erste fragten die Schweizer um ein paar alpine Wildziegen an. Weil der italienische König aber keine Steinböcke abgeben wollte, stahlen sie ein paar Kitze und brachten diese über die Grenze. Aus der Schweiz stammen auch die in Österreich heute heimischen Steinböcke. Diese wurden aber – ganz legal – gekauft und ab dem Jahre 1924 bei uns ausgesetzt.

3Wo du Steinböcke erleben kannst

An mehr als 100 Stellen in den Alpen leben heute rund 40.000 Tiere. Zwei Drittel davon leben in

  • Italien
  • Schweiz
  • Frankreich
  • Deutschland
  • Slowenien
  • Österreich

In den österreichischen Alpen wird die Population auf 4.500 Stück geschätzt. Steinböcke in freier Wildbahn beobachten kannst du in Kärnten, Salzburg, Tirol sowie in Vorarlberg, wo sie bevorzugt zwischen 2.000 und 3.500 Metern Höhe unterwegs sind.

4Wer heute sein größter Feind ist

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Zwar darf der Steinbock mittlerweile wieder gejagt werden – natürlich nur außerhalb von Nationalparks, aber grundsätzlich ist er in Österreich eine geschützte Tierart. Der Mensch wird ihm also nicht gefährlich.

„Der größte Feind des Steinwildes ist ,General Winter‘, weiß Markus Lackner, Ranger im Nationalpark Hohe Tauern: „Die Hälfte der jungen Kitze überlebt einen milden Winter nicht, in einem harten Winter können es 70 bis 80 Prozent sein.“ Damit sorgt die Natur selbst dafür, dass der Bestand nicht zu groß wird.

5Mit wem der Steinbock verwandt ist

Kaum zu glauben, aber unsere Hausziege ist eine Verwandte des Königs der Berge. Streng wissenschaftlich gehören beide zur Familie der Hornträger (Bovidae), die wiederum zu den Paarhufern gezählt werden. So wie Antilopen, Schafe aber auch Rinder.

Für den Steinbock typisch ist sein „gedrungener“ Körperbau. Sein Fell, die „Decke“, ist braungrau bis rötlichgrau. Böcke werden bis zu 100 kg schwer, Geißen bis zu 50 kg.

 

6Warum Steinböcke Kletterkönige sind

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Dank ihrer besonderen Hufe finden Steinböcke selbst in steilsten Felswänden noch Halt. Die verhornten Ränder sorgen für absolute Trittsicherheit, die weicheren Innenballen verhindern ein Abrutschen. Außerdem kann der Steinbock seine beiden Zehen unabhängig voneinander bewegen und sich so jeder kleinsten Unebenheit perfekt anpassen.

Steinböcke sind aber auch ausdauernde Wanderer. So weiß man von einem Bock, der im Nationalpark Hohe Tauern mit einem Sender ausgestattet wurde, dass sein „Aktionsradius“ 140 Quadratkilometer groß ist.

7Wovon Steinböcke sich ernähren

Der Steinbock ist ein genügsamer „Äser“. Bevorzugt ernährt sich der Wiederkäuer von dem, was in den Höhen, in denen er sich bewegt, noch wächst: Kräuter, Gräser und Sträucher.

Bäume, sofern überhaupt vorhanden, knabbert der Alpenkönig nur bei sehr viel Schnee an. Das wissen die Waldbesitzer in den Bergen zu schätzen. Denn der Steinbock richtet keine Verbissschäden an.

8Wann Steinböcke kämpfen

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Die Paarungszeit (Brunft) der Steinböcke ist von November bis Jänner. Da die Tiere aber in der kalten Jahreszeit ihre Kräfte schonen müssen, wird die Rangordnung schon im Sommer ausgemacht.

Dabei geht es ordentlich zu Sache. Die Böcke richten sich auf und stoßen ihre Hörner mit lautem Krachen aneinander. Und das bis zu 100 Mal!

Bei diesem ritualisierten Kampf gelten strenge Regeln, die verhindern, dass ein Artgenosse getötet wird. Anders als bei Gämsen sind die Kämpfe der Steinböcke nicht lebensgefährlich.

9Wie groß die Hörner werden

Bei den Böcken werden die Hörner bis zu einem Meter lang. Auch die Steingeißen tragen Horn. Das ist weniger gebogen und wird bis zu 35 Zentimeter lang. Die Oberfläche ist bei den weiblichen Tieren fast glatt, während das Horn der Böcke bisweilen stark ausgeprägte Wülste aufweist.

Das Alter eines Steinbocks kann anhand der Zuwachsringe festgestellt werden. Denn, anders als Hirsche oder Rehe, werfen Steinböcke ihren Kopfschmuck nicht ab. Das Horn wächst pro Jahr zwischen zwei und bis sechs Zentimeter.

10Warum Böcke sich strecken und Geißen „setzen“

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Die Brunft ist auch die einzige Zeit, in der Böcke und Geißen gemeinsame Rudel bilden. Den Rest des Jahres herrscht strenge Geschlechtertrennung.

In der Brunft aber will der Bock der Geiß gefallen. Dazu legt er seine Hörner auf den Rücken und streckt sich, als wollte er unter einem Schranken durchgehen. Außerdem klappt er seine Oberlippe hoch und „flippert“ mit der Zunge (die man beim Steinbock „Lecker“ nennt).

Nach der Brunft dauert es rund 24 Wochen bis die Geiß im Juni ein, selten sind es zwei, Kitz bekommt. Das nennt man „Setzen“. Richtig sagst du also: Die Geiß setzt im Juni.

Autor: Friedrich Ruhm

Du willst Steinböcke in freier Wildbahn erleben?

Im Nationalpark Hohe Tauern kannst du Steinböcke aus nächster Nähe beobachten. Ein echtes Highlight sind die Schneeschuhwanderungen in Begleitung eines Wildhüters. Dieses „Schneeschuh-Trekking zu den Steinböcken“ findet jeden Dienstag, von Mitte Dezember bis Anfang April statt.

Die mittelschwere Schneeschuhwanderung dauert ca. 4 Stunden und ist auch für Kinder ab 10 Jahren geeignet. Mitbringen sollte man festes Schuhwerk und warme, wetterfeste Kleidung. Außerdem wird ein Rucksack mit warmen Getränken und einer Jause empfohlen. Hunde sind an der Leine erlaubt.

 

 

 

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Kräuterwanderung in Heiligenblut

Kräuterwanderung Heiligenblut

8. Febr. |
Kärnten
Veranstalter: Nationalpark Hohe Tauern

„Gegen jedes Wehwehchen ist ein Kraut gewachsen“, lautet eine alte Volksweisheit. Welches genau lernen die Teilnehmer/-innen im Rahmen einer geführten Kräuterwanderung im Bereich „Kräuterwand“ in Heiligenblut. Die Kräuterwand ist ein sehr trockener, südost-ausgerichteter Steilhang oberhalb der Möllschlucht. An diesem Standort kommen viele Pflanzen vor, die sonst nur auf felsigen Rasen sowie in den Felsspalten wachsen.

Kurzbeschreibung der Tour:
Ausgehend vom Haus der Steinböcke geht man über die alte Glocknerstraße bis zur Himmelschleife. Von dort über den Haritzersteig zur Kräuterwand und weiter über die Sattelalpe zur Briccius-Kapelle, welche man nach 1 ½ Stunden erreicht. Der Weg führt durch eine gut erhaltene, ursprüngliche Kulturlandschaft, mit steilen, blumenreichen Bergmähdern. Im Frühsommer bieten die mit Steinen durchsetzten Viehweiden und Lärchenwiesen mit ihrer Blütenpracht einen zauberhaften Anblick.  Die legendenumwobene Briccius-Kapelle soll sich an einem Ort der Kraft befinden. Der dortigen Quelle wird dem Volksglauben nach eine Heilende Wirkung bei Augenleiden zugesprochen.  Auf dem Weg befindet sich auch die Briccius Sennerei Sattelalm (1.606m) die zu einer Rast einlädt.

Besonderheit:
Die Kräuterwand (ca. 1.600m) ist ein durch einen Steig zugänglicher Steilhang. Sonnige Felsbänder wechseln mit schattigen, von Wasser überrieselten Stellen und schaffen ein Mosaik von Kleinlebensräumen. Die Vielfalt der Gesteine, die sonnenexponierte Lage sowie die aufgelockerte Waldstruktur bilden die Grundlage für einen großen Artenreichtum an Pflanzen (Besonderheit Fiederblättriges Veilchen).

wichtige Informationen:
Empfohlen wird stabiles Schuhwerk, warme und wetterfeste Kleidung, Sonnenschutz sowie ein Rucksack mit Getränk und Jause. Eine gute körperliche Verfassung ist Voraussetzung! Bei schlechten Witterungsbedingungen behält sich die Nationalparkverwaltung vor, Exkursionen aus Sicherheitsgründen abzusagen. Die Teilnahme an den Programmen erfolgt auf eigene Gefahr. Der Veranstalter übernimmt keine Haftung! Hunde an der Leine erlaubt.

Unterwegs Möglichkeit einer Einkehr bei der Briccius Sennerei Sattelalm.

Alter: Für Kinder ab 6  Jahren geeignet.

Charakter: leichte Wanderung im alpinen Gelände, Dauer 6 Stunden (davon 3 Stunden Gehzeit)

Kosten: Erwachsene € 20,00  Kinder € 13,00, gratis mit Nationalpark Kärnten Card

Anmeldung: bis spätestens 16.00 Uhr am Vortag

Kräuterwanderung Heiligenblut
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