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Er ist ein Kletterkünstler und ein Krachmacher – im Frühling balzt er im Gewässer, im Herbst krächzt er im Baum. Der Laubfrosch. Der Verlust von Tümpeln und Weihern gefährdet sein Überleben in Österreich.

Der grasgrüne Laubfrosch ist ein possierliches Tierchen, das so mancher im Frühling zum Kuckuck wünscht: Da bläht der Frosch an lauen Abenden ab Sonnenuntergang bis Mitternacht zwischen April und Mai seine Backen zur Balz, um dem Weibchen zu imponieren. In windstillen Nächten tönt sein Bemühen in einem Umkreis von bis zu zwei Kilometern. Das würde man dem kleinen Kerl gar nicht zutrauen, wird er doch nur bis zu fünf Zentimeter groß und bis zu sieben Gramm schwer. Die Weibchen wiegen, je nach Jahreszeit, bis zu neun Gramm.

Grundsätzlich geht’s bei dem ganzen Lärm natürlich um die Fortpflanzung. Die Laubfroschdamen legen im Frühjahr bis über 1000 Eier in so genannten Laichballen ab – und dann entwickeln sich die Tiere über Larven zu Kaulquappen und kraxeln schließlich ab Juli als Frösche an Land. Dort siedeln sie sich gerne an extensiv bewirtschafteten Feucht- und Nasswiesen an, in Auwäldern, Gehölzstreifen oder Schilfgegenden. Sie fressen sich die Bäuche mit Insekten voll, die sie mit der Zunge fangen, und sitzen zum Sonnenbad gern an Hauswänden, Holzstämmen oder Schilfstängel.

Im Herbst hocken die grünen Hüpfer auch gerne in Baumkronen, etwa auf Pappeln, wo sie – im Gegensatz zur Frühjahrsbalz – mit einem krächzenden Herbstquaken auf sich aufmerksam machen. Kommt man ihnen jedoch zu nahe, werden sie ganz still – es könnte sich beim Betrachter ja um einen Fressfeind, wie den Graureiher oder Weißstorch handeln. Und wird's dann im Winter kalt, zieht sich der Frosch in Erdhöhlen, Laubhaufen oder Lücken von Laubbaum-Wurzeln bzw. Bodenspalten zurück. Dann ist's ein Zeiterl ruhig um den Frosch.

Vor allem im Nationalpark Donau-Auen trifft man noch auf tausende Laubfrösche. Dort finden sie genügend Lebensraum – der Rückgang von sonnigen Tümpeln und Weihern mit vielen Wasserpflanzen, von Bäumen und Sträuchern an Gewässerrändern – oft durch künstliche Begradigungen oder Trockenlegungen – macht ihnen nämlich im ganzen Land zu schaffen.

Autorin: Maria Schoiswohl

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