Wildtiere leben nicht nur tief im Wald. Sie wohnen über unseren Köpfen im Dachboden, jagen im Lichtkegel der Straßenlaterne und sind auf Blumenwiesen, morsches Holz und Lehmpfützen angewiesen. Genau diese Vielfalt vor der Haustür rückt das neue Stickeralbum „Tierisch spannend" in den Mittelpunkt: Auf 70 Seiten und mit 180 Stickern geht es quer durch das Tierreich, von Haustieren über das Leben am Bauernhof bis zu den Bewohner:innen von Wiese und Wald.
Eichhörnchen im Laub © Norbert 1975, Sciurus vulgaris, eating, CC BY 3.0
Blühendes Österreich hat an der inhaltlichen Gestaltung mitgewirkt und bringt sein Wissen zu Wildtieren, Pflanzen und ihren Lebensräumen in das Album ein. Neben Fakten zu Lebensweisen und Verhalten stehen dabei immer wieder praktische Anleitungen: Wie füttert man Vögel im Winter richtig? Wie baut man eine Nisthilfe, in die Wildbienen tatsächlich einziehen? Und woran erkennt man, ob ein Marder über einem wohnt? QR-Codes führen an vielen Stellen weiter zu Tierstimmen, Hintergrundgeschichten und ins Naturlexikon.
Vom Dachboden bis in den Wald
Der Streifzug beginnt in der Stadt: Die winzige Zwergfledermaus nutzt Hauswände als Ruheplatz und jagt nachts insektenreiche Laternen. Stadttauben haben Mauern und Brücken als künstliche Felsen besiedelt, während die schlaue Saatkrähe Werkzeuge wie Steine oder Draht einsetzt.
Im Garten schützt sich der Igel mit tausenden Stacheln, doch die Rauchschwalbe findet bei zu viel Versiegelung keinen Lehm für ihre Nester. Hier engagiert sich „Blühendes Österreich“ gemeinsam mit BirdLife für Zugvögel. Als Schmetterling des Jahres 2026 wurde der Himmelblaue Bläuling gekürt.
Artenreiche Blumenwiesen fördern seltene Tiere: In Atzenbrugg entstehen Feldhamster-Habitate, während in den Leiser Bergen Weidetiere die Wiesen für die Große Sägeschrecke offen halten. Zudem nisten die meisten der 700 heimischen Wildbienenarten solitär in Erde oder Totholz.
Im Wald sind tote Bäume essenziell. Die scheue Wildkatze ist zurückgekehrt, und das seltene Auerhuhn findet am Günzenberg in Kärnten durch gezielte Pflege wieder lichte Nadelwälder mit Heidelbeeren.
3 Fragen an Irene Drozdowski
Die Naturschützerin vom Landschaftspflegeverein Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken erklärt im Album, warum Wiesen Pflege brauchen.
Was ist das Besondere an Wiesen?
„Landwirt:innen oder Naturschützer:innen müssen sie mähen und das Gras wegbringen. Wenn das nicht passiert, dann verschwinden die Wiesen. Denn sie wachsen mit Büschen und Bäumen zu."
Wie hilfst du den Wiesentieren?
„Zusammen mit Landwirt:innen erhalte ich bunte Wiesen. Denn wenn viele verschiedene Blumen blühen, haben auch viele Insekten reichlich zu essen: Hummeln, Käfer, Schwebfliegen, Schmetterlinge."
Haben wir Menschen da auch etwas davon?
„Ja! Wildbienen sorgen zum Beispiel dafür, dass aus Blüten unser Obst und Gemüse wird. Ohne sie hätten wir nichts zu essen. Und die Insekten sind wiederum Futter für seltene Wiesenvögel, etwa für die Bekassine."
2 Fragen an Förster Hannes Berger
Hannes Berger vom Forstbetrieb der Stadt Wien plädiert im Album für mehr Unordnung im Wald.
Wie kannst du Waldtieren helfen?
„Indem wir zum Beispiel alte Baumstümpfe stehen lassen. Sie vermodern langsam und lassen den Wald wilder aussehen. Der Hirschkäfer etwa braucht dieses morsche Holz für seine Larven."
Wer mag noch Totholz?
„Der Buntspecht. Er pickt Nahrung aus Baumstämmen: Insekten oder Larven. Oder er hackt Nisthöhlen ins Holz. Dort ziehen später auch andere Tiere ein, zum Beispiel Bienen, Fledermäuse oder Siebenschläfer."
Nachschlagen, staunen, verstehen
Für Blühendes Österreich bietet das Stickeralbum die Möglichkeit, Wissen über Biodiversität dort zu vermitteln, wo viele Kinder und Familien erreicht werden. Denn Natur- und Umweltbildung schafft eine wichtige Grundlage dafür, die Vielfalt unserer heimischen Lebensräume kennenzulernen, ihren Wert zu verstehen und Begeisterung für ihren Schutz zu wecken. Dass Kinder dabei nicht nur zuschauen, zeigen die eigenen Projekte: Gemeinsam mit Kindern wurden bereits Wiesen wieder miteinander verbunden, damit sich etwa der Segelfalter ausbreiten kann, und Fledermausgärten angelegt.
Wer tiefer eintauchen will, findet im Naturlexikon heimische Wildtiere mit Fotos und einfachen Erklärungen, vom Segelfalter über das Kleine Mausohr die Smaragdeidechse und vieles mehr.