Beim Osterluzeifalter kommen Experten ins Schwärmen. Das Insekt gilt als besonders schönes Exemplar unter den Faltern. In Österreich kommt der gefährdete Schmetterling im Osten vor.

Ein schwarzes Wellenmuster auf hellgelbem Untergrund. Punkte, Flecken oder Linien in Rot, Orange oder manchmal in Blau. Schmetterlingsexperten schätzen den Osterluzeifalter vor allem für seine auffällige und exquisite Zeichnung. Da ist es doppelt schade, dass der gefährdete Falter nur äußerst lokal und selten vorkommt.

In Österreich flattert der Osterluzeifalter – je nach Temperatur und Wetterlage – zwischen März und Ende Juni in Wien, Niederösterreich, Burgenland und in der Steiermark. Entlang der Donau oder der March, im Südlichen Kamptal oder im Weinviertel, in der Lobau, am nördlichen Neusiedlersee oder an der steirischen Grenze zu Slowenien. Kundige und geduldige Beobachter sichten das Tier auf Auwiesen oder in lichten Auwäldern, an sonnenbeschienenen Hängen mit Gebüsch, an Bachläufen oder Straßenrändern und ganz selten in aufgelassenen Weingärten. Der Schmetterling gilt in Niederösterreich und Wien als stark gefährdet, ist laut EU-Richtlinie streng geschützt und in ganz Österreich vom Aussterben bedroht.

Ohne Osterluzei kein Osterluzeifalter

Der gesamte Lebenszyklus des Osterluzeifalters ist eng mit der Osterluzei verbunden. Die Gewöhnliche oder Aufrechte Osterluzei ist somit ein sicherer Anzeiger für ein Faltervorkommen. Die erwachsenen Schmetterlinge legen ihre Eier ausschließlich auf der Blattunterseite der Osterluzei ab, Puppen überwintern auf der Futterpflanze und die Raupen fressen grundsätzlich nichts anderes als die Osterluzei. Der für den Menschen giftige Inhaltsstoff – die Aristolochiasäure – macht ihnen dabei gar nichts aus.

Ortstreue Tiere

Der Osterluzeifalter kommt übrigens in ganz Süd-, Südosteuropa vor. Man findet ihn sogar im nordwestlichen Kasachstan. So weit muss man aber für eine Sichtung nicht reisen. Wer den Schmetterling in Österreich entdeckt hat, hat das nächste Jahr voraussichtlich wieder Glück, ihm in der gleichen Gegend zu begegnen: Die Flattermänner und -frauen sind äußerst ortstreu.

Autorin: Maria Schoiswohl

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